Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  3. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  4. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  7. Écône, zum Zweiten
  8. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  9. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  10. Leo XIV. auf Lampedusa: Zum Nächsten wird man!
  11. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  12. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  13. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  14. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  15. Papst hofft auf gemeinsamen Weg aller christlichen Konfessionen hin zur Feier des Jahres 2033

Der hl. Martin - Zeuge der Barmherzigkeit

12. November 2016 in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Menschen wie St. Martin stehen seit Jahrhunderten für die Kultur christlicher Nächstenliebe in Europa. Heute erfahren wir bitter, dass ein Europa, das sich nicht auf gemeinsame Werte beruft, ein leerer Überbau ist. Von Bischof Heinz Josef Algermissen


Fulda (kath.net/Bonifatiusbote) Das Bild vom hl. Martin, das wir alle kennen, ist das der Mantelteilung. Jedes Jahr am 11. November, am Gedenktag des Heiligen, wird die berühmte Szene in unseren Kirchengemeinden nachgespielt. Der hl. Martin teilt mit dem Bettler den Mantel. Indem er so die Distanz zum frierenden Bettler überbrückte, trat er, zunächst wohl ganz unbewusst, in die Nähe Jesu Christi. In der bedürftigen und erbarmungswürdigen Gestalt durfte Martin Jesus Christus erkennen. Und so begegnet er im notleidenden Bettler letztlich Jesus Christus selbst.

Martin, 316 oder 317 im heutigen Ungarn geboren, ist ein bedeutender Zeuge der barmherzigen Liebe, die uns in den Worten, Gleichnissen und Taten Jesu immer wieder begegnet. Indem er den Mantel in zwei gleiche Teile teilt, erkennt Martin: Jedem Menschen ist die gleiche Würde geschenkt ─ unabhängig von Herkunft, Milieu und individuellen Unterschieden. Damit wird deutlich: Als Geschöpf Gottes besitzt jeder Mensch die gleiche Würde.


Martin lebte und wirkte in leiblicher Weise die Werke der Barmherzigkeit, die Jesus selbst im 25. Kapitel des Matthäus-Evangeliums nennt (Verse 31-40): Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Nackte bekleiden, Fremde und Obdachlose aufnehmen und beherbergen, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und die Toten würdig begraben, sich also barmherzig gegenüber denen zeigen, die in Not und Elend leben.
Der Geist des hl. Martin lebt bis zum heutigen Tag in den Kleiderkammern, in unseren Krankenhäusern, Pflegeheimen, Hospizen, in Obdachlosenheimen ebenso wie in Flüchtlingsunterkünften. Allerorts finden sich in unserer Diözese Orte und Einrichtungen der Barmherzigkeit, wofür ich sehr dankbar bin.

Papst Franziskus hat für dieses Jahr 2016 das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. „Gottes Barmherzigkeit ist eine konkrete Wirklichkeit, durch die er seine Liebe als die Liebe eines Vaters und einer Mutter offenbart, denen ihr Kind zutiefst am Herzen liegt“, so schreibt der Papst in seinem Einladungsbrief zu diesem Jahr. Seit Advent 2015 sind im Hohen Dom zu Fulda und in neun weiteren Kirchen und Klöstern unserer Diözese die Pforten der Barmherzigkeit als besondere Zeichen geöffnet. Die offenen Türen sollen uns allen zeigen: Hier können die Gläubigen Trost und Zuversicht finden. Hier können sie sich als geliebte Töchter und Söhne des barmherzigen Vaters angenommen wissen (vgl. Lk 15,11-32), können spüren, dass Gott ein verzeihender und gnädiger Gott ist.

Immer wieder werden der Kirche Menschen geschenkt wie Martin, die durch ihr Leben und Wirken Zeugnis ablegen von der Barmherzigkeit Gottes. Sie stehen mit ihrem gesamten Leben seit Jahrhunderten für die Kultur christlicher Nächstenliebe in Europa. Gerade die christlichen Wurzeln bedeuten ein großes Zukunftsgut für unseren Kontinent.

Heute müssen wir indes bitter erfahren, dass ein Europa, das sich nicht auf gemeinsame Werte beruft, ein leerer Überbau ist. Zieht jeder Staat nur sein eigenes Wohl als Maßstab heran, ist der europäische Gedanke zum Scheitern verurteilt. Deshalb hat schon Jaques Delors, von 1985-1994 Präsident der Europäischen Union, eine Rückbesinnung auf die christlichen Grundwerte mit ihrer eindeutigen Option für die Schwachen und gegen eine Gesellschaft des Egoismus gefordert. Ohne dieses Wertegefüge hat die Idee der europäischen Einheit keine Zukunft. Auch daran kann uns der hl. Martin erinnern.

Foto Bischof Algermissen (c) Bistum Fulda


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Europa

  1. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  2. EU-Bischöfe zu „My Voice, My Choice“: „Eine Entscheidung, die ernsthafte Bedenken aufwirft“
  3. Bischofskonferenzen Europas beten in der Fastenzeit für Frieden
  4. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  5. Menschenrecht auf Abtreibung?
  6. CDL: „EU-Parlament entscheidet ein weiteres Mal gegen das Recht auf Leben“
  7. Katholische Bischöfe zeigen sich besorgt vor Abtreibungs-Abstimmungen des EU-Parlaments
  8. Papst fordert Schutz des religiösen Erbes Europas
  9. Wegweisend! - COMECE unterstützt Polen gegen EU-Druck zur Anerkennung sogenannter „Homo-Ehen“!
  10. Kardinal Filoni: "Europa braucht Re-Evangelisierung"






Top-15

meist-gelesen

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  3. Écône, zum Zweiten
  4. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  5. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  6. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  7. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  8. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  9. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  10. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  11. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  12. Freimaurerei „mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar“
  13. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  14. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  15. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz