Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  3. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  4. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  5. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  6. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  7. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  8. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  9. So fühlt sich Nachhausekommen an
  10. Menschenrecht auf Abtreibung?
  11. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  12. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  13. Griechisch-orthodoxe Bischöfe üben scharfe Kritik an EU-Plänen zu Abtreibungsfonds
  14. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung
  15. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten

Der Glaube: kein ‚do ut des’. Die wahre Beziehung zu Gott

10. Oktober 2021 in Aktuelles, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: zunächst gilt es, sich von einem kommerziellen und mechanischen Glauben zu befreien, der das falsche Bild eines buchhalterischen und kontrollierenden Gottes, nicht eines Vaters, vermittelt. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Angelus mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz am 28. Sonntag im „Jahreskreis“: „Geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!“.

Die heutige Liturgie biete uns die Begegnung zwischen Jesus und einem Mann, der „hatte ein großes Vermögen hatte“ (Mk 10,22) und als „der reiche Jüngling“ in die Geschichte eingegangen sei (vgl. Mt 19,20-22). Das Markusevangelium spreche sogar von ihm als „einem Mann“, ohne sein Alter oder seinen Namen zu nennen, was darauf hindeutet, dss wir uns alle in diesem Mann wiederfinden könnten. Seine Begegnung mit Jesus ermögliche es uns nämlich, unseren Glauben zu prüfen, einen "Glaubenstest".

Der Mann beginne mit einer Frage: „was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ (V. 17). Der Papst rief dazu auf, die Verben zu beachten, die er verwende: tun müssen – haben. Das sei seine Religiosität: eine Pflicht, ein Tun, um zu bekommen: „Ich tue etwas, um das zu bekommen, was ich brauche, do ut des“. Aber dies sei eine Geschäftsbeziehung mit Gott, eine Gegenleistung, ein "do ut des". Der Glaube hingegen sei kein kaltes, mechanisches Ritual, ein „Muss“. Er sei eine Frage der Freiheit und der Liebe.


Hier liege ein erster Test: „Was ist Glaube für mich? Wenn es hauptsächlich eine Pflicht oder ein Druckmittel ist, sind wir auf dem Holzweg, denn das Heil ist ein Geschenk und keine Pflicht, es ist unentgeltlich und kann nicht gekauft werden. Zunächst gilt es, sich von einem kommerziellen und mechanischen Glauben zu befreien, der das falsche Bild eines buchhalterischen und kontrollierenden Gottes, nicht eines Vaters, vermittelt“.

Jesus – zweiter Schritt – helfe dem Mann, indem er ihm das wahre Gesicht Gottes zeige. Tatsächlich „sah er ihn an“ und „umarmte ihn“ (V. 21). Hier werde der Glaube geboren und wiedergeboren: nicht aus einer Pflicht, nicht aus etwas, das getan werden muss, sondern aus einem Blick der Liebe, der willkommen sei. So werde das christliche Leben schön, „wenn es sich nicht auf unsere eigenen Fähigkeiten und Pläne stützt, sondern auf den Blick Gottes“. „Ist dein Glaube müde und möchtest du ihn neu beleben?“, so der Papst: „suche den Blick Gottes: bete an, lass dir  vergeben, stehe vor dem Gekreuzigten. Kurzum: lass dich von ihm lieben“.

Nach der Frage und dem Blick folge – dritter und letzter Schritt – eine Einladung Jesu, der sage: „Eines fehlt dir noch“. Was fehle dem reichen Mann? Die Gabe, die Unentgeltlichkeit: „Geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!“.

Daran mangle es vielleicht auch bei uns: „wir tun oft nur das Nötigste, während Jesus uns auffordert, das maximal Mögliche zu tun. Wie oft begnügen wir uns mit unseren Pflichten - den Geboten und ein paar Gebeten, während Gott, der uns das Leben schenkt, uns um ein Lebenselan bittet“. Im heutigen Evangelium sähen wir diese Verlagerung von der Pflicht zur Gabe sehr gut. Jesus beginne mit der Erinnerung an die Gebote: „Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen...“. Dann komme er zu dem positiven Vorschlag: „Geh, verkaufe, gib, folge mir nach!“. Der Glaube könne nicht auf ein Nein beschränkt werden, denn das christliche Leben ist ein Ja, „ein Ja der Liebe“.

Ein Glaube ohne Gabe und Unentgeltlichkeit sei unvollständig. Wir könnten ihn mit einem reichhaltigen und nahrhaften Essen vergleichen, dem es an Geschmack fehle, oder mit einem gut gespielten Fussballspiel ohne Tor. Ein Glaube ohne Gabe, ohne Unentgeltlichkeit, ohne Werke der Nächstenliebe „macht am Ende traurig: wie der Mann, der, obwohl er von Jesus selbst mit Liebe betrachtet wurde, betrübt und traurig nach Hause ging.

„Heute können wir uns fragen“, so Franziskus abschließend: „Wo steht mein Glaube? Lebe ich es als etwas Mechanisches, als eine Beziehung der Pflicht oder des Interesses mit Gott? Erinnere ich mich daran, sie zu nähren, indem ich mich von Jesus anschauen und lieben lasse? Und wenn ich von ihm angezogen werde, antworte ich dann mit Unentgeltlichkeit, von ganzem Herzen?“.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Angelus

  1. Die Gnade der Eucharistie: essen und gesättigt werden
  2. Der Sinn von Christi Himmelfahrt. Zwei Handlungen: Ankündigung der Gabe des Geistes und Segen
  3. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch!
  4. Hören, kennen, folgen
  5. Die Zeit, mit Jesus neu anzufangen, mit ihm hinauszufahren
  6. Auch wir sind wie Thomas
  7. Die Wahrheit, die uns frei macht
  8. Bekehren wir uns vom Bösen, entsagen wir der Sünde!
  9. Die Verklärung und die Gnade der Wachsamkeit
  10. Die Versuchungen und der Kampf gegen das Böse






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  3. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  6. Australischer Forscher Andrew Lowenthal analysiert Zensur in Deutschland
  7. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  8. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  9. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  10. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  11. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  12. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  13. Menschenrecht auf Abtreibung?
  14. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  15. Papst Leo XIV: Meinungsfreiheit auch im Westen beschränkt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz