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Ukraine: Priester gehören zu den Risikogruppen, die Schutz vor COVID-19 brauchen

14. Juni 2020 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Neues Hilfspaket von KIRCHE IN NOT für Priester und Ordensleute in der Ukraine


Wien-München (KIN)

Die Lage hat sich zwar etwas beruhigt, doch ist die Gefahr durch die COVID19-Pandemie  nicht verschwunden. In den mittel- und osteuropäischen Ländern sind die offiziellen Zahlen der Infizierten relativ gering, aber die tatsächlichen Zahlen liegen wesentlich höher, da diese Länder keinen Zugang zu zuverlässigen Tests haben. In der Ukraine ist das Gesundheitssystem sehr schlecht ausgestattet; die Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert werden, müssen meistens ihre Medikamente, notwendiges Verbandsmaterial und medizinische Grundausrüstung selbst mitbringen.

 

Priester halten weiterhin einen pastoralen Notdienst aufrecht, halten Beerdigungen, besuchen kranke und ältere Menschen, nehmen die Beichte ab und spenden die Krankensalbung. Damit werden sie folglich zur nächsthöheren Risikogruppe nach den Ärzten und dem Pflegepersonal. In der Ukraine wurden sieben Priester auf COVID-19 positiv getestet. Einer starb im Alter von 55 Jahren.

 

Zur Unterstützung des engagierten Dienstes durch ukrainische Geistliche in dieser Zeit der Pandemie stattet das Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) mehr als 2740 griechisch-katholische Priester und 1000 Mitglieder von Ordensgemeinschaften mit der notwendigen Schutzausrüstung aus: Sie erhalten Schutzmasken, Handschuhe, Desinfektionsmittel usw., damit sie sich angemessen schützen und die Ausbreitung der Infektion verhindern können. Ein weiteres, ähnlich gelagertes Projekt kommt 738 Priestern und 92 Seminaristen der katholischen Kirche des lateinischen Ritus zugute.


 

Bei den Ostergottesdiensten in den Kirchen selbst waren nur 2% der Gläubigen dabei. Die übrigen nahmen über soziale Netzwerke an der Liturgie teil. Zurzeit ist die Teilnahme an der heiligen Messe auf zehn Gläubige beschränkt. Obwohl die katholische Kirche des lateinischen wie des griechisch-katholischen Ritus die Einschränkungen der Regierung sehr ernst nehmen, können sich die Priester der Gesundheit der Seelen nicht verweigern.

 

Aus diesem Grund haben viele Geistliche unter Beachtung der Sicherheits- und Schutzmaßnahmen die Zahl der Heiligen Messen erhöht. Sie sind außerdem den ganzen Tag über in den Kirchen anwesend, um „die Gläubigen, die das Sakrament der Beichte oder der heiligen Kommunion empfangen möchten“, individuell zu betreuen, so Pater Mikolay Leskiv, ein Priester des lateinischen Ritus in Tscherwonohrad.

 

„In diesen schwierigen Zeiten müssen wir uns noch stärker um unsere Gläubigen kümmern und ihnen unseren Dienst auf dem Weg der Erlösung anbieten. Wir müssen allerdings auch für ihre Sicherheit in der Kirche sorgen. Ungeachtet der hohen Preise, die sich seit Beginn der Pandemie mehr als verzehnfacht haben, habe ich deshalb Desinfektionsmittel gekauft. Eine Flasche steht am Eingang der Kirche für die Gläubigen zur Verfügung. Eine weitere ist für den Priester bestimmt, der die heilige Kommunion austeilt, die neben dem Tabernakel aufbewahrt wird. Ich habe auch Schutzmasken für die Gläubigen besorgt, die nicht über die dafür notwendigen Mittel verfügten. Aber unsere Geldmittel sind begrenzt“, erklärt Pater Mikolay Leskiv.

 

Die Zeit der Quarantäne und des Lockdown geht zwar bald vorbei; die Vorschrift, eine Schutzmaske zu tragen, wird jedoch noch über Monate bestehen bleiben. Das mit Hilfe von KIRCHE IN NOT bereitgestellte Material wird voraussichtlich bis August reichen.


Das Sonderhilfepaket zur Linderung der COVID-Folgen in der Ukraine umfasst auch Unterstützung für den Lebensunterhalt von 150 Ordensfrauen aus 24 Ordensgemeinschaften in der Diözese Kamjanez-Podilskyj. Aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen und der COVID-19-Beschränkungen kann das Bistum trotz der von den Ordensfrauen in Pfarren, Waisenhäusern und Krankenhäusern geleisteten außerordentlichen Arbeit für ihren Lebensunterhalt kaum aufkommen.

 

Gerade in dieser Zeit haben viele von Arbeitslosigkeit, Armut, häuslicher Gewalt und Perspektivlosigkeit betroffene, insbesondere junge Menschen die Hoffnung verloren. Wegen der mangelnden Betreuung seitens der Regierung werden Priester und Ordensfrauen zu deren ersten Gesprächspartnern, weil Hunderte von Menschen mit jemandem reden müssen, dem sie vertrauen. Darüber hinaus werden Geistliche und Ordensleute oft vor Ort zu „Führungskräften“, die die Gemeinden anregen und ermutigen, Selbsthilfegruppen für Bedürftige, Kranke oder Gesundheitspersonal zu organisieren. "Kirche in Not" unterstützt daher drei Projekte zum Schutz und zur Unterstützung der „Seelenärzte“ in der Ukraine.

 

Foto: Mikolay Leskiv, Priester der katholischen Kirche in der Ukraine, teilt die Kommunion aus. Copyright: KIRCHE IN NOT


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Lesermeinungen

 lakota 16. Juni 2020 
 

@Schlegl

Danke Msgr. Schlegl für die zusätzliche Information, das sind doch gute Möglichkeiten und jeder Gläubige wird doch von sich aus darauf bedacht sein, seine Priester zu schützen.
"Kirche in Not" ist übrigens DIE Oragnisation, der ich bevorzugt Spenden zukommen lasse und wie ich hier wieder sehe mit Recht.


3
 
 SCHLEGL 15. Juni 2020 
 

Gelungene Seelsorge

In der Ukraine ist die Seelsorge noch gut aufgestellt. Der griechisch katholische Patriarch Svjatoslav hat zum Beginn der Coronakrise im TV eine Ansprache an die Gläubigen gehalten. Dabei hat der Patriarch ausdrücklich aufgefordert nur in den geringen Zahlen, mit Mundschutz in die Kirche zu kommen. Sofern vor der Kirche ein großer Platz war, konnte man aufgrund der Lautsprecher die Liturgie auch außerhalb der Kirche verfolgen. Manche Bischöfe/Priester haben bei gutem Wetter "Feldmessen" zelebriert. Der Patriarch forderte die Gläubigen ausdrücklich auf, wenn sie ein Sakrament erbitten, das Alter und den Familienstand des Priesters (ob verheiratet, oder nicht) zu bedenken. Kein Priester würde ein Sakrament verweigern, aber gefährdete (ältere oder vorerkrankte) Priester sollten geschützt werden, ebenso natürlich deren Familien. Den Mönchen kam so eine besondere Bedeutung zu.


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