Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Bistum Hildesheim spricht ab jetzt in ‚geschlechtersensibler Sprache’!
  2. Petrusbruderschaft muss Dijon verlassen
  3. „Es ist nicht Aufgabe der Deutschen, die Ungarn politisch zu erziehen!“
  4. (K)eine Lebensschutzerklärung der Deutschen Bischofskonferenz?
  5. "Herr Bischof, Sie sind ein Schreibtischtäter und haben kein Herz für ungeborene Kinder!"
  6. Ist Joe Biden exkommuniziert?
  7. Papst: Pandemie zwingt zur Entscheidung zum Guten oder zum Bösen
  8. Woelki: „Es geht um Verantwortung. Und die übernehme ich, indem ich …“
  9. „Schon seit Wochen greifen bischöfliche ‚Mitbrüder‘ Kardinal Woelki öffentlich an“
  10. Wo stehen wir mit ‚Amoris laetitia’?
  11. Produktname ‚Afrika’ für Kekse ‚rassistisch’: Bahlsen muss Kekssorte umbenennen
  12. Neue Katechesenreihe: der Brief an die Galater
  13. Vatikan äußert Bedenken gegen Anti-Homophobie-Gesetz in Italien
  14. Menschenverachtung in Gottes Namen
  15. Neuer Franziskaner-Provinzial plädiert für offene Klöster

Ethikerin Susanne Kummer: Sterbehilfezahlen in der Schweiz sind "erschreckend"

19. Dezember 2020 in Prolife, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Schweizer Statistik: Zahl der Beihilfe zum Suizid bei Schweizern hat sich seit 2010 verdreifacht - Grenzen zwischen Selbstbestimmung, Druck von außen und Verleitung sind fließend


Wien (kath.net/Institut für Ehe und Familie (IEF) der Österreichischen Bischofskonferenz) Die Zahl der assistierten Suizide mit 1.176 Fällen hat sich in der Schweiz im Jahr 2018 gegenüber dem Jahr 2010 mehr als verdreifacht. Das geht aus den aktuellen Daten des Schweizer Statistischen Bundesamts hervor (Pressemitteilung, 14.12.2020). Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Anstieg 17 Prozent. Die Zahlen betreffen ausschließlich Personen, die in der Schweiz wohnhaft sind. Damit macht "Selbsttötung mit Hilfe von Dritten" als Todesursache im Jahr 2018 bereits 1,8% aller Todesfälle in der Schweiz aus. Die Zahl der Ausländer, die im Zuge des sog. "Sterbehilfe-Tourismus" in die Schweiz fahren, um sich mittels Suizid-Hilfe-Vereinen das Leben zu nehmen, sind darin noch nicht enthalten.

"Die Zahlen aus der Schweiz sind erschreckend: Wir sehen, dass sich in nur acht Jahren die Fälle von Selbsttötungen in Kooperation mit Suizid-Hilfe-Vereinen beinahe verdreifacht haben", sagt Ethikerin Susanne Kummer. Während die Zahl der Suizide seit 2010 mit rund 1.000 Fällen weitgehend konstant geblieben sind, kommen mit der Beihilfe zur Selbsttötung noch weitere 1.000 Suizide hinzu. "Leider bestätigt sich: Wo Beihilfe zum Suizid erlaubt wird, kommt es zu einer Vervielfachung. Suizid ist 'ansteckend', alleine in der Schweiz sehen wir dadurch eine Verdopplung der Suizid-Fälle."


Angesichts der Aufhebung des bisher geltenden Verbots in Österreich der "Beihilfe am Selbstmord"  durch den Verfassungsgerichtshofs stellen derartige Entwicklungen eine besondere Herausforderung für den Gesetzgeber dar. Jemand anderen zur Selbsttötung zu verleiten, bleibt strafbar (erster Tatbestand des § 78 StGB). Unter welchen Bedinungen "Beihilfe zum Suizid" in Österreich künftig erlaubt sein soll, ist noch offen. Entsprechende Regelungen und Schutzmaßnahmen gegen Missbrauch sollen innerhalb eines Jahres erlassen werden. Die Aufhebung der Beihilfe zum Suizid tritt mit 1. Jänner 2022 in Kraft.

Eine US-Studie hatte bereits 2015 gezeigt, dass durch die Legalisierung der Beihilfe zur Selbsttötung die Suizidrate insgesamt ansteigt. Frauen sind gefährdeter als Männer, Menschen mit Krebs oder Multi-Morbiditäten ab 65 Jahren gefährdeter als Jüngere. In der Schweiz zählen auch Menschen mit Demenz und Depression zu den Suizidopfern. Soziale Isolation und Einsamkeit sind bekannt als Risikofaktoren für Suizide.

"In der Schweiz wächst der Druck auf Altersheime und Krankenhäuser, ihre Tore auch für sogenannte Suizidhelfer zu öffnen", sagt Kummer. Die Grenzen zwischen dem Recht auf freie Selbstbestimmung, Druck von außen und Verleitung seien jedenfalls fließend. Im Kanton Tessin hatte sich 2016 das Parlament klar ausgesprochen: Es gebe kein Recht auf Suizidhilfe in Gesundheitseinrichtungen, entschied die Mehrheit der Abgeordneten.

Die größte und mit Abstand bekannteste Verein in der Schweiz ist der 1982 gegründete Verein Exit mit mehr als 100.000 Mitgliedern. Exit richtet sich nur an Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Die zweite große Organisation ist Dignitas, die auch Ausländer als Mitglieder hat. Dignitas hatte unmittelbar nach der Aufhebung des Verbots einer geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe angekündigt, ab nun seine Dienste für zahlende Mitglieder auch in Deutschland anzubieten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 SalvatoreMio 19. Dezember 2020 
 

Tiefe Ehrfurcht vor Gott -

ist Grundvoraussetzung dafür, dass wir uns nicht verrennen in den ethischen Fragen. Sie bewahrt davor, dass wir uns selbst zu Göttern machen. Ehrfurcht kann man nicht befehlen, aber vorleben, anhand der hl.Schrift erklären und in hl. Räumen (Gotteshaus) einüben. Hierfür wird fast nichts mehr getan. Man könnte "Selbstverständlichkeiten aufleben lassen: Kniebeuge in der Kirche, ehrfürchtig Schweigen und Gründe dafür benennen; all dies ist fast vergessen! Und in der Gesellschaft wird Gott totgeschwiegen. So ist er für viele eben auch nicht existent! Resultat all dieser Armseligkeit ist, dass wir uns immer mehr anmaßen, über Tod und Leben entscheiden zu dürfen.


3

0
 
 Anton_Z 19. Dezember 2020 

Tja, auch hier gilt wohl: Die Nachfrage regelt das Angebot.


4

0
 
 Rolando 19. Dezember 2020 
 

Fortsetzung

Wo wird denn bei Corona Leben gerettet? Es ist normale Behandlung wie bei allen vorjährigen Grippe-und grippeähnlichen Krankheiten, oft waren die Krankenhäuser am Limit oder überlastet, das war immer so. Durch die Überalterung werden die Sterbe und Krankheitsfälle sowieso mehr, warum schloß man heuer! im sog. „Pandemiejahr“ Kliniken, jedes Kind weiß doch, das die Erkältungskrankheiten im Herbst/Winter mehr werden. Doch den Abtreibungsopfern, Euthanasieopfern, Lockdown bedingten Selbstmorden, weltweiter Armutszunahme und dadurch mehr Todesfällen wird nicht gedacht, kein Ansatz diese zu reduzieren, also wo wird Leben geschützt, es gibt eher mehr Tote. Die Impfung rettet nicht, auch da wird der Schaden den angeblichen Nutzen übersteigen. Gegen Grippe wird jahrzehntelang geimpft, wo ist die Grippe, sie ist noch da, ebenso wird dieses ähnliche C-Virus dableiben. Man kann damit leben. Todesursachen gibts viele nicht nur Corona.


4

1
 
 Rolando 19. Dezember 2020 
 

SalvatoreMio

Ja, ich kenn die Antwort. Wenn man sich die Situation jetzt nach einem dreiviertel Jahr anschaut, haben wir eine enorme Krise des Großteils der Ärzteschaft und deren maßgeblichen Wissenschaftlern, in Verbindung mit den meisten Medien. Die Irrungen bei Lebensschutz, Frühabtreibungen, Abtreibungen, Euthanasie und Organspende sind so massiv, daß die Irrungen im Umgang mit der Coronasituation ihnen nicht mehr bewusst ist. Sie sind mittlerweile betrogene Betrüger, meist unbewusst. Ja, es mag Fädenzieher geben, doch kann man nicht abwägen und selbst denken? Wo der Glaube fehlt, geht der Respekt, die Achtung vor dem Leben zurück, selbst unsere sog. Ethiker irren großteils. Wo wird den be


4

1
 
 SalvatoreMio 19. Dezember 2020 
 

Antwort: Lasst uns die Gebote Gottes umschreiben!

@Rolando: die Antwort müssten Sie wissen: ein ungeborenes Kind zählt kaum als Mensch; Sie selbst dürfen sich töten; in der Kirche jedoch bringen Sie andere in Gefahr! - Ich gehe aber fest davon aus, dass unser Schöpfer das genau umgekehrt sieht. (Die Macher auf Erden sind aber mittlerweile wir Menschen! Das muss man bedenken).


4

0
 
 Salvian 19. Dezember 2020 

Schöne neue Welt: Suizid ist okay, Virusinfektionen sind ein Verbrechen

Vermutlich wird die Zahl der Suizide in der Schweiz und anderswo 2020 noch deutlich weiter in die Höhe schnellen. Umarmungen, Chorgesang, Paartanz, gemeinsames Feiern - alles, was Lebensfreude zum Ausdruck bringt, wurde im Namen einer höheren Moral "zum Wohle aller" geächtet, verboten, mit Bußgeldern belegt und in die Nähe von Tötungsdelikten gerückt. Isolierung und Vereinsamung werden dagegen mit allen Mitteln propagiert. Ein Ende dieses kollektiven Wahnsinns kann es eigentlich nicht geben, weil sich Viruserkrankungen niemals aus der Welt schaffen lassen werden. Wozu aber ist das Leben da, wenn man es nicht leben darf? Das nackte Leben bleibt mit den AHA-Regeln vielleicht etwas länger erhalten, der Lebenssinn bleibt aber auf der Strecke. Europa ist krank, sterbenskrank - aber die Diagnose lautet nicht Covid-19.


3

1
 
 Rolando 19. Dezember 2020 
 

Frage

Wenn meine staatlich garantiert „Freiheit“ so groß ist, das ich mein Kind im Mutterschoß töten (lassen) kann, das ich mich selbst das Leben nehmen (lassen) kann, wann ich will, warum darf ich dann keine Christmette um Mitternacht besuchen??


6

1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu









Top-15

meist-gelesen

  1. Bistum Hildesheim spricht ab jetzt in ‚geschlechtersensibler Sprache’!
  2. Menschenverachtung in Gottes Namen
  3. Kommen Sie mit - Familienwallfahrt ins Heilige Land mit P. Leo Maasburg - Oktober 2021
  4. Knien als Gewissenstraining - Die Champions League der Moralisten
  5. „Es ist nicht Aufgabe der Deutschen, die Ungarn politisch zu erziehen!“
  6. Orban: Welt steht Christen feindlich gegenüber
  7. "Herr Bischof, Sie sind ein Schreibtischtäter und haben kein Herz für ungeborene Kinder!"
  8. Papst Franziskus beruft Kardinal Müller ans Oberste Kirchengericht
  9. Petrusbruderschaft muss Dijon verlassen
  10. Woelki: „Es geht um Verantwortung. Und die übernehme ich, indem ich …“
  11. „Schon seit Wochen greifen bischöfliche ‚Mitbrüder‘ Kardinal Woelki öffentlich an“
  12. (K)eine Lebensschutzerklärung der Deutschen Bischofskonferenz?
  13. "In drei Wochen ist sie tot!"
  14. Schönborn: Im Vatikan gilt Medjugorje bereits als Heiligtum
  15. Nationaldirektor Päpstlichen Missionswerke, Wallner: Medjugorje ist der Missionshotspot für Europa

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz