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Bamberger Erzbischof fordert EU-Verfassung mit Gottesbezug

2. Juni 2005 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Erzbischof Schick nach Abstimmungsniederlagen: "Die Neins zur EU-Verfassung fordern neues Nachdenken und bieten die Chance, den Gottesbezug doch noch in die EU-Verfassung aufzunehmen."


Bamberg (www.kath.net / bbk)
Der Gottesbezug muss in die Europäische Verfassung, forderte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. „Europa muss vorankommen. Ein starkes vereintes Europa ist für die Zukunft der Europäer, aber auch für die weltweite Völker- und Staatengemeinschaft, notwendig. Die Europäische Union darf aber keine reine Wirtschafts- und Finanzunion sein. Die europäischen Staaten sollen sich vor allem zum Zweck des Gemeinwohls aller ihrer Bürgerinnen und Bürger in Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden zusammenschließen“, betonte der Erzbischof.

Das vereinte Europa dürfe auch kein Selbstzweck für die Europäer sein, sondern müsse eine Quelle der Versöhnung, der Einheit und des Wohlergehens für alle Völker und Nationen auf der ganzen Welt werden: "Damit Europa das sein kann, muss es seinen religiösen Wurzeln treu bleiben. Der jüdisch-christliche Gottesglaube stand an der Wiege aller europäischen Staaten und hat sie geprägt. Er muss erhalten und gefördert werden". Die EU brauche eine Verfassung, die der Geschichte seiner Staaten gerecht werde und so der Zukunft dienen könne. Dazu gehöre der Bezug zu Gott.

Schick erinnerte daran, dass gerade die Regierungen der Staaten, deren Bürgerinnen und Bürger jetzt die EU-Verfassung ablehnten, wie Frankreich und Niederlande, Nein zum Gottesbezug in der Europäischen Verfassung gesagt haben. Das müsse die Politiker über den Gottesbezug in der Europäischen Verfassung und über Gott in Europa neu nachdenken lassen. Der Erzbischof verwies in diesem Zusammenhang auf das Buch „Werte in Zeiten des Umbruchs“ von Papst Benedikt XVI., in dem er schreibt, dass der Staat „ein Mindestmaß an Wahrheit, an Erkenntnis des Guten, die nicht manipulierbar ist“, brauche.

„Andernfalls wird er, wie Augustinus sagt, auf die Stufe einer gut funktionierenden Räuberbande herabsinken.“ Gott garantiere Wahrheit und Erkenntnis des Guten. Schick: „Die Neins zur EU-Verfassung fordern eine Revision des Neins zum Gottesbezug in der EU-Verfassung. Europa ohne Bezug zum jüdisch-christlichen Gottesglauben ist ohne Wurzeln und deshalb nicht lebensfähig.“



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