Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  2. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  3. Vertrauenskrise in der Kirche
  4. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  5. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘
  6. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  7. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  8. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  9. Sacrosanctum Concilium: Die Liturgie und das Geheimnis Christi
  10. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  11. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  12. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  13. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  14. Klimakatastrophe völlig 'unplausibel': IPCC-Autoren korrigieren Szenarien
  15. Katholische Kita in Hessen verzichtet auf Mutter- und Vatertagsgeschenke

„Freude – Das gigantische Geheimnis des Christen“

4. Jänner 2026 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Am 4. Jänner, dem zweiten Tag der MEHR Konferenz 2026 in Augsburg sprach der Ingenieur und Gebetshausmissionar Elias Gläser über die Freude und zitiert dabei Chesterton. Von Linda Noé


Augsburg (kath.net/ln)
Der zweite Tag der MEHR Konferenz begann mit dem ausgiebigen Morgenlobpreis und einem Impuls von Elias Gläser, Missionar im Gebetshaus Augsburg. Der gelernte Ingenieur, der durch seine Zeit in der Wirtschaft die Begrenztheit technischer Lösungen erlebte, fand seinen Weg zum Glauben als Antwort auf tiefgehende Fragen.

Zu Beginn stellt Gläser die Frage, ob es ein Leben gibt, in dem die Freude nicht geraubt, sondern in allen Umständen als Lebensgrundlage gelebt wird. Er kritisiert den schnelllebigen Lebensstil, in dem selbst schöne Dinge wie Freundschaftspflege zu stressig werden, und erinnerte an gängige Versprechen der Werbung, wie: „Freude ist BMW“ – eine leere Verheißung, die echtes Glück verspricht, aber nicht liefern kann. Die Werbung mache sich die Sehnsucht der Menschen zunutze. Die häufigste Antwort bei allgemeinen Umfragen auf die Frage was denn das Ziel des Lebens sei, ist „ein glückliches Leben zu leben“ und „das Leben zu genießen“.

Gläser zitierte das „Glücksparadoxon“, wonach die Jagd nach Glück oft das Gegenteil bewirke. „Je mehr du nach Glück strebst, desto unwahrscheinlicher ist es, dass du es findest."  Er stellt Jesus als Mann der Freude vor, erinnert an biblische Szenen wie die Begegnung von Maria und Elisabeth, in deren Leib das Kind vor Freude hüpft, an die Botschaft des Engels: „Ich verkünde euch eune große Freude…“ „Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und eure Freude vollkommen wird“ (Joh. 15,11).


Christliche Freude, so Gläser, ist mehr als ein Gefühl – sie ist ein Zustand des Herzens. Chesterton bezeichnete sie als „gigantisches Geheimnis des Christen“. Anders als die Welt, die Freude in oberflächlichen Dingen sucht und die tiefe Fragen nur in die Verzweiflung und Traurigkeit führen kann , könne ein Christ inmitten von Trauer und Herausforderungen bleibende Freude finden, die auf dem Glauben an Gottes Liebe basiert. 

Gläser stellt drei Ebenen unserer Überzeugung nach dem Religionswissenschaftler Michael Novak vor:

Öffentlicher Glaube: Das, was wir sagen, dass wir glauben, oft beeinflusst von dem, was andere von uns erwarten.

Persönlicher Glaube: Das, was wir tatsächlich glauben und von uns selbst für wahr halten. Ein Beispiel: Petrus‘ Erklärung „Ich werde dich niemals verleugnen.“

Herzensglaube: Dieser tiefste Glaube, den wir wirklich leben, ist der, nach dem wir handeln – der wahre Glaube, den wir niemals verleugnen.

Die tiefste Wahrheit, die Jesus uns gezeigt hat, lautet: „Du bist geliebt und gewollt.“ Glaubst du das wirklich?

Timothy Keller bringt es auf den Punkt: „Wenn Jesus wirklich den Tod überwunden hat, dann wird alles gut.“ Jesus fragte Martha nach dem Tod ihres Bruders Lazarus: „Glaubst du das?“ Diese Frage soll uns nicht nur intellektuell herausfordern, sondern auch tief in unser Herz treffen. Jesus will unseren Herzensglauben erneuern – er fordert eine echte, persönliche Umkehr (Metanoia).

Aber wie kommen wir praktisch dorthin? Jesus möchte nicht nur, dass wir Freude haben, sondern dass wir zu freudvollen Menschen werden. Dieser Prozess ist aktiv – wir müssen bewusst an unserer Freude arbeiten und sie kultivieren. In der Bibel lesen wir immer wieder: „Freut euch!“ Freude sei laut Gläser eine Haltung, die wir als Christen bewusst entwickeln sollen. In seinem praktischen Ansatz empfiehlt er,  Freude aktiv zu kultivieren. Er verwies auf Philipper 4, wo der Apostel Paulus uns quasi eine „Anleitung zum Glücklichsein“ zeige:

1. „Sorgt euch um nichts… sondern bringt alles vor Gott“. Wir leiden oft unter Kontrollillusion.

2. Gebet und Flehen mit Danksagung. Das zu haben was wir wollen macht uns nicht glücklich, sondern das zu wollen was wir haben. 

3. Es ist eine Tatsache, dass Gefühle den Gedanken folgen. Das heißt für uns: Aufmerksamkeit auf das Gute.

Die Praxis der Freude, so Gläser, ist keine Selbstsuggestion, sondern eine Antwort auf Gottes Realität. Eine wichtige Frage lautet: Erlauben wir uns wirklich, glücklich zu sein, oder haben wir uns in der Opferrolle der Umstände verfangen? Schließlich betonte Gläser, dass Freude nicht nur den Stress reduziert, sondern auch körperliche Gesundheit fördert. Der Feind wolle uns die Freude rauben – aber die Freude, die wir in Jesus finden, ist eine Stärke, die uns in allen Lebenslagen trägt.

Abschließend lud Elias Gläser die Teilnehmer ein, die Tage der Konferenz als Beginn eines Lebens zu sehen, das auf der Freude gegründet ist, die Jesus schenkt.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gebetshaus Augsburg

  1. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  2. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  3. Ich bin Staatsanwältin – und ich bete
  4. "Der Wind dreht sich. Es gibt immer mehr Menschen, die sich die Frage nach Gott stellen"
  5. "Der Herr ist wirklich in diesen Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig"
  6. „Ich fragte mich: Welche Drogen hat er jetzt genommen?“
  7. "Finde heraus wie Gott ist und sag ihm das. Bleib nicht nur stehen beim Denken"
  8. Wenn das 'Drehbuch' schon vorher feststeht
  9. Gebetshaus Augsburg reagiert mit Stellungnahme auf ARD-Doku „Die hippen Missionare“
  10. Wer MEHR will, soll MEHR bekommen






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  3. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  4. Die Erzdiözese Wien hat ein Problem: Toni Faber, seine 'Freundin' und seine 100m2 Penthouse-Wohnung
  5. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  6. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  7. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  8. Klimakatastrophe völlig 'unplausibel': IPCC-Autoren korrigieren Szenarien
  9. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  10. Vertrauenskrise in der Kirche
  11. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  12. Proteste gegen Auftritt von Kardinal Marx
  13. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  14. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘
  15. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz