Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  3. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  4. Tantum ergo Sacramentum
  5. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  6. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  7. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  8. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  9. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  10. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  11. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  12. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  13. Spannungen hinter den Kulissen: Papst lehnt gemeinsamen Auftritt mit Macron in Notre-Dame ab!
  14. US-Bischof weitet Angebot an tridentinischen Messen in seiner Diözese aus
  15. Der Name 'Maria' - Ein „bitteres Meer“ und Schrecken der Dämonen

Katholische Bischöfe Kanadas: Gesetz gegen "Hass" gefährdet Religionsfreiheit

21. März 2026 in Chronik, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Das Zitieren bestimmter Passagen der Bibel könnte strafbar werden, selbst wenn es im Rahmen religiöser Veranstaltungen oder friedlicher Diskussionen geschieht, befürchten Kritiker des Gesetzesvorschlags.


Ottawa (kath.net/LifeSiteNews/jg)
Kanadas Bill C-9, auch bekannt als Combatting Hate Act (dt. „Gesetz zur Bekämpfung von Hass“), ist ein Gesetzesvorhaben der Liberalen Regierung unter Premierminister Mark Carney, das Änderungen am Strafgesetzbuch vornimmt, um Hassrede und Hasskriminalität stärker zu bekämpfen.

Das Gesetz wurde bereits im September 2025 eingebracht und erweitert die Definition von Hasspropaganda, indem es nur noch „detestation or vilification“ (Verabscheuung oder Verunglimpfung) erfordert, statt beides wie zuvor. Es führt neue Straftatbestände ein, etwa für Einschüchterung, die den Zugang zu religiösen oder kulturellen Orten behindert, und erleichtert Verfolgungen, weil die Polizei nicht mehr auf die Zustimmung des Generalstaatsanwalts angewiesen ist.


Besonders kontrovers ist die Entfernung der sogenannten religiösen Verteidigung (good faith religious defence) aus § 319(3)(b) des Strafgesetzbuches. Diese Klausel schützte bisher Äußerungen, die auf religiösen Texten beruhen und in gutem Glauben geäußert werden. Kritiker – darunter christliche Organisationen, die katholische Bischofskonferenz von Kanada und konservative Abgeordnete – warnen, dass dies das Zitieren biblischer Passagen, zum Beispiel zu Homosexualität aus Levitikus oder Deuteronomium, kriminalisieren könnte, selbst in Predigten, Bibelstudien oder friedlichen Debatten. Sie sehen darin einen Angriff auf die Religions- und Meinungsfreiheit.

Ein von der Bloc Québécois eingebrachter und mit Stimmen der Liberalen angenommener Änderungsantrag im Justizausschuss hat diese Schutzregelung entfernt. Ein Gegenantrag des konservativen Abgeordneten Andrew Lawton, welcher die Verwendung in religiösen Kontexten, Gottesdienste, Predigten und friedliche Diskussionen explizit schützen sollte, wurde von liberalen Abgeordneten abgelehnt – teilweise unter Gelächter im Ausschuss.

Die Regierung hat im März 2026 ein Verfahren eingeleitet, um die Debatte im Ausschuss und im Unterhaus zu beenden und das Gesetz zu beschleunigen: Eine Motion stoppte die anhaltende Verzögerungstaktik der Konservativen (Filibuster), sodass Änderungen ohne weitere Diskussion abgestimmt werden können. Liberale und Bloc Québécois stimmten geschlossen dafür, während Konservative, NDP und einzelne andere dagegen waren.

Befürworter argumentieren, das Gesetz schütze gefährdete Gruppen (einschließlich LGBT-Personen) vor Hass und Gewalt, ohne echte Religionsfreiheit zu gefährden. Bestehende Gesetze reichten dafür nicht aus. Kritiker halten es für überflüssig und gefährlich, da es vage Begriffe wie „Hass“ und „Furcht“ einführt und religiöse Äußerungen unter Generalverdacht stellt.

Obwohl das Gesetz noch nicht verabschiedet ist, hat es bereits heftige Debatten über den Balanceakt zwischen Hassbekämpfung und Religionsfreiheit ausgelöst. Viele religiöse Gruppen und Bürgerinitiativen fordern den Rückzug oder grundlegende Änderungen.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Religionsfreiheit

  1. Britische Regierung verweigert finnischer Abgeordneter Räsänen die Einreise
  2. US-Stadt Louisville zahlt 800.000 Dollar an christliche Fotografin
  3. Nicaraguas Regierung verbietet Kreuzweg-Prozessionen
  4. Großbritannien: Christlicher Pastor wegen Kritik am Islam und an Transgender verhaftet
  5. Religionsfreiheit in den USA: Florida schneidet am besten ab
  6. Warnung vor Einschränkung der Religionsfreiheit in den USA
  7. Nicaragua: Ortegas Regime schließt Radio Maria

Meinungsfreiheit

  1. Britische Regierung verweigert finnischer Abgeordneter Räsänen die Einreise
  2. US-Lebensschützer ändern Wortwahl nicht: Abtreibung ist Tötung eines Ungeborenen
  3. Finnische Politikerin Räsänen ficht Verurteilung wegen ‚Volksverhetzung‘ vor EGMR an
  4. Fluglinie zahlt Stewardess fast eine Million Dollar nach Kündigung wegen pro-life-Ansichten
  5. US-Stadt Louisville zahlt 800.000 Dollar an christliche Fotografin
  6. Ehemalige finnische Innenministerin Räsänen: „Was haben SIE in den letzten Jahren geschrieben?“
  7. „Meldestellen? … Diese Einrichtungen sind so komplett überflüssig!“







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  4. Präsident der Akademie für das Leben meint: Unvollkommenes Euthanasiegesetz unterstützen
  5. Papst-Tipps an neue Bischöfe: Namen Kennen, Zuhören und Hausbesuche
  6. „Selbst wenn ein paar Omas dazu gedrängt werden – ist das nicht ein Preis, den man zahlen kann?“
  7. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  8. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  9. Erzbischof von Westminster: „Wir beten für eine Neuevangelisierung Englands“
  10. Benedikt XVI. zum Fest Kreuzerhöhung: „Ein unlösliches Band zwischen Kreuz und Auferstehung“
  11. Vergebung kennt keine Grenze
  12. Papst gewährt Mexiko "Heiliges Jahr" zum Guadalupe-Jubiläum
  13. Papst reagiert auf Sex-Vorwürfe gegen Erzbischof von Rabat
  14. Papst-Vigil in Paris mit Jesus zugeschriebener "Heiliger Tunika"
  15. „Lass das Zählen sein!“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz