Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Streuner zum Messdiener: Welpe „Johnny“ findet ein neues Zuhause
  2. Papst warnt erneut die Piusbrüder! Geste wäre "ein schismatischer Akt"
  3. Selektive Wahrheiten und die römische Geduld
  4. Homosexuellenapostolat Courage International kritisiert Synodenbericht
  5. Vom Benehmen mit Majestäten
  6. Ein Jahr Papst Leo XIV.
  7. Eine nötige Klarstellung aus Rom
  8. Vom Segen Gottes und dem Fake-Segen dieser Welt
  9. Ein Moment zum Schämen
  10. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts bei Unfall schwer verletzt
  11. „Klimaschützer“ fliegen am häufigsten
  12. Wuppertaler stellv. Stadtdechant: „Lebendige Bindung an die Weltkirche“ statt „deutsche Sonderwege“
  13. Ein Akt der Demut?
  14. Pompei: Keine irdische Macht wird die Welt retten!
  15. Solschenizyns düstere Prognose: Wenn die Seele der Zivilisation stirbt

Ehemalige finnische Innenministerin Räsänen: „Was haben SIE in den letzten Jahren geschrieben?“

30. März 2026 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nach umstrittenen Urteil: „Es geht nicht darum, ob man mit meinen Ansichten übereinstimmt. In einer freien Gesellschaft muss man Meinungen aushalten, diskutieren und auch mal beleidigt sein dürfen. Ohne diese Freiheit kann Demokratie nicht bestehen.


Helsinki (kath.net/gro/red) „Europäische ‚Hassrede‘-Gesetze sind mit freien Gesellschaften unvereinbar. Die Kriminalisierung sogenannter ‚Hassrede‘ führt zu einer enormen Rechtsunsicherheit: Wenn Überzeugungen in einem Kontext legal sind, in einem anderen aber strafbar, wie soll ein Bürger wissen, wo die Grenze verläuft?“ Das schreibt die langjährige Parlamentsabgeordnete und ehemalige Innenministerin von Finnland, Päivi Räsänen, in einem Gastbeitrag für das US-Magazin „National Review“. Der finnische Supreme Court hatte vor wenigen Tagen Räsänen in einem hochumstrittenen Urteil wegen angeblicher „Hassrede“ verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte unter dem Paragraphen zu „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ geklagt – ein Vorwurf, den Räsänen als absurd bezeichnet. Zusammen mit dem lutherischen Bischof Juhana Pohjola hatte sie 2004 (!) eine Broschüre über christliche Sexualethik unter dem Titel „Als Mann und Frau schuf er sie“ veröffentlicht. In zwei weiteren Anklagepunkten wurde Räsänen freigesprochen. Räsänen hat bereits angekündigt, sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu wenden. Sie stellt fest: Dieses Urteil „sollte jeden alarmieren, der demokratische Freiheiten schätzt“.


Das nun ergangene Urteil der Supreme Court ist widersprüchlich: Die Richter erkennen an, dass die Texte weder zu Gewalt noch zu Hass aufrufen. Dennoch sei die Äußerung der Ansichten in diesem Kontext strafbar. Die Folge: Geldstrafen und die gerichtliche Anordnung, die Broschüre aus dem öffentlichen Zugang zu entfernen und zu vernichten. Räsänen vertritt in der „National Review“, dass dies eine Form der Zensur sei, die an die „dunkelsten totalitären Zeiten Europas“ erinnere.

Die christdemokratische Spitzenpolitikerin schreibt in ihrem Beitrag wörtlich: Was haben Sie in den letzten Jahren geschrieben? Einen Blogbeitrag, einen Kommentar, eine Schulaufgabe, eine Broschüre für Ihre Gemeinde? Unter solchen Maßstäben könnte jede friedliche Äußerung zum Gegenstand einer strafrechtlichen Untersuchung werden.“

„‚Hassrede‘-Gesetze gehören abgeschafft. Eine freie Gesellschaft kann nicht überleben, wenn Bürger ständig zweifeln müssen, ob ihre friedlichen Worte – vergangene oder gegenwärtige – eines Tages als kriminell gelten.“

„Es geht nicht darum, ob man mit meinen Ansichten übereinstimmt. In einer freien Gesellschaft muss man Meinungen aushalten, diskutieren und auch mal beleidigt sein dürfen. Ohne diese Freiheit kann Demokratie nicht bestehen.“

Archivfoto Räsänen (c) ADF


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Hibiskus 30. März 2026 
 

Freiheit?

Päivi Räsänen macht mich sehr nachdenklich und zieht mich auf ihre Seite. Wie können sich ehrlich freie Bürger erlauben bestimmte Worte, Bewegungen oder Zeichen mit irgendwelchen erdachten Dingen zwingend in Verbindung zu bringen und daraus Straftaten abzuleiten?
Wo sollen wir da enden? Wie kann man sich da noch gewegen, Äußern, Fragen beantworten? Muß ich erst rechtsanwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn ich rede, wenn ich mich bewege, gar noch wenn ich denke?


0
 
 Stefan Fleischer 30. März 2026 

Was mir dazu in den Sinn kam

habe ich als Aphorismus formuliert:

"Zu sagen, die Meinung eines anderen sei falsch, ist noch lange kein Hass. Das kann sogar Mitleid sein."


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Meinungsfreiheit

  1. Finnische Politikerin Räsänen ficht Verurteilung wegen ‚Volksverhetzung‘ vor EGMR an
  2. Fluglinie zahlt Stewardess fast eine Million Dollar nach Kündigung wegen pro-life-Ansichten
  3. US-Stadt Louisville zahlt 800.000 Dollar an christliche Fotografin
  4. „Meldestellen? … Diese Einrichtungen sind so komplett überflüssig!“
  5. Katholische Bischöfe Kanadas: Gesetz gegen "Hass" gefährdet Religionsfreiheit

Finnland

  1. Finnische Politikerin Räsänen ficht Verurteilung wegen ‚Volksverhetzung‘ vor EGMR an
  2. Trendumkehr seit 2022: Auch in Finnland zeigt die Statistik ein neues Interesse am Christentum
  3. Frühere finnische Innenministerin Räsänen muss wegen Bibel-Zitat erneut vor Gericht
  4. 16 US-Abgeordnete verurteilen Prozess wegen ‚Hassrede’ gegen finnische Politikerin
  5. Finnland: Minister übersteht Misstrauensvotum nach Gebetsvigil

Hassrede

  1. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  2. Schottland: Kirche und Polizei sind gegen Gesetzesvorschlag „Hassverbrechen“
  3. taz-Leser: „taz sollte sich schämen, so ein Hate-Speech abzudrucken“






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Selektive Wahrheiten und die römische Geduld
  3. Vom Streuner zum Messdiener: Welpe „Johnny“ findet ein neues Zuhause
  4. Papst warnt erneut die Piusbrüder! Geste wäre "ein schismatischer Akt"
  5. Eine nötige Klarstellung aus Rom
  6. Pompei: Keine irdische Macht wird die Welt retten!
  7. Vom Segen Gottes und dem Fake-Segen dieser Welt
  8. Überraschendes Blutwunder in Neapel bei Papstbesuch
  9. 'Der Papst sollte diese wöchentlichen Presse-Mehrkämpfe unterlassen'
  10. Wenn die Wahrheit unglaubwürdig ist: Bankmitarbeiterin beendete Telefonat mit Papst Leo
  11. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts bei Unfall schwer verletzt
  12. Solschenizyns düstere Prognose: Wenn die Seele der Zivilisation stirbt
  13. Ein Moment zum Schämen
  14. Vom Benehmen mit Majestäten
  15. Ein Akt der Demut?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz