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Anne Widdecombe, britische konservative Ex-Ministerin (78), tot – Polizei ermittelt wegen Mord

vor 3 Stunden in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Großbritannien ist schockiert: Die frühere Politikerin und Konvertitin zur katholischen Kirche starb keines natürlichen Todes – Tatverdächtiger festgenommen: 26-jähriger „weißer britischer Staatsangehöriger“, „kein Terrorismusverdacht“


London (kath.net/pl) Ann Widdecombe war eine prominente und kämpferische frühere britische Politikerin, die den katholischen Glauben und die moralische Lehre der Kirche im öffentlichen Leben konsequent verteidigte. So portraitiert das „National Catholic Register“ die verstorbene Persönlichkeit.

Die Leiche der 78-jährigen früheren konservativen Ministerin und Sprecherin der Partei „Reform UK“ wurde am Donnerstagmittag von der Polizei in ihrem Haus in Haytor – einem ländlichen Dorf im Dartmoor in Devon – mit schweren Verletzungen aufgefunden. Das berichtete die BBC. Am Freitag bestätigte die Polizei von Devon und Cornwall, dass ein tatverdächtiger Mann – ein weißer britischer Staatsangehöriger – an einer Adresse in Newton Abbot (Devon) festgenommen wurde und sich in Gewahrsam befindet. Der Vorfall wird nicht als terroristischer Akt eingestuft, obwohl im Rahmen der „ersten Ermittlungen“ auch die für Terrorismusbekämpfung zuständigen Polizeieinheiten hinzugezogen worden waren. Polizeisprecher Matt Longman erklärte am Freitag auf einer Pressekonferenz, der Polizei lägen derzeit „keine Informationen vor, die auf ein politisch motiviertes Verbrechen hindeuten“; zudem sei es „zu früh“, um sich dazu zu äußern, ob sich der Verdächtige und Widdecombe kannten, auch stünden die Ermittlungen noch am Anfang.


Der britische Premierminister Keir Starmer (Labour Party) sprach von einer „wirklich schockierenden“ Nachricht, während die Vorsitzende der Konservativen, Kemi Badenoch, sich „bestürzt über diese schreckliche Nachricht“ zeigte. Der Vorsitzende von Reform UK, Nigel Farage, äußerte sich „zutiefst erschüttert über die Umstände ihres Todes“.

Besondere Bekanntheit erlangte Widdecombe, als sie die Church of England nach ihrer Entscheidung verließ, Frauen als „Priester“ zu ordinieren, sie wurde 1993 in die katholische Kirche aufgenommen, berichtete das „National Catholic Register“. Noch im vergangenen Jahr erläuterte sie in einem EWTN-Interview: „Das Großartige am Katholizismus ist, dass er keine Kompromisse eingeht – etwas ist entweder wahr oder falsch. Es ist richtig oder falsch. Es ist eine Sünde oder eben nicht. Es gibt dort nicht dieses endlose Herumdrucksen, wie man es bei der anglikanischen Kirche erlebt“, berichtete das „National Catholic Register“. Die Church of England, so erinnerte sie sich, habe „den Glauben dem Zeitgeist und das Glaubensbekenntnis dem Kompromiss geopfert, und die Zahl der Kirchenbesucher sank. Sie wuchs nicht. Sie konnte auch gar nicht wachsen, denn man verlangte von den Menschen, einem Nebel zu folgen.“ Daher fühlte sie sich ganz natürlich zum katholischen Glauben hingezogen; gegenüber EWTN äußerte sie: „Wenn ich nicht glauben würde, dass dies die eine, wahre Kirche ist, wäre ich keine Katholikin.“ Ihre Aufnahme in die Kirche war, wie sie sagte, die beste Entscheidung, die sie je getroffen hatte. Als Katholikin trat sie entschieden für den Glauben ein und verteidigte die Morallehre der Kirche – insbesondere die Heiligkeit des Lebens und die Ehe zwischen Mann und Frau sowie die Ablehnung von Abtreibung und Drogenkonsum.

Weiter informierte das NCR, dass Widdecombe im Jahr 2010 kurzzeitig als die nächste britische Botschafterin beim Heiligen Stuhl angesehen, dies dann aber durch gesundheitliche Probleme verhindert wurde. Ihre Stimme galt immer als klar, freimütig und konservativ, Um 1999, als sie als Ministerin des Innenministeriums tätig war, erhielt sie eine unerwartete 20-minütige Privataudienz bei Papst St. Johannes Paul II. im Vatikan – ein Privileg, von dem sie glaubte, dass es sechs Jahre zuvor auf der Grundlage ihrer sehr öffentlichen Bekehrung verliehen wurde.

Widdecombes politische Karriere dauerte mehrere Jahrzehnte, sie war 23 Jahre lang Abgeordnete für Maidstone in Kent und amtierte zwischen 1994 und 1997 in der Regierung von Sir John Major als Ministerin für Inneres und Beschäftigung. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Parlament schlug sie eine Karriere im Showgeschäft ein. Als entschiedene Befürworterin des EU-Austritts Großbritanniens zog sie für die Brexit Party ins Europäische Parlament ein und vertrat dort von 2019 bis 2020 die Region Südwestengland. 

Archivfoto: Offizielles Portrait von Widdecombe als EU-Parlamentarierin (c) By © European Union 2019, European Parliament, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=179034748


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Lesermeinungen

 doda vor 1 Stunden 

R.I.P.


0
 

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