Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  2. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  3. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  4. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  7. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  8. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  9. Die Stunde der Heuchler
  10. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  11. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  12. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition
  13. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  14. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  15. Einzugstermin für Papst Leo XIV. im Vatikan weiter offen

Dogmen der Moderne

22. August 2017 in Kommentar, 24 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wir erleben seit dem Verdunsten des Christentums kein Heranwachsen geistiger Freiheiten, sondern wie in vielen Jahrhunderten nur den Stabwechsel von einer moralischen Macht zur anderen - Diakrisis am Dienstag von Giuseppe Gracia


Chur (kath.net)
Eine beliebte Platitüde unserer Zeit lautet, dass die Gesellschaft durch den geringeren Einfluss von Kirche und Religion freier und kritischer geworden sei. Trotzdem erleben wir seit dem Verdunsten des Christentums kein Heranwachsen geistiger Freiheiten, sondern wie in vielen Jahrhunderten nur den Stabwechsel von einer moralischen Macht zur anderen.

Inzwischen ist die moralische Macht weniger zentral und fassbar wie zu Zeiten des römischen Senats. Es herrscht eher eine frei schwebende, digitale Schwarmintelligenz, die aber nicht weniger Einfluss hat. Die Konformität des Denkens und das Aneignen mehrheitsfähiger Meinungen scheinen heute sogar besonders ausgeprägt. Durch die sozialen Medien werden menschliche Angelegenheiten öffentlicher und transparenter, was den Anpassungsdruck erhöht. Gedanken zu vertreten, die deutlich anders sind als andere und die möglicherweise derart auffallen, dass sie der Karriere schaden, gilt eher als Dummheit denn als Ausdruck persönlicher Freiheit. War es früher das kaiserliche oder religiöse Denken, das Dogmen vorgegeben hat, so übernehmen dies heute Opinion Leaders aus Medien, Politik und Kultur.


Zu beobachten ist das etwa beim Thema Ökologie. Dazu meinte Professor Silvio Borner der Universität Basel kürzlich in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), der Klimawandel sei „zum religiösen Ersatz für die Hölle verkommen“. Der Professor hat recht. Bei diesem Thema herrscht ein Dogma, das sich so zusammenfassen liesse: „Der globale Klimawandel ist menschengemacht. Die Natur liegt in unsrer Hand, nicht umgekehrt.“ Wer an diesem Dogma öffentlich zweifelt, gilt als Klimaleugner und Naturfeind.

Ein anderes Beispiel wäre das Thema Islam. Hier lautet das Dogma: „Terroranschläge, Unterwerfung der Frau, Christenverfolgung und Judenhass haben nichts mit dem Islam zu tun. Das ist ein Missbrauch der Religion für einen politischen Kampf gegen den Westen, den wir übrigens selber verursachen (Kolonialismus, Nahostpolitik, Waffenindustrie).“ Wer an diesem Dogma öffentlich zweifelt, gilt als Feind des Islam und der friedlichen Koexistenz der Kulturen.

Überhaupt die Migrationspolitik. Hier lautet das Dogma: „Migranten sind Opfer des westlichen Imperialismus. Deswegen müssen wir möglichst viele aufnehmen, als Wiedergutmachung und als Bereicherung unserer Monokultur.“ Wer an diesem Dogma öffentlich zweifelt, gilt als Rassist und Neofaschist.

Es gibt kaum ein umstrittenes Thema, bei dem das Abweichen vom herrschenden Dogma ungestraft bleibt. Oft erfolgt der Ausschluss aus der Glaubensgemeinschaft weltoffener Humanisten. In der Regel vermindert das alle Chancen auf eine höhere Position in Politik, Kultur und Bildung.

Das sind natürlich Tatsachen, die niemand gern zugibt. Aber das spielt keine Rolle. Entscheidend ist nicht, was die Leute zugeben, sondern wie sie handeln. Wobei es einfach zu beobachten ist, dass sich die meisten Menschen im öffentlichen Raum an die geltenden Dogmen halten und persönliche Risiken meiden. Helden der Freiheit überlässt man lieber dem Kino.

Giuseppe Gracia (49) ist Schriftsteller und Medienbeauftragter des Bistums Chur.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

BeneDicta

  1. Hoffnung schlägt Optimismus
  2. Kirche zwischen Riss und Rückbindung
  3. Freu dich, Gott liebt dich
  4. 'Sommer ist, was in deinem Kopf passiert'
  5. Denn der Glaube ist kein Leistungssport
  6. Das Glück dieser Welt kauft man nicht mit Geld
  7. Herabsteigen in die „Tiefe unseres Seins“
  8. Lächle einen Menschen an, der dich nervt!
  9. Die mächtige Realität des himmlischen Shalom
  10. Ostern: Mit der Seele im Himmel






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  7. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  8. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Die Stunde der Heuchler
  11. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder
  12. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  13. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  14. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon
  15. Einzugstermin für Papst Leo XIV. im Vatikan weiter offen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz