Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  2. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Die Krise des Bischofsamtes
  5. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  6. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  7. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  8. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  9. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  10. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  11. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  12. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  13. Der Realismus der Barmherzigkeit
  14. Wer ist Jesus Christus für mich? Der Glaube als tägliche Entscheidung
  15. Priester berichtet von Befreiung christlicher Sklaven in Pakistan

Faßmann kündigt Ethikunterricht für Schuljahr 2021/22 an

29. Februar 2020 in Jugend, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Österreichischer Bildungsminister: Zielgruppe sind "Religionsabmelder" und Konfessionslose der Sekundarstufe II, "weil diese Jugendlichen ... keine Möglichkeit zur gezielten Befassung mit Grundfragen des Lebens ... haben"


Wien (kath.net/KAP) Die schon von der ÖVP-FPÖ-Regierung geplante Einführung eines Ethikunterrichtes für "Religionsabmelder" und Konfessionslose soll unter Türkis-Grün "aufsteigend ab dem Schuljahr 2021/22" und somit ein Jahr später als ursprünglich geplant erfolgen. Das geht aus der ausführlichen Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage zur "Umsetzung des Ethikunterrichts" durch Bildungsminister Heinz Faßmann hervor, die die SPÖ im Dezember an seine Amtsvorgängerin Iris Rauskala gestellt hatte. Als Ziel nannte Faßmann, der Ethikunterricht solle Schüler "zu selbstständiger Reflexion im Hinblick auf Wege gelingender Lebensgestaltung befähigen, ihnen Orientierungshilfen geben und sie zur fundierten Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Lebens anleiten".
Aus der auf der Parlaments-Website www.parlament.gv.at veröffentlichten Beantwortung geht weiter hervor, dass das Bildungsministerium von rund 105.000 Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II ausgeht, die den Ethikunterricht besuchen werden. Diese Zahl sei freilich nur eine Schätzung, "da die jährlichen Abmeldungen vom Religionsunterricht nur schwer prognostiziert werden können". In den bisherigen Berechnungen sei immer auch die geschätzte Anzahl von bekenntnislosen Schülern berücksichtigt, hieß es weiter. Die generelle Einrichtung eines Gegenstandes Ethik auch für Volks- und Unterstufenschüler "ist derzeit nicht geplant", teilte Faßmann mit.

Auch Theologen mit im Boot


Aus seinem Text geht hervor, dass sich derzeit 425 Studierende an allen österreichischen Pädagogischen Hochschulen für den Ethikunterricht qualifizieren. Auf die Frage, "Wie stellen Sie sicher, dass der dann angebotene Ethikunterricht unabhängig vom Religionsunterricht unterrichtet wird?" antwortete der Bildungsminister, grundsätzlich bestehe keine rechtliche Einschränkung, Religionslehrkräften das Unterrichten von Ethik zu verwehren. Schon in der Vergangenheit hätten zahlreiche Religionslehrer eine Lehrbefugnis auch in Ethik erworben. Aus den Schulversuchsberichten haben sich laut Faßmann "keine Anhaltspunkte ergeben, die auf zu problematisierende Haltungen von Religionslehrkräften, die Ethik unterrichten, schließen ließen".

Dass die Kompetenz von katholischen Theologen auch bei der Erstellung der Ethik-Lehrpläne genützt wird, geht aus einer weiteren Antwort Faßmanns hervor: In der "Lehrplanarbeitsgruppe Ethik Sekundarstufe II" sitzt neben fünf anderen Fachleuten auch der Salzburger Religionspädagogik-Ordinarius Prof. Anton B. Bucher, für die wissenschaftliche Begleitung sorgen neben Prof. Hans Schelkshorn vom Wiener Institut für Christliche Philosophie auch der Philosoph Prof. Konrad Paul Liessmann und weitere zwei Expertinnen.

Keine Angaben machte Faßmann zur budgetären Abdeckung des Ethikunterrichts, "da das entsprechende Bundesfinanzgesetz und der entsprechende Finanzrahmen sowie der entsprechende Personalplan nicht beschlossen sind".
Warum sollen von der Einführung des Ethikunterrichts nur Schüler profitieren, die sich vom Religionsunterricht abgemeldet haben? Darauf antwortete der Bildungsminister, Zielgruppe seien deshalb "Religionsabmelder" und auch Konfessionslose, "weil diese Jugendlichen im Unterschied zu allen, die den Religionsunterricht besuchen, keine Möglichkeit zur gezielten Befassung mit Grundfragen des Lebens sowie unterschiedlichen ethischen, religionsgeschichtlichen u.ä. Fragestellungen im Unterricht haben".
Jedenfalls solle der Ethikunterricht durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen philosophischen, weltanschaulichen, kulturellen und religiösen Traditionen und Menschenbildern "einen Beitrag zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung leisten". Es gelte die Bereitschaft zu stärken, "Verantwortung für das eigene Leben und das Zusammenleben mit anderen in sozialen, ökologischen, ökonomischen, politischen und kulturellen Verhältnissen zu übernehmen".
Konkordat kein Hindernis für Pflichtfach Ethik

Die letzte SPÖ-Anfrage bezog sich auf das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Österreich und die Vereinbarkeit damit, ob der Ethikunterricht verpflichtend für alle angeboten würde, sofern das Fach Religion - mit Abmeldemöglichkeit - weiter an den Schulen unterrichtet wird. Faßmanns Antwort: Das Konkordat enthalte keine Bestimmung, die es untersagen würde, einen staatlichen Pflichtgegenstand Ethik für alle - unabhängig vom religiösen Bekenntnis der Schüler - einzurichten. "Allerdings erheben alle gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaft den Anspruch, ethische Werte und Fragestellungen in ihren Lehrplänen festgehalten zu haben und in ihrem Religionsunterricht zu vermitteln." Faßmann abschließend: "Die generelle Einrichtung eines Gegenstandes Ethik ist derzeit nicht geplant."

SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid hielt als Standpunkt ihrer Partei fest, dass Ethikunterricht nicht als "Minderheitenprogramm" geführt werden solle. Sie plädierte für einen Pflichtgegenstand Ethik für alle Schüler ab der Sekundarstufe 1, also für alle Zehn- bis 14-Jährigen.

Im März 2019 hatten Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bildungsminister Faßmann die Einführung des alternativen Pflichtgegenstands Ethik im Rahmen eines Pressetermins im BG/BRG Pichelmayergasse (Wien-Favoriten) präsentiert. Das vorgestellte Modelle wurde in der Folge u.a. von der Österreichischen Bischofskonferenz begrüßt. Noch im November 2019 ging man im Ministerium (der damaligen Übergangsregierung) vom planmäßigen Start des Fachs Ethik in der neunten Schulstufe in AHS und polytechnischen Schulen ab 2020/21 und im Folgejahr an BHS aus. Die jetzt geplante Verschiebung um ein Jahr ist auch dadurch bedingt, dass es dafür noch kein im Parlament beschlossenes Gesetz gibt.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Schule

  1. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  2. YouTube-Star "MrWissen2go" räumt Fehler bei Corona-Berichterstattung ein
  3. Erzbistum Hamburg: Eltern wehren sich gegen LGBT-Sexualkonzept in katholischen Schulen
  4. Berliner Studie: 41 Prozent der islamischen Neuntklässler geben religiösen Regeln Vorzug
  5. Öffentliche Wiener Mittelschulen: Jeder zweite Schüler ist Moslem
  6. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt
  7. Italien verbessert Kinderschutz
  8. Anmeldeformular für Volksschule mit sechs Möglichkeiten bei Angabe des Geschlechts
  9. Katholische Grundschule mit Unisex-Toiletten
  10. Brasilien: Gericht verbietet Hausunterricht






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Stift Heiligenkreuz: Abt Maximilian Heim tritt zurück
  3. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  4. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  5. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  6. US-Bischof Coakley: 'Wir haben noch nicht das letzte Wort zu Traditionis custodes gehört'
  7. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  8. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  9. Kopf der hl. Agatha zum 900. Jubiläum der Reliquienrückkehr gekrönt
  10. Spanischer Priester hilft mehr als 1.200 Personen, einen Ehepartner zu finden
  11. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  12. Warnung vor Unterwanderung des Westens: ‚Hört auf, Feigheit mit Toleranz zu verwechseln‘
  13. Polen: Bei Ford-Werbung fehlt ein markantes Gipfelkreuz – Absicht oder Versehen?
  14. Warum die Erzdiözese Seoul so viele Priesterberufungen hat
  15. Erzbischof von Sydney kritisiert TV-Sender wegen einseitiger Berichterstattung zu Sterbehilfe

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz