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Streit in Evangelischer Allianz über Nähe zum Papst

7. November 2017 in Weltkirche, 13 Lesermeinungen
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Thomas Schirrmacher und der Botschafter der Evangelischen Allianz am Vatikan, Johnson: „Uns wurde vorgeworfen, in eine spirituelle Union mit dem Antichristen einzutreten“.


Bonn (kath.net) „Uns wurde vorgeworfen, in eine spirituelle Union mit dem Antichristen einzutreten“, „einige Evangelikale weigerten sich, an Treffen mit uns teilzunehmen, weil wir Papst Franziskus die Hand gegeben haben.“ Das schreiben Bischof Thomas Schirrmacher, stellvertretender Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (im Foto mit Papst Franziskus), sowie Thomas K. Johnson (Rom), Botschafter der Evangelischen Allianz beim Vatikan, in einem Grundsatzbeitrag. Das berichtete die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Eine respektvolle Zusammenarbeit mit Vertretern der katholischen Kirche sei nötig, dies bedeute aber nicht, eigene theologische Überzeugungen aufzuweichen oder zu ändern, vertraten die beiden Autoren des Textes weiter. Sie betonten, dass man eng mit Vertretern anderer Konfessionen befreundet sein und trotzdem skeptisch gegenüber einzelnen theologischen Auffassungen bleiben könne. Doch sei das Zeigen innerchristlicher Geschlossenheit nötig, um auch Außenstehende auf den christlichen Glauben und die Botschaft der Bibel aufmerksam zu machen.

Außerdem erklärten die beiden evangelikalen Theologen, dass die größte Gefahr für die Lehre von der Rechtfertigung allein aus Gnade nicht die römisch-katholische Kirche darstelle, sondern vielmehr aus Debatten unter Protestanten und Evangelikalen rühre. Sie kritisierten hier seitens mancher Protestanten u.a. Unkenntnis der Bibel sowie Lehren, die die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes kleinredeten oder ganz verneinen würden. Demgegenüber lehre inzwischen der Papst die Rechtfertigung des Menschen aus dem Glauben, berichtete „idea“ weiter.

Heute seien die theologischen Differenzen zwischen den Katholiken und den Protestanten andere als zu Reformationszeiten. Beispielsweise sei die katholische Marienverehrung gegenwärtig ein größeres Hindernis als noch zu Zeiten Martin Luthers.

Weiterführender Link: kath.net-Artikel, -Beiträge und -Interviews von und über Prof. Schirrmacher

Prof. Schirrmacher und Papst Franziskus am 31.10.2016 bei der Eröffnung des Reformationsgedenkjahres in Lund, Schweden


Foto oben: Prof. Thomas Schirrmacher und Papst Franziskus Foto (c) Thomas Schirrmacher/Osservatore Romano


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Lesermeinungen

 Kurti 8. November 2017 
 

@Rolando

Vor etwa 15 Jahren hat Kardinal Bergoglio aber kritischer über Luther gesprochen als er das heute tut. Luther hat sich ja wohl seither nicht geändert im Grab oder doch? Das zeigt doch: Was der Papst heute sagt und das ist auch an seinen politischen Stellungnahmen zu sehen wie zur Flüchtlingsfrage beispielsweise, kann er morgen schon wieder anders sehen.


1
 
 Rolando 8. November 2017 
 

Der Papst ist über Luther falsch informiert

Die Wahrheit über Luther kennen nach 500 Jahren Lügen nur wenige, selbst seine Anhänger nicht. Mal bei der Gustav- Siewert Akademie schlau machen, einzige authentische Lutherforschung.


3
 
 Federico R. 8. November 2017 
 

Wenn man obigen kath.-net-Artikel liest, ...

... muss man sich doch allen Ernstes fragen, mit wem eigentlich die r.-k. Kirche ökumenische Gespräche führen und eventuelle Vereinbarungen zu treffen gedenkt. Eine Luther-Büste im Vatikan, eine Reformationsjubiläums-Briefmarke der Vatikanpost und was noch alles an Sonderbarem – wen sollte es erfreuen? Evangelische Christen, die sich wohlbegründet aus ihrer Konfession verabschieden, um vielleicht in der kath. Kirche eine neue Heimat zu finden, ganz sicher nicht. Überzeugte, glaubensfeste Katholiken ganz sicher auch nicht. Sicher gefällt’s aber Pp. Franziskus und seinen engsten Beratern. Das jedenfalls könnte eine gar „lustige“ Fotomontage rüberbringen, die Radio Vatikan bereits im Vorfeld des Reformationsjubeljahres veröffentlicht hatte. Sie zeigt einen breit lachenden Franziskus im bekannten Luther-Outfit. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hatte die Montage am 4.11.2016 mit folgender Bildunterschrift veröffentlicht: „Dass Papst Franziskus Luther gut findet, ist bekannt. Aber gleich so?“


3
 
 Zeitzeuge 7. November 2017 
 

Custos quid de nocte?

Nochmals empfehle ich bzgl. der sog.
"Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre"

das sehr wichtige Büchlein von

Scheffczyk-Reckinger: Teilkonsens mit vielen Fragezeichen, 82 S., neu bei EOS
für 5,00 EUR



Im übrigen gilt

"Allein den Betern kann es noch gelingen!"


2
 
 Chris2 7. November 2017 
 

Papst und "sola fide"

@Zeitzeuge: Da steht's. Schwarz auf weiß. Und das "pecca fortiter", denn da Gott ja ganz besonders den kräftigen Sünder liebt, kommt der ja auch eher in den Himmel als ein allwöchentlicher Kirchgänger, der die Gebote zumindest einzuhalten versucht. Und jetzt schweige ich für heute...

kath.net/news/mobile/61562


3
 
  7. November 2017 
 

@ Stefaninos

Es mag Gehässigkeiten von beiden Seiten geben,
Aber in der medialen Welt stammenm sie von
Agnostikern oder sollte ich besser Atheisten sagen.


1
 
 Hadrianus Antonius 7. November 2017 
 

Tohuwabohu

1. Wie aus den zahlreichen Predigten und Aussagen und Texten von P. Franziskus zu lesen und zu hören, wird inzwischen NICHT " die Rechtfertigung des Menschen aus dem Glauben gelehrt", sondern wohl die Rettung aller aus der Misericordia.
Das ist etwas total Anderes.
Es wundert mich überhaupt nicht, daß bestimmte protestantische Denominationen da auf die Barrikaden gehen; viel mehr verwunder mich, daß diese 2 protestantische "Theologen" (einer davon noch am Vatikan verbunden) so insuffizient informiert sind (Was mache die eigentlich die ganze Zeit?)
2. Was betrifft "Antichrist": da hat nun Martin Luther selbst, der in den letzten Wochen so in Himmel hochgelobt wurde (noch wohl mit jenem nicht besonders flattierendem karminbraunen glänzenden Postür), erhebliche Vorarbeit geleistet.
Die prot. Rebellen haben jedoch nicht unrecht, daß "Ipse harmonia est" NICHT in der Hl. Schrift vorkommt.


5
 
 Herbstlicht 7. November 2017 
 

gespalten

Ich gebe zu:
Zu den Protestanten -wohlgemerkt vertreten durch ihre Institutionen, nicht den einzelnen gegenüber- habe ich ein gespaltenes Verhältnis.

Einerseits ist da die EKD, die ich nur noch als beliebig wahrnehme und dazu mehr politisch als christlich.
Beispiel: Neben den Beifallstürmen für den Gastredner Obama gab es auf dem letzten ev. Kirchentag auch für die Sado-Maso-Szene die Möglichkeit, sich durch einen Stand der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Andererseits die bibeltreuen Christen, denen der Glaube wirklich sehr wichtig ist, für die aber nur Luther und seine Aussagen gelten.
Dass seine Aussagen teilweise mehr als grenzwertig sind, ist bekannt, kann aber offensichtlich seinen Heiligenschein kaum beschmutzen.
Kann es eine zersplittertere Gruppe wie die evangelischen Christen geben?

Ökumene also mit welcher Gruppe von Protestanten.
Eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den Orthodoxen kann ich mir dagegen gut vorstellen.


13
 
 Federico R. 7. November 2017 
 

"... weit mehr Gehässigkeit ..."

... konstatiert Stephaninus in seinem Posting. Dazu meine (rein rhetorische) Frage: Was ist "Gehässigkeit", und was ist der Unterschied zu "Klartext reden"?. Da könnte/müsste man schon auch unterscheiden.


7
 
 SpatzInDerHand 7. November 2017 

@Stephaninus: Ich kann Ihnen leider nicht ganz zustimmen.

Ich kenne leider auch äußerst ungute Gehässigkeiten von Katholiken gegen nichtkatholische Christen!


4
 
 Zeitzeuge 7. November 2017 
 

Papst lehrt sola de fide?? - andere "Differenzen" als zu Luthers Zeit??

Jetzt warte ich doch einmal gespannt auf
die Reaktionen hier auf diese Behauptungen?


9
 
 Stephaninus 7. November 2017 
 

Grundsätzlich

gibt es weit mehr Gehässigkeit aus evangelischen Kreisen gegen die katholische Kirche als umgekehrt. Das ist schlichtweg Fakt. Freilich hat das auch damit zu tun, das es keine einheitliche, verbindliche Doktrin evangelischerseits gibt.


11
 
 girsberg74 7. November 2017 
 

Frage:

Geht's noch?


8
 

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