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Lengsfeld: Merkel erwähnte den ermordeten LKW-Fahrer und Polen nicht

23. Dezember 2016 in Deutschland, 6 Lesermeinungen
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Frühere DDR-Bürgerrechtlerin: Kanzlerin hat sich nicht bei den Polen entschuldigt, „dass ein polnischer Bürger, der das erste Opfer eines terroristischen Anschlags wurde, stundenlang in den Medien als ‚Beifahrer‘ und damit Mittäter bezeichnet wurde.“


Berlin (kath.net) „Sie haben nicht nur einen fürchterlichen Verlust erlitten, Sie sind in eine Öffentlichkeit gezerrt worden, die nicht immer fair oder rücksichtsvoll mit Ihnen oder Ihrem ermordeten Cousin umgeht und damit neuen, unnötigen Schmerz zufügt.“ Dies schreibt die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin und CDU-Politikerin Vera Lengsfeld (Berlin) in ihrem Kondolenzschreiben an die Familie des polnischen LKW-Fahrers Lukasz Urban sowie an seinen Cousin Zurawski, dem Besitzer der Speditionsfirma, der der LKW gehörte. Urban war im Zusammenhag mit dem LKW-Attentat vor der Berliner Gedächtniskirche gestorben. Er war der ursprüngliche Fahrer des zur Mordwaffe umfunkionierten LKW und wurde erschossen im LKW aufgefunden. Der genaue Tathergang ist noch unklar.


Lengsfeld erläutert in dem Brief, den sie auf ihrem Blog veröffentlicht hat: „Ich schreibe Ihnen, weil ich mich schäme, dass unsere Kanzlerin, als sie fünfzehn Stunden nach dem entsetzlichen Anschlag endlich eine Erklärung abgab, Lukasz Urban mit keinem Wort erwähnte. Sie hat sich, so weit ich weiß, auch sonst nicht an die Polen gewandt mit einer Entschuldigung dafür, dass ein polnischer Bürger, der das erste Opfer eines terroristischen Anschlags wurde, stundenlang in den Medien als ‚Beifahrer‘ und damit Mittäter bezeichnet wurde.“ Sogar als bereits festgestanden sei, dass Urban erschossen worden war, sei das Wort „Beifahrer“ noch weiterhin benutzt worden. Sie schäme sich „für diese fatale Berichterstattung und die Kälte unserer Kanzlerin gegenüber Lukasz Urban und Polen“.

Deshalb möchte ich Ihnen sagen“, erläuterte die CDU-Politikerin weiter, „dass es tausende Deutsche gibt, die das wie ich empfinden. Man hört ihre Stimme nicht in den Mainstream-Medien, aber man kann sie in den zahllosen Kommentaren finden, die diese Menschen auf der Seite der Bundeskanzlerin, der Bundesregierung und den Medien abgeben, sofern die Kommentarspalten nicht abgeschaltet wurden. Seien Sie versichert, dass tausende Menschen in Deutschland an Sie und Ihre Familie denken.“

Lengsfeld wünschte „viel Kraft die kommenden schrecklichen Tage, das erste Weihnachten ohne Lukasz Urban und hoffe, dass Sie Trost darin finden, dass Herr Urban ein tapferer Mann war, der kämpfend starb.“


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