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Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“15. April 2026 in Kommentar, 14 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
„Vom Heiligen Vater kann niemand etwas anderes erwarten als den Einsatz für den irdischen Frieden unter den Völkern.“ Reaktion auf die Polemik von US-Präsident Trump über Papst Leo XIV. Von Gerhard Ludwig Kardinal Müller
Vatikan-Washington DC (kath.net) Die Kardinäle haben völlig frei und nur im Bewusstsein ihrer Verantwortung vor Gott denjenigen unter ihren Mitbrüdern zum Papst gewählt, den Gott selbst erwählt und gewollt hat als Nachfolger des Hl. Petrus. Und wir Kardinäle haben Papst Leo XIV. den Gehorsam versprochen und die Bereitschaft erklärt für ihn und die Kirche Christi einzutreten bis zum Einsatz des eigenen Lebens. Ein neues Avignon, wovon drohend die Rede war, wird es nicht geben und wer von irgendeinem Machthaber als Gegenpapst aufgebaut wird oder sich dazu machen lässt, ist ein verdammter Verräter am Werk Christi.
Vom Heiligen Vater kann niemand etwas anderes erwarten als den Einsatz für den irdischen Frieden unter den Völkern, der ein Vorschein ist des Friedens aller Menschen in Gott, der uns mit sich und die Völker untereinander in Christus versöhnt hat. Die USA haben als eine politische, wirtschaftliche, technologische und militärische Supermacht eine besondere historische Verantwortung für den Frieden, die Freiheit und das Wohlergehen der Menschheit in unserer globalen Welt. Sie sind eine Demokratie und aufgebaut auf den fundamentalen Menschenrechten. Ihre besondere Rolle auch bei der Eindämmung von gefährlichen Regimen und Diktaturen, die für die ganze Welt lebensgefährlich waren und werden, ist nicht zu leugnen. Das Völkerrecht, das von der Schule von Salamanca im Geiste des hl. Thomas von Aquin auf der Basis des natürlichen Sittengesetzes entwickelt wurde, dient nicht dem Schutz der Tyrannen und Eroberer, sondern den Völkern. Die brutalen Verbrechen gegen das eigene Volk und die anderen Völker müssen unter den gegebenen Umständen auch mit ökonomischen Sanktionen und militärischen Mitteln bekämpft werden. Die Appeasementpolitik gegenüber Hitler hat sich als eine Katastrophe erwiesen und im II. Weltkrieg bitter gerächt. Papst Franziskus hat vor einem III. Weltkrieg gewarnt, der in Raten kommt und in einer Explosion der ganzen Welt enden würde. 
Das Iranische Regime muss weltweit gebrandmarkt werden als Missbrauch der Religion, die Gottesverehrung ist, und in welcher Form auch immer niemals zur Rechtfertigung von Morden an Unschuldigen missbraucht werden darf. Es lohnt sich die Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI, (2006) nachzulesen und auch Gaudium et spes77-90. Die Zerstörung des Kriegsmaterials von diktatorischen Staaten und vor allem ihrer Fähigkeit Nuklearwaffen einzusetzen, ist moralisch nicht illegitim und kann historisch geboten sein. Hier ist immer das Dilemma, dass die politisch und militärisch Handelnden sich auch schuldig machen, weil es von Natur aus keine sauberen Kriege gibt, besonders dann wenn alle friedlichen Mittel von Verhandlungen ausgeschöpft sind. Wer wollte den Ukrainern das Recht absprechen, sich zu verteidigen, auch wenn sie zu denselben Mittel greifen müssen wie ihre Todfeinde? Ein kaum aufzulösendes moralisches Dilemma!
Im konkreten Fall ist aber klar zu sagen, dass niemand das Recht hat den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt, den er von Christus erhalten hat, das Evangelium des Friedens zu bezeugen. Die Botschaft Christi steht über den Interessen der Politik und Gott ist unser Richter. Und kein Sterblicher darf sich anmaßen, den Namen Gottes für seine Interessen zu instrumentalisieren. Auch ein guter Zweck heiligt nicht die schlechten Mittel. Wir können nur arbeiten und beten für den Frieden, aber nicht um jeden Preis, sondern für einen gerechten Frieden, auch für das iranische Volk, dass es von einer Terrorherrschaft befreit wird. Und auch das Existenzrecht Israels darf nie in Frage gestellt werden. Aber wir hoffen, dass nicht mehr kriegerische Mittel notwendig sind, weil alle Nachbarn im Nahen Osten friedlich miteinander auskommen wollen. Papst Leo XIV. begann seinen apostolischem Dienst mit dem biblischen Gruß an alle Menschen guten Willens mit den Worten: Der Friede sei mit euch!
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Lesermeinungen| | Domspatz_AT 18. April 2026 | | | |
Es geht erfreulicherweise also nicht um den Besuch in der Moschee, wie es im Posting angeführt war, sondern um Teile der Ansprache.
Wieso sollte allein der Besuch jetzt plötzlich zu kritisieren sein, steht Leo dabei in der Tradition seiner Vorgänger seit 1978. |  1
| | | | | Zeitzeuge 17. April 2026 | | | | Unglaublich die Worte des Papstes, kennt er die Sure 112 nicht? Gehe wieder in den Ruhemodus und wünsche allen
Gottes Segen und die Beibehaltung des Sinns für
das eigentlich katholische (so ein Buchtitel des
+Freiburger Fundamentaltheologen Joseph Schumacher)!
Kyrie Eleison! Christe Eleison! www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/april/documents/20260413-algeria-visita-moschea.html |  0
| | | | | SalvatoreMio 16. April 2026 | | | | Der Auftrag Christi ist nach wie vor derselbe! "Geht hin in alle Welt und verkündet allen Völkern die Frohbotschaft". Das ist ein Mammutprojekt: nicht erreichbar durch großzügige Verbrüderungen, noch weniger aber durch Abwendung und Verachtung. Wir sollen Mittler Christi sein. Wenn das, was wir tun oder sagen, die Herzen der anderen keinen Spalt öffnet, ist sowieso alles umsonst. - Und dann denke ich an die Lepra-Ärztin Ruth Pfau, die sich in Pakistan aufgeopfert hat. Ihre Nächstenliebe löste vielleicht nur wenige Bekehrungen und Taufen aus, aber sie folgte wohl einfach dem Ruf: "Umsonst habt ihr empfangen; umsonst sollt ihr geben!" Und Gott weiß um alles, und nichts Gutes geht verloren. |  1
| | | | | SalvatoreMio 16. April 2026 | | | | Die Früchte @Tante Ottilie: es ist nur schwer zu entdecken, wann die Früchte reif sind. Manche brauchen sehr lange bis zur Reife, und der "heutige Mensch" hat nicht viel Geduld. |  0
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