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Katholische Heimatlosigkeit?

5. Dezember 2017 in Kommentar, 26 Lesermeinungen
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Ich fürchte, dass diese Spaltung in der Kirche sich in der Zukunft noch fortsetzen und dramatisch verstärken wird - Diakrisis am Dienstag - Von Stefan Meetschen


Linz (kath.net)
Das Jahr geht zu Ende, und auch die Kirche nimmt in diesen Wochen vor Weihnachten das Ende verstärkt in den Blick: Die Lesungen sind zunehmend düster, apokalyptisch geprägt. Das passt nicht nur zum Jahresausklang, sondern - wie ich den Eindruck habe - auch zum derzeitigen Lebensgefühl. Viele Menschen, und es müssen gar nicht mal Christen oder Katholiken sein, spüren, dass es so, wie es momentan läuft, nicht mehr lange weitergehen kann. Zu fragil wirkt die internationale Ordnung, zu bedroht erscheint das ökologische System, zu absurd sind Reformen und Gesetze, die als Fortschritt für die Menschheit verkauft werden. Dazu kommt ein Klima der Aggression und der Angst in den Medien, insbesondere in den sozialen Netzwerken - als wären Liebe und Barmherzigkeit erkaltet oder nie dagewesen.

Was mich persönlich etwas melancholisch werden lässt, ist ein Gefühl der katholischen Unbehaustheit oder Heimatlosigkeit, das mich seit einiger Zeit bedrängt und durch gewisse Ereignisse eher stärker als schwächer geworden ist. Vielleicht ist das mein persönliches Problem, vermutlich geht es aber vielen so. Ich weiß als jemand, der jahrzehntelang dem Kurs vor Johannes Paul II. und Benedikt XVI. - so gut es ging - gefolgt ist, nicht mehr so recht, wie es mit der Kirche weitergehen soll. Denn: Bei allen "Kontinuitäts"-Thesen, die zu Beginn des Pontifikats von Franziskus beschworen wurden, mittlerweile erkennt man, wenn man die ideologischen Scheuklappen abnimmt, deutlich, dass sich bestimmte Dinge erheblich verschieben - nicht nur wegen der Fußnoten von "Amoris Laetitia". Alte Fragen, die längst als geklärt angesehen wurden, werden wieder aufgeworfen. Bestimmte Personen und Einrichtungen, die der Lehre des Polen und des Deutschen treu ergeben waren, werden marginalisiert oder transformiert. Begründete Zweifel an theologischen Neuakzentuierungen dürfen zwar in aller Freimut artikuliert werden, ohne jedoch, dass daraus ein fruchtbarer Diskurs entsteht. Das alles ist nicht schön.


Dazu beobachte ich, dass sich das römisch-katholische Lager, das sich all die Jahre als sogenannte "Neocons" mäßigend zwischen den feindlichen Flügeln (Progressive, Traditionalisten) befand, allmählich zerfranst, auflöst oder zu spalten scheint, was in der Kirche zu weiteren Gleichgewichtsschwankungen an der Basis führt.

Manche dieser früheren "Neocons" sagen sich: neuer Papst, neues Glück - und haben zum Beispiel mit der umstrittenen, typisch jesuitischen Situationsethik von "Amoris laetitia" überhaupt keine Probleme, so wie sie auch fast alles, was Franziskus tut oder sagt, etwa im Bezug auf die Flüchtlingskrise oder die Ökumene als geradezu gottgegeben akzeptieren und darin das Wirken des Heiligen Geistes für unsere Zeit sehen, halleluja. Andere Wojtyla- und Ratzinger-Jünger hingegen sind mittlerweile so skeptisch gegenüber Rom (und ihren früheren Meistern!) geworden, dass sie nach der Devise "Die Pius-Brüder sind das neue Opus Dei" zu verfahren scheinen. Nicht nur der zuweilen recht ambivalent anmutende Regierungsstil Bergoglios verdient in den Augen dieser Katholiken eine gehörige Portion Zweifel, sondern auch die Texte und Mechanismen des Zweiten Vatikanischen Konzils, bei dem ausgerechnet Wojtyla und Ratzinger mit großem Anfangsoptimismus mitwirkten, werden mit wachsendem Argwohn gesehen. Ist Franziskus also vielleicht doch nur das adäquate Gesicht des Konzils?

Der einzig gangbare Weg - gerade auch angesichts islamistischer und neohumanistischer Bedrohungen - scheint für diese neuen Dubia-Katholiken der Weg zurück zum traditionellen Katholizismus zu sein - mit alter Messe (die Benedikt XVI. wieder erlaubt hat), altem Religionsverständnis (kein Relativismus beim Umgang mit anderen Konfessionen und Religionen) und deutlicher Distanz zu all dem, was irgendwie nach "Modernismus" riecht.

Erstaunlicherweise sind es nicht nur ältere Gläubige, sondern auch Angehörige der jungen Generation, die ein solches großes Latinum des Katholizismus wieder in der Kirche populär machen wollen.

Wie wird das alles ausgehen? Ich fürchte, dass diese Spaltung sich in der Zukunft noch fortsetzen und dramatisch verstärken wird. Und mir tun besonders die Priester und Bischöfe leid, die sozusagen zwischen den Fronten stehen und auf einem schwankenden Schiff, das ihnen selbst kaum noch einen sicheren Halt gibt, für Ordnung und Orientierung, Klarheit und Durchblick sorgen müssen. Wie lange kann man so etwas geistlich und seelisch durchstehen ohne innerlich aufgerieben zu werden?

Deshalb mochte ich bei allem Trübsinn und Pessimismus, der zurzeit in der Atmosphäre zu sein scheint, sehr die Idee, die mir jetzt ein befreundeter Priester per sms mitteilte. Er schrieb mir, dass er am 8. Dezember, dem Fest der Immakulata, besonders für diejenigen Hirten beten wolle, die an den Rand gedrängt worden seien, die man als "Looser" oder "Verlierer" verspotte, obwohl Jesus und die Märtyrer sich zum Verlieren doch auch nicht zu schade gewesen seien. Ich mag diese Idee sehr und überlege, für wen ich am 8. Dezember besonders beten werde. Fest steht, dass ich dies - wie jeden Tag - für Franziskus und Benedikt XVI. tun werde. Unter der besonderen Fürsprache von Johannes Paul II.


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Lesermeinungen

 Konrad Georg 6. Dezember 2017 
 

Das Konzil als Mittel zum Zweck!

Lieber Waldi, nein, das Konzil wurde benutzt, um wenigstens halbwahre Texte einzuschleusen. Aber die Ursache finden wir in 1517, als eine "Reformation" genannte Revolution sich Bahn brach. Der Lutherismus zog mit den "Veni, creator spiritus" singenden Bischöfen in die Konzilsaula ein. Als "Geist des Konzils" kam er daraus hervor und entfaltete dann sein Einheit-Zerstörungswerk. Die Piusbrüder sind nicht Ursache sondern Folge. Ganau betrachtet stehen sich zwei bockbeinige Interessengruppen gegenüber. Dabei stehen mir die Piusbrüder näher, als die mit hängender Zunge den Protestanten hinterher hechelnden Neukatholischen.

Lieber Herr Fleischer, Ihre Beiträge sind immer Qualität. Unser Papst Franziskus scheint mir von GdK geprägt wie anscheinend die meisten Jesuiten. Sein Werken mit der Barmherzigkeit erinnert an Täter schonen und Gerechte abwatschen, wie bei den Linken üblich.


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 Ad Verbum Tuum 6. Dezember 2017 

Berfreiungstheologie II

@Stefan Fleischer
Dass das Ganze sehr vergleichbare, sehr parallele Entwicklungen sind sehe ich auch so.
Ich war erstaunt über die Wortverwendung "Befreiungstheologie" ...
Ich sehe auch nicht so in innerkirliche, innerinstitutionelle Entwicklungen rein, hatte aber den Eindruck, dass wir insofern mit Lateinamerika zwar fast parallele aber voneinander weitgehend unabhängige schlechte Entwicklungen hatt(b)en. In Lateinamerkika vielleicht stärker aus der realen sozialen Ungerechtigkeit initiiert, bei uns evtl. stärker aus der Vernunftgläubigkeit, haben beide den Weg hin zur Gottlosigkeit (kommunistische diesseitige Selbsterlösung) beschritten.
Und ja - wo wir als Kirche heute teilweise stehen, ist katastrophal.


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 Zeitzeuge 6. Dezember 2017 
 

Sich in der einzigen Kirche, deren Haupt Christus ist, mitunter

quasi "heimatlos" zu fühlen, ist alles andere als
ein "katholisches Gefühl" sondern ein beispielloses Ärgernis!

Math. 18,7 gibt die Antwort, was mit die Ärgernisgeber, falls sie nicht bereuen,
erwartet!

Natürlich weiss der Gläubige, daß die Pforten der Unterwelt niemals die Kirche
überwältigen werden, das spricht aber nicht die vielen Verführer, welche die Gläubigen in die Irre führen, von ihrer
Verantwortung und Schuld frei!

Allein den Betern kann es noch gelingen!


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 Stefan Fleischer 6. Dezember 2017 

@ Ad Verbum Tuum

Einverstanden. Als ein Mensch, der nicht einmal seinen Gymer abgeschlossen hat bin ich in solchen Fragen wohl ziemlich überfordert. Wenn ich nun Ihre Aussage nehme: "Sie bedeutete die Selbstermächtigung des Menschen, Gott wurde verzichtbar. Ersetzt dann durch Geld und den Glauben an das Ich." ist es dann aber nicht so, dass die Befreiungstheologie - bewusst oder unbewusst - genau in diesen Fehler verfallen ist, eine bessere Welt selber, aus eigener Kraft (der Kraft der Gesellschaft) schaffen zu können? Dabei erscheint Gott zwar nicht als verzichtbar, ja er ist ein wichtiger "Aufhänger" dieser „Ideologie“ (um einmal ein böses Wort zu gebrauchen) geblieben. Doch macht sie die Gnadengaben zu „Pflichtgeschenken“ Gottes, das ewige Heil zu einem Automatismus, und das Kreuz zu einem jämmerlichen Versagen, dem nun Sichel und Hammer abzuhelfen haben. Das ist vielleicht überspitzt gesagt. Aber ehrlich gesagt, ich habe ein Riesenproblem mit unserer Kirche von heute.


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 Ad Verbum Tuum 5. Dezember 2017 

Befreiungstheologie

@Stefan Fleischer
... Hier sehen Sie mich etwas überfordert. Ich bin in Bezug auf Kirche in D/EU nie über den Begriff oder das Grundmotiv der Befreiungstheologie gestolpert.
Bei uns habe ich eher den Eindruck, dass die Auflösung des Glaubens Spätfolge der Aufklärung ist (Hybris der Vernunft). Sie bedeutete die Selbstermächtigung des Menschen, Gott wurde verzichtbar. Ersetzt dann durch Geld und den Glauben an das Ich.


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 DrBi 5. Dezember 2017 

Heimatlosigkeit...

... ist ein durchaus katholisches Gefühl. Wenn wir uns zu sehr zu Hause fühlen, dann schwächt es das Hören auf Gottes Wort.
Beten wir und horchen wir, was Gott uns zumutet - es wird gut sein.


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 ThomasR 5. Dezember 2017 
 

Kluft zwischen der Amtskirche und dem Kirchenvolk II

Die christozentrische Ausrichtung vom Pontifikat von Papst Franziskus äußert sich u.A. durch die Zuwendung den Armen, den Kranken und den Obdachlosen. Es ist die gleiche Ausrichtung wie in der Liturgie (diese Ausrichtung ist v.A. für die Gläubigen auch dann wahrnehmbar, wenn die Liturgie nicht zum Populo, übrigens in beiden liturgischen Formen des römischen Ritus zelebriert wird).Zu den Bedürftigen zählen bei uns nicht nur Obdachlose und Flüchtlinge sondern auch schwangere oft sozial schwache und/oder minderjährige Frauen, die unter einem sozialen bzw. psychischen Druck sich ziemlich oft entscheiden, Abtreibung selbst von gesunden Kindern vorzunehmen (rd 95 Tsd Fälle/Jahr).Eine rege Teilnahme an Marschen für das Leben ist Ausdruck der Meinung des Kirchenvolkes. Trotzdem Kirchensteuereinnahmen erreichen kaum Errichtung der neuen Frauenhäuser (Entscheidung der Amtskirche) selbst in aufgegebenen Klöstern nicht.5% der Kirchensteuereinnahmen investiert ins Lebenschutz=Rettung der Kinder


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 ThomasR 5. Dezember 2017 
 

Kluft zwischen Amtskirche und Kirchenvolk ist unvorstellbar tief geworden

Vor ein Paar Tagen in Marzling (Dorf bei Freising) ist eine skelletierte Leiche eines Obdachlosen in einem Holzschuppen gefunden. Der Obdachlose ist vermutlich im Winter 2016/2017 erfroren(Im Winter 2016/2017 gab es zwei Wochen mit Temperatur von bis -10 .C). Die Türe von allen 3 Tagungs-und Exerzitienhäuser der Erzdiözese blieben im Winter 2016/2016 selbst bei - Temperaturen geschlossen. Im Kardinal Döpfner Haus in Freising (!), Schloss Fürstenried und im Kardinal Wendel Haus könnten bei der Umwandlung der EZ (meistens mit Bad)in die DZ praktisch über die Nacht bis zu 300 Personen untergebracht werden. Nur im Kardinal Döpfner Haus gibt es um 60 von Kirchensteuer bezahlte Angestellte, davon 30 könnte sich im Auftrag der Kirche praktisch ab sofort für die Unterbringung und Bewirtung der Obdachlosen kümmern. In München übernachten jeden Tag bis zu 1000 Obdachlose in der Ubahn oder unter den Brücken. Quo vadis ecclesiae? Kirchenvolk ist doch für Umsetzung des Pontifikates von Franziskus


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 lesa 5. Dezember 2017 

Glaube und Zukunft 3

Der Prozess wird lang und mühsam sein, so wie ja der Weg von den falschen Progressismen am Vorabend der Französischen Revolution ... bis zur Erneuerung des 19. Jahrhunderts sehr weit war.
Aber nach der Prüfung ... wird aus einer verinnerlichten und vereinfachten Kirche eine große Kraft strömen. Denn die Menschen einer ganz und gar geplanten Welt werden unsagbar einsam sein. Sie werden, wenn ihnen Gott ganz entschwunden ist, ihre volle, schreckliche Armut erfahren. Und sie werden dann die kleine Gemeinschaft der Glaubenden als etwas ganz Neues entdecken. Als eine Hoffnung, die sie angeht als eine Antwort, nach der sie im verborgenen immer gefragt haben.
Sie wird wohl nie mehr in dem Maß die gesellschaftsbeherrschende Kraft sein, wie sie es bis vor kurzem war. Aber sie wird von neuem blühen und den Menschen als Heimat sichtbar werden, die ihnen Leben gibt und Hoffnung über den Tod hinaus."
Inzwischen: "Auf Christus schauen! Auf den Christus der Kontinuität ..."


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 lesa 5. Dezember 2017 

Glaube und Zukunft 2

"Aus der Krise von heute wird auch dieses Mal eine Kirche morgen hervorgehen, die viel verloren hat. Sie wird klein werden, weithin ganz von vorne anfangen müssen...
Aber bei allen diesen Veränderungen, die man vermuten kann, wird die Kirche ihr Wesentliches von neuem und mit aller Entschiedenheit in dem finden, was immer ihre Mitte war: Im Glauben an den dreieinigen Gott, an Jesus Christus, den menschgewordenen Sohn Gottes, an den Beistand des Geistes, der bis zum Ende reicht. Sie wird in Glaube und Gebet wieder ihre eigentliche Mitte erkennen und die Sakramente wieder als Gottesdienst, nicht als Problem liturgischer Gestaltung erfahren.

Es wird eine verinnerlichte Kirche sein, die nicht auf ihr politisches Mandat pocht und mit der Linken so wenig flirtet wie mit der Rechten. Sie wird es mühsam haben. Denn der Vorgang der Kristallisation und der Klärung wird ihr auch manche gute Kräfte kosten. Er wird sie arm machen, zu einer Kirche der Kleinen sie werden lassen." (J. Ratzinger)


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 lesa 5. Dezember 2017 

Wurzeln und Heimat

Aus d. heutigen Evangelium: "Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört" Lk 10, 21-24; Wer das Glück hat, diese Botschaft und die Lehre der Kirche zu kennen und ein wenig zu erfassen, kann in Ruhe verwurzelt bleiben , mag er auch die Voraussage von Joseph Ratzinger in seinem Artikel "Glaube und Zukunft" mehr und mehr sich erfüllen sehen.
"Die Zukunft der Kirche kann und wird auch heute nur aus der Kraft derer kommen, die tiefe Wurzeln haben und aus der reinen Fülle ihres Glaubens leben. Sie wird nicht von denen kommen, die nur Rezepte machen. Sie wird nicht von denen kommen, die nur dem jeweiligen Augenblick sich anpassen nicht von denen kommen, die nur andere kritisieren".


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 Stefan Fleischer 5. Dezember 2017 

@ Ad Verbum Tuum - Der tiefe Grund

Je mehr ich es mir überlege, desto mehr frage ich mich, ob nicht die Befreiungstheologie das trojanische Pferd in unserer Kirche war und ist. Sie ist es, die den Gläubigen das Bewusstsein zerstörte, dass wir auf Erden sind um Gott zu dienen. Sie ist es die ihnen einflüstert, Gott sei dazu da, uns Menschen zu dienen. Sie ist es, welche Gott aus dem Zentrum der Liturgie und damit der Kirche verdrängt hat. Sie ist es, welche die Kirche für ihre politischen Ziele instrumentalisiert hat und immer noch instrumentalisiert. Sie ist es, welche die Kirche bis in die höchsten Chargen hinein unterwandert hat. Und sie hat das alles auf eine so perfide Weise betrieben, dass niemand es bemerkt hat, nicht einmal ihre Handlanger, bevor es nun - aus einer rein menschlichen Optik gesehen - schon fast zu spät ist. Was uns bleibt sind nur noch Festigkeit im Glauben, Vertrauen in Gott und das Gebet.


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 Waldi 5. Dezember 2017 
 

Verehrter @Laus Deo,

wenn ein Papst mit dem Einverständnis höchster Vertreter der kath. Kirche ein Konzil einberuft, die dann von 1962 bis 1965 tagen und debattieren, es für allgemeingültig erklären, es aber dann unkontrolliert progressiven Dilettanten zum Missbrauch überlassen, die vorsätzlich gegen die geltende Lehre und Tradition der Kirche als fünfte Kolonne agieren, machen sich gleichermaßen genau an dem mitschuldig, was heute aus der kath. Kirche geworden ist! Übrigens, das Konzil ist nicht schuldfähig, sondern nur diejenigen, die es einberufen und verbindlich geltend machen!


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 Ad Verbum Tuum 5. Dezember 2017 

Anthropozentrik

@Stefan Fleischer
Da bin ich mit Ihnen völlig d'accord. Gott wurde aus der Mitte vertrieben.

Die Krankheit des Konzils war m.E. zum einen, dass es manche Kräfte geschafft hatten, uneindeutige Formulierungen unterzujubeln. Zum anderen die Ausrufung des "Geist des Konzils" durch die Progressiven. Für sie war das Konzil nur ein Anfangsimpuls einer dauerhaften Bewegung/Veränderung. Spürbar selbst in den Kommentaren des "kleinen Konzilskompendiums".
Die radikale Bestandsaufnahme erfolgte kurz danach durch Dietrich von Hildebrandt (das trojanische Pferd in der Stadt Gottes). Absolut lesenswert & seit 50 Jahren aktuell.
Die angestossene Progression dauert an - Vertrauen & Verlässlichkeit Roms sind dahin.


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 jaeger 5. Dezember 2017 
 

Korrektur: "Heimatlosigkeit"

Ich meinte natürlich „… katholisch in einem Sinne vor der franziskischen Revolution…“


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 jaeger 5. Dezember 2017 
 

Heimatlosigkeit

Ich möchte Ihnen ausdrücklich in Ihrer Lageeinschätzung beipflichten und teile Ihr Gefühl der Heimatlosigkeit. Während man früher wenigstens noch als Rettungsanker nach Rom schauen konnte, wenn die Zweifel über die Verirrungen deutscher Priester und Bischöfe wuchsen, so ist dieser Orientierungsposten inzwischen gefallen. Der Rhein fließt wieder in den Tiber und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann auch dieser durch Mangel an katholischem Sauerstoff umkippt. Doch auch darauf kommt es ja nicht einmal mehr an, denn Franziskus nimmt ja von den Dezentralisierungstendenzen nicht einmal mehr die Lehre aus, wenn jede "Bischofskonferenz" eine eigene lehramtliche Autorität für sich in Anspruch nehmen können soll. Damit erhält die aus einer anderen Spaltung bekannte Maxime "Cuius regio, eius religio" möglicherweise eine ganz neue Facette. Und wer katholisch im Sinne der vor-franziskischen Revolution bleiben will, muss dann nach Polen auswandern...


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 Waldi 5. Dezember 2017 
 

Verehrter @Laus Deo


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 Laus Deo 5. Dezember 2017 

Nicht das Konzil ist schuld sondern die Umsetzung.

Die grossen Päpste Johannes Paul II, Benedikt 16 waren alles Befürworter des Konzils, wenn es dann auch richtig umgesetzt worden wäre. Auch die Liturgiereform wäre eine Bereicherung gewesen, wäre sie richtig umgesetzt worden. Hier vertrauen zu wenige auf JESUS. ES IST SEINE KIRCHE und im Moment scheint es, dass er im Boot schläft, aber er wird erwachen, denn er selber sagt: die Mächte der Unterwelt werden die Kirche nicht überwinden. Was dachte der Heilige Padre Pio, als man ihm die Messe verboten hatte, als man ihn beschuldigte sich selber die Wunden zuzuführen? Er hat auf Jesus vertraut was auch ich tue.


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 Zeitzeuge 5. Dezember 2017 
 

Nach 1965 kamen aus "allen Ecken" die "aufbruchsbestimmten"

"Progressiven" und "besetzten" nach und nach die kath.-theol. Lehrstühle
sowie die bekannten Periodoca, wie z.B. Stimmen der Zeit, Hochland usw., hinzu kam das von der DBK b. 1971 finanziell geförderte "Zentralorgan" "Publik".
So wurde mit Berufung auf das II. Vatikanum eine Revolution von "Oben" in Gang gesetzt, trauriger Höhepunkt war die Ablehnung und Aufweichung von "Humanae Vitae" 1968, Königstein u. Mariatrost leiteten sozusagen kirchenamtlich den Niedergang
der Ehemoral ein- bis heute!

Konservative Warner wurden beiseite geschoben, mit Berufung auf "das Konzil", dann kamen Rahner, Küng, Haag, Häring, Fuchs und Co., ohne das diese von Rom ernsthaft sanktioniert wurden,
diese "Progressiven" und ihre oft klerikalen "Nachbeter" sind die eigentlichen Spalter und Verwirrer gewesen!
Frühe Literatur, einfach Googeln:

Ottaviani: Rundschreiben an die Präsidenten der Bischofskonferenzen vom
24.7.1966

Ottaviani-Bacci: Kurze kritische Untersuchung des neuen "Ordo Missae"


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 Kantianerin 5. Dezember 2017 
 

Schon lange heimatlos

Dem Autor kann ich nur zustimmen, wenn er bei sich das Gefühl der Heimatlosigkeit beklagt, das wir übrigens auch im politischen Sinn so empfinden - es scheint allgegenwärtig zu sein. Ich beklage bei der RRK (bei den Protestanten ist das nicht anders), dass die Seelsorge im eigentlichen Sinn komplett verloren geht durch Umstrukturierungen (Monsterpfarreien), dadurch bedingt die mangelnde Zeit der Geistlichen für Gespräche,aber auch durch einen Kurs in Richtung hohes moralisches Ross, der nicht nur mich zutiefst verärgert. Man hat das Gefühl, dass nur noch Flüchtlinge im Mittelpunkt jedes Gottesdienstes, jeder Zusammenkunft, jeder Aktivität stehen, als ob nur diese Gruppe allein hilfsbedürftig sei! Ich fühle mich an den Rand gedrängt mit meinen Sorgen und Nöten, fühle mich quasi genötigt, diese hintan zu stellen und Buße dafür zu tun, dass ich persönlich dieser Gruppierung aus für mich zwingenden Gründen meine Hilfe nicht zukommen lassen will, sie aber gern Familie und Ehrenamt schenke.


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 Smaragdos 5. Dezember 2017 
 

"Ist Franziskus also vielleicht doch nur das adäquate Gesicht des Konzils?"

Für mich steht fest: Wenn jemand das II. Vatikanische Konzil (im positiven Sinn) verkörpert, dann der hl. Johannes Paul II! Er hat sozusagen alle 16 Dokumente des Konzils in seiner Person und seinem Handeln exemplarisch umgesetzt.

Papst Franziskus hingegen ist das Gesicht des linken, anthropozentrischen Katholizismus, der mehr mit dem Protestantismus als einem subjektiven Christentum flirtet, als der göttlichen Wahrheit treu bleibt.


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 Kleine Blume 5. Dezember 2017 
 

Lehramtliche Einordnung des 2. Vatikanischen Konzils steht aus

Die entscheidende Frage ist m. E., wie das 2. Vatikanische Konzil gegenüber den bisherigen Konzilien einzuordnen ist.

Folgende "Brillen" stehen zur Auswahl, durch die das 2. Vatikanum gelesen wird:
- Hermeneutik des Bruchs
- Hermeneutik der Reform
- Hermeneutik der Kontinuität

Jeder benutzt seine "Brille" und liest jeweils anderes aus dem 2. Vatikanum heraus bzw. hinein.

Würde sich das Lehramt festlegen, durch welche "Brille" das 2. Vatikanum zu lesen ist, so wäre auch die Interpretation dieses Konzils einheitlicher.


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 mphc 5. Dezember 2017 

@Waldi

Schuld war sicher nicht das Konzil. Dieses hat Antworten gegeben auf die geistig/geistliche Situation der Zwischenkriegszeit. Die Fragen seither sind offen geblieben. Und die Kirche war schon vielerorts hohl. Auch der spätere Benedikt XVI. war ein Reformer.
Die 68-er Jahre waren auf vielen Gebieten eine Zeit des Umbruchs. Es war sovieles unecht und das ist gefallen. Leider hat man im Übereifer der Reformen auch viel Gutes entsorgt. (z.B. der unsägliche Bildersturm).


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 mkh 5. Dezember 2017 

Dubia-Katholkien

Sind die verknöcherten "Dubia-Katholkien", für die der Autor dieser Zeilen auf die Fürsprache des Hl. Papst Johannes Paul II betet nicht jene Gläubigen, welche an dem Erbe von "Familiaris consortio", "Evangelium Vitae", "Donum Vitae", "Dignitas connubii" und vor allem "Annus internationalis familiae" festhalten?

Die Gegner zu Franziskus sind ja weniger die Hardcore-Tradis, sondern jene Gläubigen, die Papst Johannes Paul II wegen seiner "Theologie des Leibes" schätzen.


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 Stefan Fleischer 5. Dezember 2017 

Ob es das Konzil ist?

Ich weiss es nicht, aber ich glaube kaum. Und die "Suche nach den Schuldigen" dürfte und auch nicht weiter helfen. Immer deutlicher aber scheint mir, dass es sich um ein theologisches Problem handelt. Es geht um die Gottesfrage. Es geht um die Frage: Soll Gott im Zentrum der Kirche und unseres Glaubens stehen, oder der Mensch? Mir scheint, als stünden wir in einem Kampf zwischen der schon ziemlich menschzentrierten Befreiungstheologie und der von ihr an den Rand gedrängten gottzentrierten Erlösungstheologie. Doch nur letztere hat wirklich Antworten auf die existenziellen Fragen des Menschen. Der Befreiungstheologie fehlen solche weitgehend.
Wie gesagt, das sind meine persönlichen Spekulationen.


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 Waldi 5. Dezember 2017 
 

Es war schon immer...

meine tiefste Überzeugung, dass das Zweite Vatikanische Konzil die Hauptursache für den inneren Verfall der kath. Kirche ist. Seit Papst Franziskus scheint sich diese Überzeugung immer dramatischer zu bestätigen. Interessant ist, dass durch diesen inneren Verfall der kath. Amtskirche die Kritik gegenüber der Piusbruderschaft deutlich nachgelassen hat. Ja es scheint sogar, dass diese Piusbruderschaft als Rettungsring für die in bedrohliche Schlagseite der kath. Amtskirche noch höchste Bedeutung erlangen könnte. Ich werde aus der Kirche nicht austreten, aber wie sich diese Kirche in den letzten Jahren entwickelt, ist sie tatsächlich unbewohnbar geworden und hinterlässt ein melancholisches Gefühl der Heimatlosigkeit. Ihren missionarischen Auftrag Gottes zur Rettung der Seelen nimmt sie schon lange nicht mehr wahr. Ich habe schon viele persönliche und gnadenhafte Glaubenserfahrungen erlebt, aber keine einzige lässt sich auf das Verdienst der kath. Kirche münzen. Traurig - aber wahr!


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