Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Franziskus verurteilt Traditionalismus in der Kirche
  2. Barmherzigkeit gegenüber „LGBTQ-Katholiken", Unbarmherzigkeit gegenüber Anhängern der "Alten Messe"?
  3. Damit verläßt die Dame eindeutig den Boden der Lehre der katholischen Kirche
  4. Kardinal Cupich ODER wie man 500 Gläubige vertreibt
  5. Nach orthodoxer Heiligsprechung Spannungen zwischen serbisch-orthodoxer und katholischer Kirche
  6. Luxemburgs Forderungen an die Universalkirche, oder: der deutsche Sonderweg färbt ab
  7. Das bundesdeutsche Bermuda-Dreieck der Großideologen
  8. „Eine Gesellschaft ohne Gott ist nicht denkbar, weil sie im Chaos versinken wird“
  9. Zwei Drittel der Deutschen sind für die sofortige Abschaffung der Kirchensteuer!
  10. „Gott ist mein Bräutigam“
  11. Opfer von „Nackt-Selfie-Bischof“ Zanchetta sind über Kloster-Hausarrest empört
  12. Pater Kraschl: Warum die gültige Taufformel verwendet werden muss
  13. Kirche muss reich an Glauben sein, nicht reich an Geld
  14. Gendern ist ideologisch, missachte gültige Regeln und produziere „sozialen Unfrieden“.
  15. Zahl der Abtreibungen sinkt in Polen auf 107

Endlich – Gott ist Mensch geworden

24. Dezember 2019 in Spirituelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Als die Zeit reif war, die schwierige Schwangerschaft der Menschheit mit Mythen zu Ende ging, wurde in Bethlehem, nach dem Glauben der Christen, der göttliche Logos Mensch und ist damit Geschichte geworden - Gedanken zu Weihnachten von Helmut Müller


Bethlehem (kath.net)
Als die Zeit reif war, die schwierige Schwangerschaft der Menschheit mit Mythen zu Ende ging, wurde in Bethlehem, nach dem Glauben der Christen, der göttliche Logos Mensch und ist damit Geschichte geworden. Das war ein weiter Weg voller Irrungen und Wirrungen.

In der griechischen Mythologie hatten Götter und Göttinen Vorfahren. Von den zwölf klassischen Göttern und Halbgöttern der Griechen waren Göttinen oder Menschenfrauen Mütter, Väter aber immer männliche Götter. Pallas Athene und Aphrodite hatten nach Hesiod unmittelbar nur Väter und keine Mütter. Die Göttin der Weisheit, Pallas Athene, war eine Kopfgeburt ihres Vaters Zeus, weil er ihre Mutter verschlungen hatte. Aphrodite, die Göttin der Liebe war eine Schaumgeburt aus Sperma und Blut ihres Vaters Uranos und wurde im Ozean, Okeanos geboren. Alle Erzählungen sind Mythos geblieben, keine hat es zum Logos geschafft, erst recht ist keine Geschichte geworden. Dafür haben die griechischen Anfänge der Philosophie gesorgt. Hesiod, der Schöpfer der bedeutendsten Theogonie hatte bei Platon keine gute Presse, weil an seinen Geschichten zu viel Mythos war und zu wenig Logos, bzw. diesem im Wege stand, wenn es um eine philosophische Ergründung von Gott und Welt ging.

Anders unsere Weihnachtserzählungen: Ganz ohne Frage begegnen auch sie uns in mythischem Gewand. Der Anfang des Johannesevangeliums macht aber deutlich: Die beiden Geburtsgeschichten bei Matthäus und Lukas können nicht als „Kopfgeburt“ mythischen Denkens der Evangelisten gedeutet werden. Bei dem Evangelisten Johannes heißt es nämlich: „Im Anfang war der Logos und der Logos war bei Gott und Gott war der Logos“ (Joh. 1,1). Bei Johannes hatte das Denken über Gott also schon so angefangen, wie es Platon sich von Hesiod gewünscht hätte. Logos scheint allerdings eine klassische „Kopfgeburt“ zu sein, woher anders kommen sonst Geist und Denken? Aber im gleichen Evangelium geht es dann weiter: „Und der Logos ist Fleisch geworden“ (Καὶ ὁ λόγος σὰρξ ἐγένετο). Das klingt mythisch und nach den Evangelisten Mt und Lk nimmt der Gottessohn unser Fleisch an, ohne jegliches männliche Sperma, allerdings in einem weiblichen Mutterschoß. Christen glauben, dass da etwas, was wie ein Mythos daherkommt, dem platonischen Ver-ständnis von Logos entspricht. Der ist dann Fleisch und Geschichte geworden. Einmal davon abgesehen, dass eine Reihe von Theologen wieder eine „Kopfgeburt“ daraus machen möchten, etwa dass die Geburtsgeschichten bloß im „Kopf“ der Evangelisten kreiert worden seien, feiern wir an Weihnachten die Geburt Christi aus dem jungfräulichen Schoß Mariens, was auch wieder mythisch klingt.

Allerdings ist aus diesem menschlichen Mutterschoß kein Halbgott geboren worden, sondern ein wahrer Gott, der in seinem Gottsein keine Vorfahren kennt, wie die griechischen Götter und in seinem wahren Menschsein keinen Vater, aber eine Genealogie hat, die die ganze menschliche Heilsgeschichte samt Unheil darin (Prostitution, Ehebruch, Vergewaltigung, Migration) umfasst. Aus diesem mythischen Gewand hat sich ein Logos herausgeschält und ist sogar Geschichte geworden, von der selbst Ernst Bloch, der an die Gottessohnschaft nicht glaubt, sagt: "Der Stall, der Zimmermannssohn, der Schwärmer unter kleinen Leuten, der Galgen am Ende, das ist aus geschichtlichem Stoff, nicht aus dem goldenen, den die Sage liebt" (Ernst Bloch, Prinzip Hoffnung, Frankfurt 1973, 1482) .



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Weihnachten

  1. Italienischer Bischof: ‚Den Weihnachtsmann gibt es nicht’
  2. Stammt die Komposition zu „Stille Nacht“ aus dem Volkslied „In an kloan Haus“?
  3. Christmette mit Papst Franziskus im Petersdom vorverlegt
  4. Neue christliche Weihnachtskarten bei „Kirche in Not“
  5. Trotz ‚Pandemie’ Krippe und Christbaum auf dem Petersplatz
  6. «Gott ist so anders, dass er sich selbst zu einem von uns macht»
  7. Zsifkovics: Krippe ist kürzeste und beste Weihnachtspredigt
  8. Et incarnatus est de Spiritu sancto ex Maria virgine
  9. Menschwerdung ist Eintritt der Ewigkeit in die Zeit
  10. Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren







Top-15

meist-gelesen

  1. Papst Franziskus verurteilt Traditionalismus in der Kirche
  2. Warum Sie am 2. April 2023 am Abend in Krakau sein sollten!
  3. DRINGEND - Bitte um Ihre Sommerspende für kath.net - DANKE!
  4. Barmherzigkeit gegenüber „LGBTQ-Katholiken", Unbarmherzigkeit gegenüber Anhängern der "Alten Messe"?
  5. Das bundesdeutsche Bermuda-Dreieck der Großideologen
  6. Damit verläßt die Dame eindeutig den Boden der Lehre der katholischen Kirche
  7. Kardinal Cupich ODER wie man 500 Gläubige vertreibt
  8. „Gott ist mein Bräutigam“
  9. Opfer von „Nackt-Selfie-Bischof“ Zanchetta sind über Kloster-Hausarrest empört
  10. Der Pfarrer von Ars und der Teufel
  11. Zwei Drittel der Deutschen sind für die sofortige Abschaffung der Kirchensteuer!
  12. Im Anfang war nicht das "Bischofswort"
  13. „Gender widerspricht sich selbst“
  14. Regens: Steigendes Interesse am katholischen Priesterberuf
  15. Ein Blick auf kirchliche Zahlen und Daten zeigt den Grad der Entfremdung

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz