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‚Ich habe meine Heimat in der katholischen Kirche‘

7. September 2025 in Deutschland, 7 Lesermeinungen
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Nach fast dreißig Jahren ist der Kabarettist Wolfgang Krebs vor drei Jahren wieder in die katholische Kirche eingetreten. Eine Gesellschaft ohne Gott und ohne Achtung vor der Würde des Menschen lande in der Katastrophe, sagt er im Interview.


Paderborn (kath.net/jg)
Der Kabarettist und Schriftsteller Wolfgang Krebs (59) ist Mitte der 1990-er Jahre aus der katholischen Kirche ausgetreten. Vor drei Jahren hat er den Weg zurück in die Kirche gefunden. Im Interview mit dem Bonifatiusblatt, dem Magazin des Bonifatiuswerks, spricht er über seinen Austritt und seine Rückkehr.

Er sei immer ein gläubiger Mensch geblieben, auch nach seinem Austritt, betont Krebs. Er habe weiterhin Interesse für die Kirche gehabt. So habe er sich das Begräbnis von Papst Johnnes Paul II. live angesehen. „Für uns, die wir in den 1980-er Jahren groß geworden sind, war er ein Held. Er hat uns die Annäherung an den Osten geschenkt und auch die Aussöhnung begleitet“, sagt er wörtlich.


Beim Oktoberfest in München habe er Pfarrer Josef Fegg aus Rottenbuch getroffen und sei mit ihm ins Gespräch gekommen. Dieser habe Verständnis für seine Situation gezeigt. Später sei er zufällig in Rom gewesen als Papst Benedikt XVI. aufgebahrt worden sei. Pfarrer Josef habe ihm ermöglicht, über einen Seiteneingang vorbei an der Warteschlange zum aufgebahrten Papst zu kommen. „Dann stand ich plötzlich vor dem Heiligen Vater und durfte dort lange beten. Ich dachte: Wenn die Kirche jetzt ihre Arme so weit ausbreitet, dann ist das ein Zeichen“, erinnert sich Krebs.

Vor seiner Rückkehr in die katholische Kirche habe er sich mit anderen Religionsgemeinschaften beschäftigt. „Ich habe alles versucht. Von esoterischen Ideen bis hin zu den Altkatholiken“, sagt er wörtlich. Auch ein Eintritt in die Evangelische Kirche sei ein Thema gewesen. Seine Heimat sei in der katholischen Kirche, betont er.

Zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche sagt Krebs, dass hier „Furchtbares“ passiert sei, die Kirche aber einen Prozess der Aufarbeitung, Sühne und Verzeihung eingeschlagen habe, den er „mit großem Wohlwollen“ betrachte. Kirche sei nicht nur Missbrauch, sondern sie helfe jeden Tag „drogensüchtigen Frauen und Männern, Kirche hilft in den Frauenhäusern, hilft in den Krankenhäusern. Das ist gelebte Barmherzigkeit.“

Zur Bedeutung des christlichen Glaubens für die Gesellschaft sagt Krebs, dass eine Gesellschaft ohne Gott, ohne Achtung vor der Würde des Menschen „in die Katastrophe“ gehe. „Wir müssen uns auf unsere christlichen Werte besinnen. Wir müssen uns daran erinnern, dass wir nicht allein auf der Welt sind und nicht das Recht des Stärkeren oder des Lauteren gilt. Da kann uns der Glaube Orientierung geben“, sagt er abschließend.

 


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