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Erzbistum Hamburg: Eltern wehren sich gegen LGBT-Sexualkonzept in katholischen Schulen

vor 57 Minuten in Deutschland, keine Lesermeinung
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Aus Sicht des Elternnetzwerks Kinderschutz und Prävention wird das Erzbistum seinem Auftrag nicht gerecht, wenn es sich der Frühsexualisierung und Identitätspolitik nicht klarer entgegenstelle und für die katholische Sexualmoral eintrete.


Hamburg (kath.net/jg)
Im Erzbistum Hamburg haben sich Eltern von Kindern, die an katholischen Schulen unterrichtet werden, zusammengeschlossen, um gegen die Anwendung des neuen Rahmenkonzepts für sexuelle Bildung Widerstand zu leisten. Nach erfolglosen Gesprächen mit dem Bistum und auch mit Erzbischof Heße hat sich das „Elternnetzwerk Kinderschutz und Prävention“ mit seiner Kritik und seiner Sorge an den Apostolischen Nuntius in Deutschland und den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) gewandt, berichtet die deutsche Ausgabe von CNA

Anfang Juli fand ein Informationsabend statt, an dem 80 Personen teilgenommen haben. Das „Elternnetzwerk Kinderschutz und Prävention“ ist mittlerweile auf 200 Mitglieder angewachsen. Darunter sind Eltern, Pädagogen, Ärzte und Juristen.

Das Erzbistum Hamburg hat im Mai 2025 das Dokument „Männlich, weiblich, divers: Rahmenkonzept für Sexuelle Bildung an den katholischen Schulen im Erzbistum Hamburg“ veröffentlicht. Es soll ab dem Schuljahr 2026/27 fächerübergreifend in allen katholischen Schulen des Erzbistums umgesetzt werden. (Siehe Link)

Im Geleitwort schreibt P. Sascha-Philipp Geißler SAC, der zuständige Generalvikar des Erzbistums folgende Sätze: „Wir treten ein für die Akzeptanz (nicht nur Toleranz, Anm. d. Red.) von Vielfalt hinsichtlich sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identität. Und wir treten ein für eine lebensbejahende und in diesem Sinne positiv besetzte Sichtweise auf Sexualität.“ Nach Ansicht des Elternnetzwerks stützt sich das Rahmenkonzept auf den Sexualwissenschaftler Uwe Sielert und sieht Sexualität als „allgemeine Lebensenergie“. 


Christopher Haep, der Leiter der Abteilung Schule und Hochschule, erklärte bei der Präsentation des Konzepts: "Wir wollen, dass katholische Schulen sichere Orte sind, an denen Sexualität nicht tabuisiert, sondern in ihrer Vielschichtigkeit und Würde anerkannt wird." Haep meinte dann auch, dass sich „Sichtweisen und Wertesysteme“ in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben und man „zeitgemäße Antworten“ geben müsse.

Beim Thema "Gleichstellung und Vielfalt" heißt es bei der Vorstellung wörtlich: "Die Anerkennung unterschiedlicher Identitäten und sexueller Orientierungen wird aktiv gefördert. Diskriminierung und Tabuisierung werden bewusst abgebaut. Schulen sensibilisieren für Benachteiligungen, reflektieren Vorurteile und fördern einen respektvollen Umgang miteinander." 

Auf Anfrage von CNA gab Christoph Schommer, Sprecher der Abteilung Schule und Hochschule des Erzbistums, bekannt, dass es einen „regelmäßigen und intensiven Austausch mit Eltern sowie Elternvertretungen“ gebe. Das neue Rahmenkonzept für sexuelle Bildung habe „große Zustimmung der Gesamtelternvertretung, der Schulleitungen sowie der Beauftragten für Schulpastoral“ gefunden. Selbstverständlich setze man sich aber auch mit kritischen Stimmen konstruktiv auseinander, ergänzt Schommer. 

Varinia Arauco Vera, Sprecherin des Elternnetzwerks und Mutter von drei Kindern, widerspricht dieser Darstellung. Gerade unter Einwanderern aus katholisch geprägten Ländern gebe es viel Kritik an dem Rahmenkonzept. Viele würden aber nicht wagen ihre Vorbehaltn zu äußern, um ihren Kindern nicht zu schaden, sagt die aus Peru stammende Arauco Vera, deren zwei jüngere Söhne katholische Schulen des Erzbistums besuchen.

Vertreter des Elternnetzwerks haben sich im Dezember 2025 und im Februar 2026 mit Verantwortlichen des Erzbistums Hamburg getroffen, um ihre Kritik zu äußern. Es kam zu keiner Einigung. Bei der zweiten Begegnung gab das Erzbistum bekannt, das Rahmenkonzept sei auf Grundlage der DBK-Handreichung „Geschaffen, erlöst und geliebt“ erstellt worden. Das Elternnetzwerk unterstützt aber ausdrücklich die Entscheidung des Erzbistums, sich nicht mehr auf Uwe Sielert zu berufen.

Am 27. Februar haben sich zwei Vertreter des Netzwerks mit dem damaligen Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, in der Nuntiatur in Berlin getroffen. Dabei haben sie ihm Schreiben an mehrere vatikanische Dikasterien, darunter das Dikasterium für die Glaubenslehre, übergeben.

Am 9. März wandte sich das Elternnetzwerk an den neuen Vorsitzenden der DBK, Bischof Heiner Wilmer SCJ. Die Eltern verlangten die Rücknahme und umfassende Bearbeitung des Hamburger Rahmenkonzepts und der DBK-Handreichung.

Seitens des Erzbistums und der DBK habe sich seither nichts geändert, sagt Varinia Arauco Vera im Interview mit CNA. Sie wirft dem Erzbistum vor, gegen das eigene Schulgesetz zu verstoßen. Dort sei festgelegt, dass die Eltern vor Umsetzung des Rahmenkonzeptes zur sexuellen Bildung über Ziel, Inhalt und Form der sexuellen Bildung sowie über die verwendeten Lehr- und Lernmittel zu informieren seien. Die vom Erzbistum behauptete Offenheit für Dialog gebe es de facto nicht. 

Nach dem Informationsabend habe das Netzwerk einen starken Zulauf erlebt, sagt Arauco Vera. Es handle sich nicht nur um den Widerstand einzelner, betont sie. Aus Sicht des Netzwerks werde das Erzbistum seinem Auftrag nicht gerecht, wenn es sich der Frühsexualisierung und Identitätspolitik nicht klarer entgegenstelle und für die katholische Sexualmoral eintrete.

Sie ruft betroffene Eltern in Hamburg, Deutschland und im deutschsprachigen Raum auf, sich an den Nuntius, die zuständigen Dikasterien in Rom und an den Papst zu wenden, um auf den Missstand aufmerksam zu machen und auf die für die Kinder bestehende Gefahr aufmerksam zu machen. Das Elternnetzwerk hat ein Positionspapier ausgearbeitet, in welchem die problematischen Aspekte des Rahmenkonzepts behandelt werden. Es ist auf der Internetseite des Netzwerks abrufbar. „Bitte helfen Sie mit, dieses Anliegen sichtbar zu machen“, sagt Arauco Vera wörtlich. 

 

 


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