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Das christliche Gebet und sein glühender Kern

13. Mai 2020 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Franziskus: gerade das christliche Beten ist nicht so sehr von der Furcht vor dem Geheimnis Gottes, als von der Vertrautheit mit dem Vater Jesu gekennzeichnet. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Generalaudienz in der Zeit der Seuche in Live-Streaming über Fernsehen und Internet aus der Bibliothek der ehemaligen Papstwohnung im Apostolischen Palast. Papst Franziskus setzte seine neue Reihe von Katechesen über das Gebet fort und wandte sich heute dem christlichen Gebet zu.

Das Gebet gehöre allen, den Menschen jeder Religion. Das Gebet sei allerdings nicht nur frommer Brauch. Die Gefühle beteten, ebenso der Verstand und auch der Körper bete. „Es betet doch immer der ganze Mensch“ (KKK 2562).

Das Gebet des Christen zeichne sich nun dadurch aus, dass es an ein konkretes „Du“ gerichtet sei. Denn Gott habe sich in den Heilsereignissen offenbart, die in der Liturgie vergegenwärtigt würden. Hier leuchte das sanftmütige Antlitz Gottes auf. Das Christentum sei so die Religion, die kontinuierlich die „Offenbarung“ Gottes, seine Epiphanie, feiere. Die ersten Feste des liturgischen Jahres seien die Feier dieses Gottes, der nicht verborgen bleibt, sondern der den Menschen seine Freundschaft anbietet.


Sicher, „niemand hat Gott je gesehen“, so das Johannesevangelium, aber „der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht“ (1,18). Christus stärke die Beziehung in unserem Beten, so dass wir vertrauensvoll Gott unseren Vater nennten und ihn um alles bitten, ihm alles erzählen dürften.

Gerade das christliche Beten „ist nicht so sehr von der Furcht vor dem Geheimnis Gottes, als von der Vertrautheit mit dem Vater Jesu gekennzeichnet“. Jesus habe uns Freunde genannt und uns alles vom Vater mitgeteilt (vgl. Joh 15,15).

In Christus bestehe ein Band zwischen Gott und den Menschen: „Wenn auch wir Menschen oft in unserer Liebe schwach werden, Gott bleibt doch treu und nimmt uns wieder auf“. In der Geste nehme Jesus im Abendmahlssaal das Geheimnis des Kreuzes vorweg. Gott sei ein treuer Verbündeter: wenn Menschen aufhören zu lieben, liebt er weiter, auch wenn die Liebe ihn nach Golgatha führt“.

„Versuchen wir alle, auf diese Weise zu beten“, so Franziskus abschließend, „und in das Geheimnis des Bundes einzutreten. Uns in Gottes barmherzigen Armen ins Gebet zu versetzen, uns von jenem Geheimnis des Glücks umhüllt zu fühlen, das das trinitarische Leben ist, uns als Gäste zu fühlen, die so viel Ehre nicht verdient haben. Und zu Gott im Staunen des Gebets zu wiederholen: wie ist es möglich, dass du nur Liebe kennst? Dies ist der glühende Kern jedes christlichen Gebets“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Herzlich grüße ich die Freunde deutscher Sprache. Die vielen Erweise der göttlichen Liebe sind eine starke Einladung an uns, zu allen Menschen, denen wir begegnen, freundlich zu sein, auch in diesen Zeiten, in denen das Leben uns zu einem etwas schwierigeren Zusammensein zwingt. Der Heilige Geist erfülle euch mit seiner Liebe und seiner Freude.


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