Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  3. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  4. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  8. Die Stunde der Heuchler
  9. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  10. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  11. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition
  12. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  13. Ist Jesus der Herr?
  14. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  15. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom

'Hätt’ Maria abgetrieben ...'

22. Mai 2009 in Deutschland, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Wir sind hier, um Eure religiösen Gefühle zu verletzen" - Ein Bericht von der linksradikalen Demo gegen den Psychotherapiekongress in Marburg - Von Karsten Huhn


Marburg (kath.net/idea)
„Meine Damen und Herren, liebe Homos“, sagt die Sprecherin des Bündnisses „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiöse Fundamentalisten“ zur Begrüßung. Etwa 1.000 Demonstranten haben sich zu Christi Himmelfahrt um elf Uhr vor dem Marburger Bahnhof eingefunden, bewacht werden sie von etwa 200 Polizisten. Der Marsch geht durch die Innenstadt, vorbei an der gotischen Elisabethkirche zur Stadthalle, in der der Kongress für Psychotherapie und Seelsorge stattfindet. Gegen diesen richtet sich der Zorn der Demonstranten. Reaktionär und pseudowissenschaftlich sei der Kongress und müsse deshalb verhindert werden, ruft die Sprecherin.

Im Vorfeld des Kongresses hatte man zunächst an zwei, dann an drei Referenten Kritik geübt, weil diese eine Therapie für homosexuell empfindende Menschen für möglich halten. Nun wird die Kritik weiter ausgeweitet: „Mindestens zehn weitere Referenten sind negativ aufgefallen“, sagt die Sprecherin. So sei das angebotene Seminar „Abtreibung als Trauma“ frauenverachtend. Christliche Therapeuten würden ihren Klienten Schuldgefühle einreden; zudem stehe das Ergebnis ihrer Beratung von vornherein fest.

Als nächstes kommt die Sprecherin des Marburger Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) zu Wort. Der Kongress verdränge Wissenschaftsfreiheit durch Narrenfreiheit, sagt sie. Die Evangelikalen seien auf dem langen Marsch durch die Institutionen.


Das Theologische Seminar Tabor in Marburg sei vom Wissenschaftsrat ebenso akkreditiert worden wie die Freie Theologische Hochschule in Gießen. Kritik übt sie auch an früheren Tagungen des Christustreffs Marburg und der Studentenmission in Deutschland (SMD) an der Marburger Uni: „Was zur Hölle haben diese Leute im größten Saal der Uni zu suchen?“ Der Schlusssatz der Studentensprecherin: „Für das Recht auf freie sexuelle Bestimmung – nach dem Tode Gottes“.

„Freiheit allen Perversen“

Die Demonstranten sind überwiegend zwischen 20 und 30 Jahren alt, manche haben ihre Kinder dabei. Eine Regenbogenfahne – das Symbol der Schwulenbewegung – wird geschwenkt, es wird getrommelt und Luftballons werden aufgeblasen, auf denen steht: „Wenn ich groß bin, werd ich schwul“. Auf Plakaten und Transparenten steht: „Glaubst Du noch oder denkst du schon?“, „Vögel Deinen Nächsten wie Dich selbst“ und „Wir sind hier, um Eure religiösen Gefühle zu verletzen“. Daneben ist ein Schwein abgebildet, das am Kreuz hängt.

Die Partei „Die Linke“ verteilt Handzettel mit der Forderung „Schulen müssen queerer werden“. Begründung: „Die monogame Heten-Ehe wird als Normalfall dargestellt. In der Realität stellen monogame heterosexuelle Beziehungen aber eine Ausnahme dar. Vielfalt und Variantenreichtum ist die Regel. Wir fordern daher, diese Vielfalt zu lehren.“

Jemand schwenkt eine Sex-Gummipuppe, eine Gruppe reimt: „Hölle, Hölle, schert uns nicht, weg mit der Geschlechterpflicht“. Zum Amüsement der marschierenden Menge stolpert ein Teilnehmer in Zwangsjacke durch die Reihen und ruft „Heilt mich, ich bin schwul“. Er verteilt dabei Handzettel der „Jusos Giessen“ gegen „Homophobie und Intoleranz der Evangelikalen“.

Ein Sprecher verliest die Religionskritik von Karl Marx und endet mit der Forderung: „Politischer Islam, evangelikaler Fundamentalismus und esoterische Schwätzer müssen in Theorie und Praxis bekämpft werden.“ Ein weiterer Redner endet mit den Worten: „Gegen christliche Spinner“ – „Freiheit allen Perversen“.

Die Demonstranten feiern ihren Erfolg

Nach zwei Stunden erreicht der Demonstrationszug die Stadthalle. Sie ist von Polizisten umstellt und mit Reiterstaffel und Wachhunden gesichert. Die Demo-Sprecherin gibt bekannt, dass die Kongressveranstalter die Seminare von den Universitätshörsälen in eine Schule verlagert haben.

Die Demonstranten feiern dies mit Jubel und Trillerpfeifen als ihren Erfolg. Die Kongressteilnehmer bekommen davon nicht viel mit. Sie haben die Stadthalle durch einen Seitenausgang verlassen, um in der Unimensa Mittag zu essen und danach die Seminare zu besuchen.
„Lasst uns das Gespräch mit den Evangelikalen suchen“, sagt die Demo-Sprecherin zum Schluss. Wie sich kurz danach zeigen wird, ist das ein doppeldeutiger Satz.

Eigentlich ist die Demo nun zu Ende. Etwa 100 Teilnehmer machen aber noch weiter. Sie gehen in eine Seitenstraße neben der Stadthalle. Die Polizei spricht Platzverweise aus und fordert dazu auf, die Straße zu verlassen. Die Demonstranten bleiben. Sie hüpfen, trommeln, tanzen und skandieren: „Eure Kinder werden so wie wir“, „Christen fisten“ und „Hätt’ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben.“

Die Polizei wartet geduldig, bis die Demonstranten müde geworden sind. Gegen 16 Uhr löst sich die Versammlung langsam auf.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Aufreger

  1. Vatikan bekräftigt zum Ramadan Gemeinsamkeiten mit Muslimen
  2. ‚Vater, Sohn, Heiliger Geist’: Model löst mit Bikinifoto heftige Gegenreaktion aus
  3. Jane Fonda: Covid-19 ist ‚Gottes Geschenk für die Linken’
  4. USA: Katholiken demonstrieren gegen öffentliche ‚Schwarze Messe’
  5. Fürstin Gloria zieht Unterschrift von Protestschreiben zurück!
  6. #Splashamama -" Warum ich diese Figuren in den Tiber werfen musste!"
  7. Satanist bot angeblich konsekrierte Hostien über Internet an
  8. Vatikanberater Rosica gibt Plagiate zu
  9. Kanadischer Medienpriester wirft Viganó ‚Lügen’ vor
  10. Wie Kardinal Kasper die Leser manipuliert...






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Die Stunde der Heuchler
  11. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  12. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  13. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  14. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  15. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz