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Das Profil des Bischofs

12. November 2018 in Aktuelles, 9 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: der Bischof – Diener und kein Fürst, Haushalter Gottes, nicht überheblich und jähzornig, kein Trinker, nicht gewalttätig, nicht habgierig, sondern besonnen, gerecht, fromm und beherrscht. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Die erste Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an Titus (Tit 1,1-9) stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Montag der 32. Woche im Jahreskreis, Festtag des heiligen Josaphat. Der Papst nutzte die Gelegenheit und die Worte des Apostelfürsten, um die Gestalt des Bischof abzuzeichnen, und versuchte, die Kriterien zu definieren, um in der Kirche für Ordnung zu sorgen.

„Glühender Eifer“ und „Unordnung“ waren die beiden Worte, die der Papst für die Wiedererzählung des Entstehens der Kirche nutzte. Dabei rief er auch die „bewundernswerten Dinge“ in Erinnerung, die vollbracht worden seien. „Es gibt immer Verwirrung“, so Franziskus, „die Kraft des Geistes, Unordnung, und wir dürfen uns nicht erschrecken“, denn: „dies ist ein schönes Zeichen“:

„Niemals entstand die Kirche völlig geordnet, alles in Ordnung, ohne Probleme, ohne Verwirrung, niemals. So entstand sie immer. Und diese Verwirrung, diese Unordnung muss behoben werden. Es ist wahr, denn die Dinge müssen in Ordnung gebracht werden. Denken wir zum Beispiel an das erste Konzil von Jerusalem: es gab den Kampf zwischen denen, die ‚judaisieren’ wollten, und denen, die dies nicht wollten... Erinnern wir uns gut daran: sie halten das Konzil und bringen die Dinge in Ordnung“.


Deshalb, betonte der Papst, lasse Paulus Titus auf Kreta zurück, um Ordnung zu schaffen, und er erinnere ihn daran, dass „das Erste der Glaube ist“. Gleichzeitig gebe er Kriterien und Anweisungen zur Gestalt des Bischofs „als Haushalter Gottes“:

„Die Definition, die er vom Bischof gibt, lautet: ein ‚Haushalter Gottes’, nicht der Güter, der Macht, der Seilschaften, nein: Gottes. Er muss sich immer selbst korrigieren und fragen: ‚Bin ich ein Haushalter Gottes oder ein Geschäftemacher?’. Der Bischof ist der Haushalter Gottes, er muss unbescholten sein: dieses Wort ist dasselbe, worum Gott Abraham gebeten hat: ‚Geh vor mir und sei untadelig’ (Gen 17,1). Es ist ein Gründungswort, das Wort eines Oberhauptes“.

Franziskus rief weiter in Erinnerung, wie ein Bischof nicht sein sollte. Weder überheblich noch hochmütig, nicht jähzornig und kein Trinker, eines der häufigsten Laster in der Zeit des Paulus, kein Geschäftemacher noch am Geld hängend. „Ein Unglück für die Kirche“, so der Papst, "ein derartiger Bischof", selbst wenn er nur einen dieser Fehler hätte. „Gastfreundlich, das Gute liebend; besonnen, gerecht, fromm und beherrscht, einer, der sich an das zuverlässige Wort hält, das der Lehre entspricht, damit er in der Lage ist, in der gesunden Lehre zu unterweisen und die Widersprechenden zu überführen“ (V. 8-9): dies seien die Besonderheiten des Dieners Gottes:

„So ist der Bischof. Das ist das Profil des Bischofs. Und wenn die Nachforschungen zur Wahl der Bischöfe durchgeführt werden, wäre es schön, diese Fragen zu Beginn zu stellen, um zu wissen, ob in weiteren Nachforschungen vorangegangen werden kann. Vor allem aber sehen wir, dass der Bischof demütig, sanftmütig sein muss, Diener, nicht Fürst. Das ist das Wort Gottes. ‚Ah, ja, Pater, das ist wahr, das muss so nach dem II. Vatikanum geschehen...’ – ‚Nein, nach Paulus!’. Es ist keine nachkonziliare Neuheit. Das war von Anfang an so, als die Kirche erkannte, dass sie mit Bischöfen dieser Art für Ordnung sorgen musste“.

„In der Kirche", so der Papst abschließend, „kann man ohne diese Haltung der Bischöfe keine Ordnung schaffen“. Was vor Gott zähle, sei nicht, sympathisch zu sein, gut zu predigen, sondern die Demut und der Dienst. Franziskus erinnerte an den heutigen Gedenktag des heiligen Josaphat, Bischof und Märtyrer, und bat um Gebete für die Bischöfe, damit „sie so seien, damit wir so sind, wie Paulus von uns fordert“.

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