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Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam

26. Mai 2026 in Chronik, 3 Lesermeinungen
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Europa werde ‚die Kurve nicht kriegen‘, weil es die Gefährlichkeit der Lage nicht begreife.


Berlin (kath.net/jg)
Der israelisch-arabisch-deutsche Extremismusforscher Ahmad Mansour hat in einem Interview mit der Kleinen Zeitung davor gewarnt, dass in Europa eine naive Haltung zum Islam vorherrsche und „eine intolerante Ideologie“ in manchen Fällen sogar gefördert werde. Er spricht von einer „lokalen und regionalen Unterwanderung“ durch islamistische Bewegungen, berichtet die Tageszeitung Heute.

Ein konkretes und aktuelles Beispiel seien die Proteste beim Eurovision Song Contest in Wien, sagt Mansour. Muslime und radikale Linke hätten gemeinsam gegen die Teilnahme Israels demonstriert. Für ihn ist diese Kooperation keine Überraschung: Seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 bestehe eine „strategische Partnerschaft“ zwischen diesen Gruppen, die von gemeinsamem Antisemitismus und Judenhass geprägt sei.


Der Experte befürchtet, dass Historiker später einmal fragen werden, „wie es geschehen konnte, dass wir im Namen von Toleranz und Vielfalt eine eigentlich intolerante Ideologie nicht nur geduldet, sondern manchmal auch noch gefördert haben“. Europa begreife die Gefährlichkeit der Lage nicht und sei nicht dabei, „die Kurve zu kriegen“, warnt er.

Mansour geht nicht von einer flächendeckenden Islamisierung Europas aus, bei der islamistische Fahnen über Parlamenten wehen. Stattdessen warnt er vor einer schleichenden lokalen Unterwanderung: In bestimmten Vierteln von Städten wie Paris, London, Brüssel, Berlin und Wien lebten immer mehr Menschen, welche die westlichen Werte und Gesetze nicht akzeptierten. Dort gelten die staatlichen Regeln bereits jetzt nur mehr eingeschränkt.

Er verweist auf eine aktuelle Studie, der zufolge rund 40 Prozent der muslimischen Kinder ihren religiösen Glauben über die Gesetze des Staates stellen. (Siehe Link) Radikale Kräfte würden liberale Muslime und Andersgläubige drangsalieren. Linke Akteure würden solche Debatten oft unterbinden und damit – bewusst oder unbewusst – mit Islamisten gemeinsame Sache machen.

Positiv bewertet Mansour das Kopftuchverbot für junge Mädchen in österreichischen Schulen als Schritt in die richtige Richtung. Der Staat müsse klare Grenzen setzen und Intoleranz nicht unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit dulden.

Trotz seiner kritischen Analyse bleibt Mansour optimistisch, was eine Reform des Islam betrifft. Er ist überzeugt, dass der Koran historisch-kritisch interpretiert werden könne. Seine Hoffnung ruht auf Muslimen, die ihren Glauben behalten wollen, sich aber klar zu Demokratie und Menschenrechten bekennen. Dieser Prozess erfordere jedoch konsequentes Handeln von Politik und Gesellschaft: Die Anpassung an demokratische Werte müsse zur Bedingung gemacht werden.

 

Archivfoto Ahmad Mansour (c) Wikipedia/Elena Ternovaja/CC BY-SA 3.0

 

 


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