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„Ich fragte mich: Welche Drogen hat er jetzt genommen?“

vor 35 Stunden in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Von seiner atemberaubenden Bekehrung und abenteurlichen drei Jahren im Gefängnis erzählte der Iraner Mojtaba Barahimi auf der MEHR 2026. Von Petra Knapp


Augsburg (kath.net/ pk)
Wie kann man Freude haben, wenn das Leben ganz schwer ist? Davon kann Mojtaba Barahimi erzählen, der als Muslim im Iran aufwuchs, Christ wurde und deswegen drei Jahre ins Gefängnis gesteckt wurde. Dass er irgendwann einmal auf einer Bühne stehen würde und vor über 11.000 Menschen von seinen Erlebnissen erzählen würde, sei unvorstellbar für ihn gewesen und „ein Zeichen von Gottes Macht und Gnade“, bekennt er offen, während er genau dort ist: Auf der Bühne vor rund 11.000 Leuten bei der MEHR 2026.

Sein Glaubensweg begann als 18-jähriger Teenager komplett unerwartet in der eigenen Familie. „Mein älterer Bruder war gewalttätig und nahm Drogen“, erzählt der studierte anglikanische Theologe, der in London lebt. Über ein missionarisches Video hörte er von Jesus und verwandelte sich über Nacht in einen anderen Menschen.

„Das war völlig unerwartet. Wir wussten gar nichts über das Christentum. Mein Bruder wurde Christ, aber ich hatte keine Ahnung, was mit ihm passierte. Er veränderte sich auf dramatische Weise zu einer freundlichen Person. Ich fragte mich: Welche Drogen hat er jetzt genommen? Ich wusste nicht, dass es die Kraft des Heiligen Geistes war.“

Nun begann sich Barahimi selber, für den Glauben zu interessieren, denn er habe seinen Bruder damals so gehasst, dass er ihm den Tod gewünscht habe. Auch sein eigenes Leben sei sehr dunkel gewesen und er war voller Verbitterung. „Also sah ich mir das gleiche Video an. Mein Leben veränderte sich innerhalb von wenigen Tagen dramatisch. Ich habe mich in das Evangelium und die Bibel verliebt. Mein Bruder und ich haben begonnen, gemeinsam zu beten.“ Es sei unglaublich gewesen, „wie das Evangelium Frieden in ein aufgewühltes Haus bringt“.


So begann alles. „Wir haben andere Christen gefunden, begannen uns zu treffen, und nach einiger Zeit wurde ich gemeinsam mit meiner Familie von der Regierung verhaftet. Ich war über einen Monat lang in Einzelhaft.“ Danach seien sie bedroht worden: Wenn wir weitermachtn, dann drohe uns eine noch längere Gefängnisstrafe. „Aber die Menschen sind auf so wunderbare Art und Weise zu Christus gekommen. Wir wuchsen innerhalb von vier Jahren von 15 auf 400 Personen.“

Barahimi wurde zusammen mit anderen erneut verhaftet, diesmal drei Jahre lang. „Aber das wusste ich damals noch nicht“, erzählt er heute. Die Jahre im Gefängnis seien schließlich „eine Reise mit Jesus“ worden. Eine Geschichte habe sich ihm besonders eingeprägt. „Ein sunnitischer Moslem kam auf mich zu.“ Er hatte von diesen Christen gehört.

„Das war etwas vollkommen Neues und ungewöhnlich für Gefängnisinsassen. Die hatten noch nie gehört, dass das Christsein eine Kriminaltat war. Sie fragten: Was ist euer Verbrechen? Wir sagten: Wir sind Christen. Und sie sagten: Was? Was soll das für eine Straftat sein?“ Aber er sei sehr interessiert und habe Fragen zum christlichen Glauben gestellt. Als er angefangen habe zu diskutieren, um die christlichen Männer vom Islam zu überzeugen, sei er verunsichert gewesen, bekennt Barahimi.

Er sei überhaupt in einem eher miserablen Zustand gewesen. „Ich wollte ihn gar nicht überzeugen. Ich wusste auch nicht, wie er reagieren würde, wenn ich ihm gesagt hatte: ,Jesus ist unser Retter!‘. Vielleicht würde er mir eine reinhauen? Und ich war gar nicht in der Stimmung.“ Schließlich habe er dem Mann einfach gesagt: „Geh einfach zu Jesus und sag es ihm selber!“

Am nächsten Tag kam der Mann zurück, offensichtlich komplett verändert. „Er erklärte mir, was am Abend zuvor passiert war. Er hatte gebetet, wie ich ihm das empfohlen hatte, nämlich mit den Worten ,Jesus, wenn es dich gibt, dann zeig dich mir.‘ Aber dieser Mann war der Chef einer Gang, er wartete auf die Todesstrafe, und er konnte nachts nicht schlafen, weil er so große Angst vor der Hinrichtung hatte. Er erzählte mir, dass er in dieser Nacht so tief geschlafen hatte wie nie zuvor. Er hatte einen Frieden in sich, den er nicht erklären konnte. Er hatte das Gefühl, dass eine schwere Last von seiner Brust genommen wurde.“

Der Name „Jesus“ sei dem Bandenchef die ganze Zeit durch den Kopf gegangen, erinnert sich Mojtaba Barahimi. „Er sagte: Ich konnte die Leute, die in meiner Zelle waren, nicht mehr hassen. Ich antwortete: Ich verstehe das! Und fragte ihn: Willst du mit mir beten?“ Rund vier, fünf Monate verbrachten die beiden Männer miteinander im Gefängnis, beteten und lasen die Bibel.

„Eines Tages sagte er mir: ,Ich hätte gerne, dass Jesus ein Wunder tut und mich befreit. Aber selbst wenn ich jetzt sterben würde, glaube ich, dass ich bei ihm bin. Ich habe keine Angst mehr vor dem Tod.‘ Dann wurden wir voneinander getrennt, weil wir so viel Zeit miteinander gebracht haben. Als ich nach etwa einem Jahr nachfragte, wo er sei, hörte ich leider, dass er hingerichtet worden war.“

Barahimi ist noch immer berührt, wenn er dieser Geschichte mit anderen teilt. „Ich war so traurig über den Tod dieses Kriminellen, aber gleichzeitig war ich so voller Freude, dass ich bei ihm war in diesem Moment… Und ich war so glücklich, dass diese Seele zu Christus gefunden hat.“ In diesem Augenblick habe ihm Gott eine klare Botschaft gegeben. „Das kleinste Licht in dir kann die größte Dunkelheit zerbrechen!“

Denn an diesem Tag, als der den Gang-Chef kennenlernte, hatte er keine große Lust, das Evangelium zu verkünden. Aber Gott nützte sogar diese Schwäche, um Licht ins Dunkle zu bringen. Sein Leben im Gefängnis ging jedoch weiter. „Eines Tages, als ich mich so alleine gefühlt habe, da habe ich mich an Mohammed und andere erinnert, die zu Christus gefunden haben, und ich hatte den Eindruck, dass Gott selber durch dieses Gebet zu mir gesprochen hat.“  

Er bekam die Erkenntnis: „Ich bevorzuge es, in diesem Schmerz im Gefängnis zu leben, als im Schmerz ohne dich zu leben!“, lautete sein Gebet. Denn der Schmerz im Gefängnis habe ihn hineingeführt in eine tiefe Freude, während ihn der Schmerz eines Lebens ohne Gott in die absolute Finsternis geführt habe.

Barahimi will den 11.000, die ihm jetzt in Augsburg zuhören, eine Botschaft mitgeben, die er selber empfangen hat. „Der Herr hat mir sehr schnell bei gebracht: ,Du musst die Augen öffnen, durch die Dunkelheit und Korruption des Gefängnisses, und da Licht hineinbringen, und dafür gebe ich dir die Macht.‘“

Und weiter: „Wende dein Gesicht nicht ab vom Leiden der Welt. Sei nicht abgelenkt. Der Feind will uns stumpf und passiv machen für den Schmerz der Welt.“ Er wolle uns einreden, dass wir ohnehin nichts ändern können. Aber: „Das kleinste Licht durchbricht die Finsternis!“, ermutigte Barahimi die Menschen, die zur MEHR 2026 nach Augsburg gekommen waren.


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer vor 31 Stunden 

Für mich ist klar:

Gott hat den Menschen nicht geschaffen, damit er jemanden hat, dem er dienen kann. Er hat den Menschen geschaffen, damit dieser ihm diene. Der Mensch hat schon im Paradies diesen Auftrag abgelehnt und trägt heute noch die Folgen dieses «non serviam.» Christus, der Sohn Gottes, ist nicht Mensch geworden, um dem Menschen trotzdem eine heile Welt zu verschaffen. Er wurde Mensch, um den Menschen, sein Volk, aus sein en Sünden zu erlösen. Er lässt diesem aber die Freiheit, diese Erlösung anzunehmen und so an einer besseren Welt mitzuarbeiten, oder abzulehnen, mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Das war schon Paulus klar: «Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen." (1.Kor 15,19). Ja schon der Herr erklärte uns deutlich genug: «Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.» (Lk 9,23) Ist das eine Irrlehre?


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