Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  2. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  3. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  4. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  5. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  6. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  7. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  8. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  9. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  10. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  11. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  12. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  13. Frust beim Klima-Kleber-Jesuiten
  14. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  15. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang

Nach Verhaftung wegen transkritischer Beiträge - Debatte um Meinungsfreiheit in Großbritannien

9. September 2025 in Chronik, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Mehrheit der Kommentare zur Verhaftung des Komikers Graham Linehan sieht das Vorgehen der Polizei beziehungsweise die herrschende Rechtslage kritisch. Premier Starmer bekennt sich zur langen Tradition der Meinungsfreiheit in seinem Land.


London (kath.net/jg)
Die Verhaftung des Komikers Graham Linehan am Flughafen London/Heathrow durch fünf bewaffnete Beamte und sein anschließendes Verhör (siehe Link) haben zu zahlreichen Reaktionen aus Politik und Medien geführt und die Debatte um die Meinungsfreiheit in Großbritannien intensiviert, berichtet die österreichische Tageszeitung Die Presse.

Linehan war am 1. September aus den USA kommend nach seiner Landung verhaftet worden, weil er im April dieses Jahres auf dem Kurznachrichtendienst X drei Beiträge veröffentlicht hat, in denen er die Transgender-Bewegung scharf kritisierte.

Der Komiker und Schriftsteller, der unter anderem an der Entwicklung von Serien wie „Father Ted“ und „The IT Crows“ beteiligt war, ist mittlerweile gegen Kaution wieder auf freiem Fuß und hat auf seinem Blog auf Substack seine Verhaftung und das anschließende Verhör beschrieben.


Linehans Verhaftung bracht eine neue Facette in die ohnehin bereits intensiv geführte Debatte um die Meinungsfreiheit in Großbritannien. Die meisten Kommentatoren sehen das Vorgehen der Behörden kritisch. Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting von der Labour-Partei forderte, dass die Gesetze über Online-Kriminalität „in Augenschein genommen“ werden sollten. Er warnt vor einer zu scharfen Regelung. Wörtlich sagt er: „Wenn es um Redefreiheit geht, ist der Kontext entscheidend. Wir müssen als Gesetzgeber sehr vorsichtig vorgehen, wenn es um die Grenzen der Meinungsfreiheit geht.“

Premierminister Keir Starmer schaltete sich ebenfalls in die Debatte ein und forderte klare Prioritäten: „Ich habe von Anfang an deutlich gemacht, dass wir sicherstellen müssen, dass sich die Polizei auf die schwerwiegendsten Probleme konzentriert, auf die Themen, die für unsere Wahlkreise und alle Gemeinschaften am wichtigsten sind. Wir haben in diesem Land eine lange Tradition der Meinungsfreiheit. Darauf bin ich sehr stolz, und ich werde sie immer verteidigen.“

Selbst Mark Rowley, der Chef der Met Police, äußerte sich kritisch zur Verhaftung Linehans. Seine Beamten hätten zwar „berechtigten Grund“ zu der Annahme gehabt, dass der Komiker mit seinen Beiträgen gegen das Strafrecht verstoßen habe, sagte er, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass es die herrschende Rechtslage für die Beamten nicht gerade einfach mache. Wörtlich sagte er: „Ich glaube nicht, dass wir toxische Debatten aus Kulturkämpfen polizeilich überwachen sollten, und die Beamten finden sich derzeit in einer unmöglichen Lage wieder.“ Mehr rechtliche Klarheit würde es der Polizei ermöglichen, „die Ressourcen, die wir der Verfolgung von Online-Äußerungen widmen, auf jene Fälle zu beschränken, die im wirklichen Leben echte Bedrohungen darstellen.“

Die britische Zeitung The Guardian berichtet, dass die Polizei von London derzeit Gespräche mit der Staatsanwaltschaft führt. Letztere wird darüber entscheiden, ob sie gegen Linehan Anklage erhebt.

Linehan plant laut Medienberichten, seinerseits die Met Police wegen seiner Verhaftung zu klagen. Derzeit muss er sich in einem anderen Fall vor Gericht verantworten. Ihm werden Belästigung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Er soll das Handy einer Trans-Aktivistin, die er zuvor über soziale Medien attackiert hatte, bei einer Begegnung absichtlich aus der Hand geschlagen und beschädigt haben. Linehan bekannte sich vor Gericht nicht schuldig.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Meinungsfreiheit

  1. Finnische Politikerin Räsänen ficht Verurteilung wegen ‚Volksverhetzung‘ vor EGMR an
  2. Fluglinie zahlt Stewardess fast eine Million Dollar nach Kündigung wegen pro-life-Ansichten
  3. US-Stadt Louisville zahlt 800.000 Dollar an christliche Fotografin
  4. Ehemalige finnische Innenministerin Räsänen: „Was haben SIE in den letzten Jahren geschrieben?“
  5. „Meldestellen? … Diese Einrichtungen sind so komplett überflüssig!“
  6. Katholische Bischöfe Kanadas: Gesetz gegen "Hass" gefährdet Religionsfreiheit
  7. Christliche Organisation ADF unterstützt X bei Berufung gegen DSA-Strafe

Großbritannien

  1. König Charles III. nicht mehr ‚Verteidiger des Glaubens‘?
  2. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  3. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  4. Pastor in London wegen Straßenpredigt verhaftet: Vorwurf der „Hassrede“ nach Kritik am Islam
  5. Reform UK will Umwandlung von Kirchen in Moscheen verbieten
  6. Britisches Oberhaus stimmt für Abtreibungen bis zur Geburt
  7. Großbritannien: Christlicher Pastor wegen Kritik am Islam und an Transgender verhaftet






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  5. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  6. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  7. "Die meisten kommen wegen der Sozialleistungen"
  8. Frust beim Klima-Kleber-Jesuiten
  9. Grösse
  10. Angeklagt, weil er einen schismatischen Bischof nicht rehabilitierte: Armeniens Patriarch Karekin II
  11. Scharfe innerorthodoxe Kritik an Kyrills Atomwaffen-Predigt
  12. „Ich spüre die Berufung zu pilgern“ – Andrzej Kurek pilgert seit 65 Jahren nach Tschenstochau
  13. Salzburg: Opernstar bereitete Franziskus-Rolle im Kapuzinerkloster vor
  14. Ceuta: Integrationsministerin Bauer fordert mehr Außengrenzschutz und effektive Rückführungen
  15. ALfA startet „von-Galen-Projekt“ zum 85. Jahrestag der Predigt von St. Lamberti

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz