Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Woelki-Rücktritt wäre Präzedenzfall, folgen dann Rücktritte von Bode, Overbeck, Marx und Bätzing?
  2. Benedikt XVI.: „Es gibt keine zwei Päpste. Nur einer ist Papst…“
  3. Papst an Fokolarini: freudiges Zeugnis für das Evangelium
  4. Die Aktivistinnen von “Maria 2.0” nerven – Lasst mich einfach katholisch sein!
  5. Das „Forum Deutscher Katholiken“ spricht Kardinal Woelki seine Solidarität aus
  6. Bätzing 2.0: Der Kampf geht weiter!
  7. VERLOGEN!
  8. Psychiater und Theologe Manfred Lütz: Versetzung von Missbrauchstätern vor 1990 "fast unvermeidlich"
  9. Erzbischof Jedraszewski: ‚Great Reset’ kann nur in Christus gelingen
  10. Klassiker wie Homer oder Platon sollen aus US-Lehrplänen verschwinden
  11. Wo bleibt das Totengedenken für die vielen?
  12. Gender- und LGBT-Ideologie soll in Österreichs Schulen kommen
  13. Reminiscere. Der Sinn der Verklärung. Kleine Lampen des Evangeliums sein
  14. ‚Die Eucharistie ist sehr lebendig’
  15. "Austragendes Elternteil" - Australische Uni möchte "Mutter" und "Vater" abschaffen

Kann denn Lachen Sünde sein?

20. Februar 2018 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„'Im Himmel wird es keinen Humor geben', davon war der amerikanische Schriftsteller Mark Twain überzeugt. Ich bin geneigt, ihm zuzustimmen. Der Himmel ist eine komplett humorfreie Zone.“ - Diakrisis am Dienstag von Sebastian Moll


Linz (kath.net)
In Umberto Ecos Roman Der Name der Rose lässt der blinde Bibliothekar Jorge seine gesamte Bibliothek in Flammen aufgehen, nur um das Geheimnis eines Buches zu wahren, in dem das Lachen wohlwollend thematisiert wird. „Das Lachen ist die Schwäche, die Hinfälligkeit und Verderbtheit unseres Fleisches“, es gefährde den Respekt vor der göttlichen Ordnung der Welt, so die Überzeugung Jorges, die ihn zu seinem fanatischen Handeln anstachelt. Diese fiktive Szene aus einem Kloster des 14. Jahrhunderts findet in der heutigen Welt ihr trauriges Pendant in dem mörderischen Wahn jener Terroristen, die das Lachen über den Propheten Mohammed um jeden Preis verhindern wollen. Warum hat das Lachen offenbar besonders auf religiöse Menschen eine derart furchteinflößende Wirkung? Kann denn Lachen Sünde sein?

Der blinde Jorge hat ja nicht ganz Unrecht, wenn er feststellt, dass der Mensch durch das Lachen eine gewisse Distanz zur Welt aufbaut. Aber ist dies wirklich eine Beleidigung Gottes? Ist die Welt, die wir um uns herum wahrnehmen, wirklich die Welt, die Gott für uns vorgesehen hatte? Jeder Mensch, ob religiös oder nicht, spürt in sich ein Unbehagen über den Zustand der Welt, er fühlt, dass die Welt nicht so ist, wie sie sein sollte. Dieser Umstand ist umso interessanter, wenn man bedenkt, dass der Mensch diese Erkenntnis nicht aus der Erfahrung gewonnen haben kann, da ihm ja keine andere Welt bekannt ist. Die Bibel versucht dieses Phänomen durch die Erzählung vom Sündenfall zu erklären.


Der Mensch beraubt sich durch seine Rebellion gegen Gottes Willen seiner ursprünglich paradiesischen Umgebung und wird in die grausame Welt außerhalb des Gartens geworfen. Somit ist sein Gefühl, dass die Welt nicht so ist, wie sie sein sollte, eine Art tief verwurzelte Erinnerung an das Paradies. Ob man diese Erklärung nun für plausibel hält oder nicht, um das besagte Gefühl jener unbestimmten Unzufriedenheit mit dem Zustand der Welt kommen wir alle nicht herum.

Nun gibt es verschiedenen Arten, damit umzugehen. Manche zerbrechen regelrecht unter dieser Last und verfallen in Zynismus oder Melancholie. Andere lehnen sich dagegen auf und versuchen, die Welt so zu gestalten, wie sie – ihrer Meinung nach – sein sollte. Diese Variante endet leider nicht selten in Fanatismus und Gewalt. Als dritte Möglichkeit bleibt der Humor, und er ist vielleicht nicht die schlechteste Antwort. Humor ist die Fähigkeit, eine Welt zu akzeptieren, die anders ist, als man sie gerne hätte. Selbst der große Immanuel Kant, der nicht gerade als Witzbold der Nation bekannt war, sagte einmal: „Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.“

Ist Humor aber auch in religiösen Fragen angebracht? Geht es dabei nicht um ernsthafte Dinge? Durchaus, doch wie Tucholsky sagen würde: „Langweilig ist noch lange nicht ernsthaft.“ Leider werden diese beiden Eigenschaften oft miteinander verwechselt, auch und gerade von Theologen und Kirchenfunktionären. Dabei könnte uns gerade der Humor beim Umgang mit der Religion helfen. Religiöse Systeme sind Menschenwerk. Das ist keineswegs so zu verstehen, dass religiöser Glaube einfach eine Erfindung des Menschen ohne realen Bezugspunkt sei. Wohl aber ist beispielsweise die Bibel nicht einfach vom Himmel gefallen, sondern von Menschen geschrieben und zusammengestellt worden. Auch unsere Glaubensbekenntnisse und Katechismen sind Produkte des menschlichen Geistes. Die Religion ist fehlerhaft, weil der Mensch fehlerhaft ist. Daher ist es durchaus geboten, ihr zuweilen auch mit Distanz und Humor zu begegnen.

„Im Himmel wird es keinen Humor geben“, davon war der amerikanische Schriftsteller Mark Twain überzeugt. Ich bin geneigt, ihm zuzustimmen. Der Himmel ist eine komplett humorfreie Zone. Also ein bisschen wie Düsseldorf. Das liegt aber nicht etwa an der Humorlosigkeit des durchschnittlichen Kirchenbesuchers, sondern daran, dass der Humor immer aus der Unvollkommenheit geboren wird. Ich kann mich nur über etwas lustig machen, was nicht so ist, wie es sein sollte. Im Himmel aber werden wir von solcher Unvollkommenheit befreit sein, Humor wird somit überflüssig. Lachen werden wir allerdings in vollen Zügen, und zwar darüber, dass der Tod seinen Stachel endgültig verloren hat.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Zwiefalten 21. Februar 2018 
 

Ps. 126

spricht ganz klar vom Lachen im erlösten Jerusalem.


1

0
 
 Konrad Georg 21. Februar 2018 
 

Worüber sollte im Himmel gelacht werden?

Dort ist alles Wahrheit und Schönheit, keine Spur von Lächerlichem.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß wir beim Anblick Gottes lachen werden.


0

0
 
 Distributist 20. Februar 2018 
 

Lord, give me a sense of humor so that I may take some happiness from this life and share it with others.
-St. Thomas More


4

0
 
 Hubert_2 20. Februar 2018 
 

Lachen wurde auch schon

auf sündigkeit zertiviziert. Konkret, man dann heraus. Lachen ist keine Sünde, aber lautes Lachen eine lässliche Süche.


0

0
 
 Pater Pio 20. Februar 2018 
 

Nur der Teufel erträgt keinen Humor

Da bin ich mal ganz sicher : im Himmel gibt's Humor! Und Lachen!Denn zur Freude und Fröhlichkeit gehört das.Oder glauben wir ernsthaft,Jesus hat keinen Humor und kein Lachen?Oder die Gottesmutter?
Nur der Teufel hat keinen Humor und kein Lachen;das erträgt er nicht!


4

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Diakrisis

  1. Moderne Gnosis
  2. Polens Kirche und ein Geheimtipp
  3. Maskenzeit
  4. Die Kirche der Narren?
  5. Sternenlicht aus Bethlehem: eine Sehnsucht für 2018
  6. Das Christentum kennt keine Speiseverbote
  7. Die Kraft des Wortes
  8. Der Islam stellt eine Bedrohung für unseren freiheitlichen Staat dar
  9. Die „Homo-Ehe“ und der Grenzverlust
  10. Katholische Heimatlosigkeit?








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-PAULUS-Leserreise: Fronleichnam auf Malta - Mit Michael Hesemann und P. Leo Maasburg
  2. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie jetzt eine REISE nach ROM!
  3. Woelki-Rücktritt wäre Präzedenzfall, folgen dann Rücktritte von Bode, Overbeck, Marx und Bätzing?
  4. Die Aktivistinnen von “Maria 2.0” nerven – Lasst mich einfach katholisch sein!
  5. VERLOGEN!
  6. Benedikt XVI.: „Es gibt keine zwei Päpste. Nur einer ist Papst…“
  7. Bätzing 2.0: Der Kampf geht weiter!
  8. „Ein Teenie gegen die katholische Kirche“
  9. Psychiater und Theologe Manfred Lütz: Versetzung von Missbrauchstätern vor 1990 "fast unvermeidlich"
  10. Das „Forum Deutscher Katholiken“ spricht Kardinal Woelki seine Solidarität aus
  11. Künftiger US-Gesundheitsminister spürt geistlichen Rückenwind zur kompletten Freigabe der Abtreibung
  12. Abt Maximilian Heim: Corona traf Stift Heiligenkreuz schwer
  13. Papst will in Rom sterben - im Amt oder emeritiert
  14. Erzbischof Jedraszewski: ‚Great Reset’ kann nur in Christus gelingen
  15. ‚Die Eucharistie ist sehr lebendig’

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz