Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Wählt die Freiheit! Zeigt den Impf-Spaltern die Rote Karte!
  2. Papst in Sorge wegen Corona-Impfskepsis in der Bevölkerung
  3. Nach Kritik an Covid-19 Impfungen und LGBT-Zeitgeist: Priester der Petrusbruderschaft wird versetzt
  4. Nicht geimpft - Schwangere Opernsängerin verliert Job
  5. "Lest die Texte auf Homepage des Synodalen Weges!" - Dafür gibt es kein anderes Wort als "Irrlehre"
  6. Über die Misere konfessioneller Buchhandlungen
  7. Die österreichischen Bischöfe möchten wieder FFP2-Masken bei Messen - Auch für Geimpfte!
  8. Vatikan weist jüdische Kritik an Papstansprache zurück
  9. Papst Franziskus lehnt Rücktrittsangebot des Hamburger Erzbischofs Heße ab
  10. Papst Franziskus: "Abtreibung ist ein Mord, wer eine Abtreibung durchführt, tötet!"
  11. Sternbergs Realitätsverlust
  12. Offener Brief an Papst Franziskus führt zu Suspendierung von Opus-Dei-Priester
  13. "Lag Kardinal Woelki doch nicht falsch? Den Kritikern in Köln geht es nicht um die Missbrauchsfälle"
  14. „Wir müssen mal schnell ein Bambi retten!“
  15. Papst Franziskus an die Bischöfe und Priester, Ordensleute und Seminaristen

Anständig oder politisch korrekt?

20. Juni 2017 in Kommentar, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Anstand gilt im zwischenmenschlichen Bereich, politische Korrektheit regelt den öffentlichen Diskurs - Diakrisis am Dienstag von Sebastian Moll


Linz (kath.net)
„Was heute als politische Korrektheit verachtet wird, wurde früher als Anstand geachtet.“ Derartige Bemerkungen sind derzeit viel bei den Verteidigern der politischen Korrektheit zu lesen oder zu hören. Die politische Korrektheit ist also nur ein neuer Name für eine alte Art zu denken? Aber warum wurde dieser Begriff dann überhaupt erfunden? Und warum hat der Begriff ‚Anstand‘ dennoch überlebt? In Wirklichkeit sind Anstand und politische Korrektheit zwei verschiedene Dinge, weil sie sich auf verschiedene Sphären beziehen. Anstand gilt im zwischenmenschlichen Bereich, politische Korrektheit regelt den öffentlichen Diskurs. Einige klassische Beispiele mögen dabei helfen, diesen Punkt zu verdeutlichen.

1. Geschlechterverhältnis

Die erste nachweisebare Verwendung des Begriffs „politically correct“ findet sich im Jahre 1970 bei einer feministischen Autorin aus den USA. Das Wort stammt also aus den Vereinigten Staaten und ist im Rahmen der Frauenbewegung entstanden, wo es sich offenbar bis heute recht wohl fühlt. Als politisch inkorrekt wurde und wird in diesem Zusammenhang jedwede Äußerung empfunden, mit der die vollkommene Gleichartigkeit von Männern und Frauen in Frage gestellt wird. Die Regeln des Anstands hingegen beinhalten keine derartige Weltanschauung, sondern gebieten mir als Mann, Frauen nicht in irgendeiner Weise verächtlich zu behandeln bzw. mich ihnen gegenüber – Verzeihung, hier bin ich etwas altmodisch – zuvorkommend zu verhalten.


2. Sexuelle Orientierung

Hier verhält es sich ähnlich wie bei der Geschlechterdebatte. Dass man einem Homosexuellen mit demselben Respekt begegnet wie jedem anderen Menschen und ihn nicht mit „Du schwule S*“ anspricht, gebietet der Anstand. Will man sich zusätzlich politisch korrekt verhalten, so muss man politische Maßnahmen wie die Einführung der Homo-Ehe befürworten sowie jedweden grundlegenden Unterschied zwischen verschiedenen sexuellen Orientierungen leugnen.

3. Nation und Kultur

Ein anständiger Mensch wird, wenn er in einem anderen Land zu Gast ist, sich entsprechend verhalten und die Regeln und Bräuche der gastgebenden Kultur respektieren. Will er hingegen politisch korrekt sein, muss er öffentlich bekennen, dass es keinerlei qualitative Unterschiede zwischen seiner eigenen Kultur und anderen gibt. Diese Facette der politischen Korrektheit ist besonders faszinierend. Einerseits machen es sich die politisch Korrekten zum Ziel, ihre eigenen Wertvorstellungen mit allen Mitteln gegen Andersdenkende zu verteidigen. Gleichzeitig besteht man aber darauf, dass die eigenen Wertvorstellungen nicht besser seien als die anderer. Man verteidigt also die Gleichberechtigung der Frau, findet es aber auch richtig, wenn andere Kulturen Frauen bis zum Kopf im Sand verbuddeln, um sie anschließend zu steinigen.

"Das Private ist politisch“ – so lautete ein Schlachtruf der Frauenbewegung, der in etwa zur selben Zeit entstand wie der Begriff ‚politisch korrekt‘. Zufall? Mitnichten! Denn wie soeben erläutert ist der Übergang vom Privaten zum Politischen identisch mit dem Übergang vom Anstand zur politischen Korrektheit. Es ist daher wohl ebenfalls kein Zufall, dass die politische Korrektheit ihre Anerkennung eher bei der politischen Linken findet, die seit jeher ein kollektives Gesellschaftsverständnis pflegt, während sie vom bürgerlichen Lager, das stets mehr Wert auf das Individuelle und das Persönliche legte, eher kritisch betrachtet wird.

Gegner der politischen Korrektheit wehren sich keineswegs gegen Anstandsregeln, wie das eingangs erwähnte Zitat suggeriert. Vielmehr wehren sie sich gegen eine staatliche Gesinnungsüberwachung, die eine ehrliche Debatte über strittige Themen mitunter unmöglich macht. So gesehen ist politische Korrektheit dem Anstand sogar direkt entgegengesetzt. Denn Anstand gebietet Wahrhaftigkeit.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Xaverflo 21. Juni 2017 
 

PC vs. Anstand

Political Correctness setzt schon dem Begriff nach eine Öffentlichkeit voraus. Sie scheint auf Außenwirkung aus zu sein. Wirklich anständige Menschen benötigen diese Öffentlichkeit nicht. Das beste Beispiel ist der barmherzige Samariter.


4

0
 
 Henry_Cavendish 21. Juni 2017 
 

Ach ja? #2/2

Weiter ad 1.) und ad 2.)
Warum ist es dann beleidigend, einen Krankenpfleger als "Krankenschwester" anzusprechen während eine Ärztin die sich gegen die Vereinnahmung unter männlichen Titeln wehrt "Emanze" gescholten wird?
Oder mal ganz doof: Die offizielle Bezeichnung für Kanzlerin Merkel ist "Bundeskanzler". Das hätte man doch bitte (und m.M.n. hat das nix mit PC zu tun) ändern können.

Ad 3.) Das wohl offensichtlich schwächste Beispiel überhaupt. Denn demnach müsste unsere Kanzlerin und müssten unsere weiblichen Abgeordneten in Saudi Arabien, im Iran ... und auch bis vor ein paar Jahren im Vatikan ... Schleier, Kopftücher, etc. tragen.

Und nur so nebenbei ein Hinweis auf unsere Geschichte: Bis 1974 (BVerfGericht) wurde man "Deutscher" nur mit einem deutschen Vater. Frauen verloren mit der Ehe die eigene Staatsbürgerschaft und bekamen die des Mannes.
Ist das nicht eine Ironie: Der Vater (welcher zweifelhaft sein kann) bestimmt die Zugehörigkeit, nicht die unzweifelhafte Mutter.


0

0
 
 Henry_Cavendish 21. Juni 2017 
 

Ach ja? #1/2

Natürlich gibt es unter dem Schlagwort "political correctness" Dinge/ Verhaltensweisen/ manchmal Rechtssetzung oder -sprechung, die einem Schauer üner den Rücken jagt. Nebenbei sei darauf hingewiesen, dass der wikipedia- Eintrag dazu nicht die Frauenbewegung der 1970er als Ursprung ausweist. Erstmals nachweisbar ist es demnach 1793 in einem Urteil des Supreme Court der USA.

Zu 1.) Eine einfache Frage (Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung): Gerade im Rahmen des Offizierkorps bei gesellschaftlichen Veranstaltungen geht es um Protokoll und Anstand. Beim Empfang, wem reicht der Kommandeur zuerst die Hand: Dem weiblichen Offizier, oder ihrem Begleiter? Dem männlichen Offizier, oder seinem Begleiter? Bekommen alle Begleiter und Begleiteringen Blumen oder nur die weiblichen? Was bekommen dann die männlichen?
"Anstand" ist eben eher privat. "Political Correctness", wenn man so will, sind eben die ungeschriebenen öffentlichen Regeln. Weg des geringsten Widerstandes.


0

0
 
 Chris2 21. Juni 2017 
 

Das Hauptproblem der "PC" ist,

dass sie der Realitätsretouche dient: Was nicht ins Konzept passt, wie etwa neue, "importierte" Formen von Kriminalität, darf nicht benannt werden (wie etwa Ausländerkriminalität bis zum Schock der Sivesternacht 2015) oder wird zumindest kleingeredet, etwa, indem es wohlklingende Namen bekommt ("antanzen", "schubsen", "Aktivist" etc.). So werden - wie in Computerspielen - virtuelle potemkinsche Dörfer aufgebaut, in denen es sich die "Eliten", gut in ihren Villenvierteln geschützt, selbstgerecht gemütlichmachen. Doch Realität lässt sich wesentlich schlechter pippi-langstrumpfisieren, als die Berichterstattung darüber. Die Zeche zahlen die Bürger (v.a. die -innen) und immer öfter auch Frauen und Kinder unter den echten Flüchtlingen, wie etwa der erstichene Fünfjährige...


5

0
 
 Fink 20. Juni 2017 
 

Solch ein Journalismus

...ist eine Wohltat !
Mehr davon !


6

0
 
 wedlerg 20. Juni 2017 
 

Brilliant

"So gesehen ist politische Korrektheit dem Anstand sogar direkt entgegengesetzt. Denn Anstand gebietet Wahrhaftigkeit."


11

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Diakrisis

  1. Moderne Gnosis
  2. Polens Kirche und ein Geheimtipp
  3. Kann denn Lachen Sünde sein?
  4. Maskenzeit
  5. Die Kirche der Narren?
  6. Sternenlicht aus Bethlehem: eine Sehnsucht für 2018
  7. Das Christentum kennt keine Speiseverbote
  8. Die Kraft des Wortes
  9. Der Islam stellt eine Bedrohung für unseren freiheitlichen Staat dar
  10. Die „Homo-Ehe“ und der Grenzverlust







Top-15

meist-gelesen

  1. Nach Kritik an Covid-19 Impfungen und LGBT-Zeitgeist: Priester der Petrusbruderschaft wird versetzt
  2. Nicht geimpft - Schwangere Opernsängerin verliert Job
  3. Wählt die Freiheit! Zeigt den Impf-Spaltern die Rote Karte!
  4. "Lest die Texte auf Homepage des Synodalen Weges!" - Dafür gibt es kein anderes Wort als "Irrlehre"
  5. Papst in Sorge wegen Corona-Impfskepsis in der Bevölkerung
  6. "Lag Kardinal Woelki doch nicht falsch? Den Kritikern in Köln geht es nicht um die Missbrauchsfälle"
  7. Götzen und Göttern oder Gott dienen?
  8. Papst Franziskus lehnt Rücktrittsangebot des Hamburger Erzbischofs Heße ab
  9. „Wir müssen mal schnell ein Bambi retten!“
  10. Offener Brief an Papst Franziskus führt zu Suspendierung von Opus-Dei-Priester
  11. Vatikan weist jüdische Kritik an Papstansprache zurück
  12. Papst Franziskus: "Abtreibung ist ein Mord, wer eine Abtreibung durchführt, tötet!"
  13. Sieben von 68 katholischen Bischöfen/Weihbischöfen senden Grußwort zum Marsch für das Leben/Berlin
  14. Die österreichischen Bischöfe möchten wieder FFP2-Masken bei Messen - Auch für Geimpfte!
  15. Über die Misere konfessioneller Buchhandlungen

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz