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Glaubenslose Menschen sind depressiver und kaputter

16. Juli 2007 in Deutschland, keine Lesermeinung
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TV-Journalist Spieker: "Heute jedoch hat man erkannt, dass der bindungslose und auch der glaubenslose Mensch nicht glücklicher ist, sondern eigentlich kaputter und depressiver."


Berlin (www.kath.net/idea)
Woher kommt das wachsende Interesse an Glaubensfragen in Gesellschaft und Medien? Überraschende Antworten gibt der ARD-Journalist Markus Spieker (Berlin). Das christliche Abendland verspüre gegenwärtig „eine Art antiquarisches Interesse an seinen Wurzeln“. Das sagte Spieker dem christlichen Ratgebermagazin „Neues Leben“ (Berlin/Altenkirchen). Hinzu komme die Auseinandersetzung mit dem Islam sowie eine innere Leere, die viele Menschen verspürten. Die aktuelle Ausgabe von „Neues Leben“ geht in der Titelgeschichte „Wir glauben!“ dem Thema nach „Wie moderne Menschen Gott erleben“.

Dazu meint der im ARD-Hauptstadtstudio tätige promovierte Historiker: „Politisch wie gesellschaftlich war lange Zeit angesagt, dass sich der Mensch aus allen Bindungen lösen sollte. Heute jedoch hat man erkannt, dass der bindungslose und auch der glaubenslose Mensch nicht glücklicher ist, sondern eigentlich kaputter und depressiver.“ Allerdings gehe es vielen Menschen immer noch zu gut, als dass sie sich ernsthaft mit dem Glauben auseinandersetzen würden: „Erst im Alter, wenn sich das Leiden verstärkt, fangen einige an, darüber nachzudenken.“

Was taugt der „Marsch durch die Institutionen“?

Kritisch bewertet Spieker das Ansinnen mancher Christen und Gemeinden, den christlichen Glauben stärker zum Gesellschaftsthema zu machen: „Ich warne davor, sich in diesem gesellschaftlichen Punkt zu viel vorzunehmen.“ Er verwies zur Begründung auf die Bibel: „Dort lese ich wenig von gesellschaftlichen oder politischen Appellen. Da findet kein Marsch durch die Institutionen statt.“ Jesus habe stattdessen viel in einzelne Leute investiert und seinen Schwerpunkt auf die geistliche Unterweisung gesetzt. Zugleich ruft Spieker die Christen zur Demut auf: „Wenn man sich das Publikum einer beliebigen Gemeinde in Deutschland einmal anschaut, so sind dies auch nicht die Leute, die jemals an den entscheidenden Hebeln sitzen werden.“ Viel sei aber bereits gewonnen, „wenn jeder zusieht, dass er an seinem Platz Gott näher kommt“.

Foto: (c) Archiv; F. Nietzsche



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