Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Segnen geht anders
  2. Kardinal Müller: „Die sogenannte Interkommunion zementiert die Kirchenspaltung“
  3. US-Berater Fauci meint: Geistliche sollen Gläubige von Covid-Impfung überzeugen
  4. Vatikan für Zurückhaltung in US-Debatte um Kommunionempfang
  5. Die Krise: ein Weckruf an die Menschheit
  6. 1521 – 2021: zur Klärung der Begriffe. Schisma und Häresie
  7. Franziskus von "konservativen Kräften" gefangen?
  8. "Bischof" darf nicht zum Schimpfwort werden!
  9. Die Glaubenskongregation ist Stellvertretungsorgan des Papstes
  10. Was steckt eigentlich hinter dem ›Gender-Sternchen‹?
  11. Frankreichs Bildungsminister verbietet Gendern an Schulen
  12. China: Kein Zugang mehr zu Bibel-Apps und christlichen WeChat-Accounts
  13. USA unter Biden steigen aus Lebens- und Familienschutzerklärung aus
  14. Maria 1.0 ruft deutsche Bischöfe zur Einheit mit Rom auf
  15. Gewalt gegen Israel

‘Den Menschen in Aleppo geht es am schlechtesten’

10. April 2016 in Chronik, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Trotz Waffenruhe bleibt die Lage der syrischen Christen dramatisch – „Kirche in Not“ hilft bei der Grundversorgung - Von Oliver Maksan.


München (kath.net/ KiN)
Im März ging der Syrien-Krieg in sein sechstes Jahr. Die Genfer Gespräche und die Waffenruhe lassen erstmals zarte Hoffnung aufkeimen, dass das Sterben endlich ein Ende findet. Doch vielerorts gibt es immer noch Gefechte – zum Beispiel in Aleppo. „Auch wenn derzeit viel von Waffenstillstand gesprochen wird: Kürzlich hat der IS wieder Stadtteile bombardiert, die unter Kontrolle der Regierungs-truppen sind. Dort leben die meisten Christen“, berichtet Franziskanerpater Ibrahim Alsabagh gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Der Ordensmann ist Pfarrer einer römisch-katholischen Gemeinde in Aleppo.

Doch selbst wenn die Waffen einmal ganz schwiegen, sei der Alltag äußerst hart. „Eine Familie in Aleppo benötigt im Monat rund 17 000 syrische Lire (umgerechnet etwa 67 Euro), um zu überleben. Doch nicht einmal das steht allen Menschen zur Verfügung“, sagt Pater Ibrahim. Rund die Hälfte der Einwohner Aleppos lebe in bitterster Armut. Auch viele Familien, die früher wohlhabend waren, seien während der fünf Kriegsjahre verarmt und nun auf Unterstützung angewiesen. „Sie sind nicht in der Lage, sich so zu versorgen, wie es der Menschenwürde entspricht.“ Die Folgen seien verheerend: „Aus meiner Pfarrei mussten in den letzten Wochen 15 Menschen ins Krankenhaus, weil sie wegen Mangelernährung in Lebensgefahr schwebten“, berichtet der Pater.


Zum Lebensmittelmangel kommen weitere Schwierigkeiten. „Die schlechte Stromversorgung gehört zu unseren größten Problemen“, sagt Pater Ibrahim. „Um nur zwei Lampen oder das Radio zu betreiben, braucht eine Familie Strom der Stärke zwei Ampere. Da die privaten Stromfirmen überhöhte Preise verlangten, könnten sich viele Familien nicht einmal diese Minimalversorgung leisten, geschweige denn eine Waschmaschine nutzen. Was es für die Menschen bedeute, nach Einbruch der Dunkelheit ohne Strom zu sein, werde immer deutlicher: „Das hat zu zahlreichen psychischen Störungen geführt, wie wir schon vielfach beobachten konnten“, erklärt Pater Ibrahim.

Der Ordensmann möchte hier Abhilfe leisten. Dazu hat er das Projekt „Zwei Ampere für jede Familie“ ins Leben gerufen, um die Grundversorgung an Elektrizität zu sichern. Es ist ihm bewusst, dass dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. „Aber es ist eine Hilfe, die auch psychologischen Wert hat und einen Ausdruck unserer Solidarität mit den Ärmsten darstellt“, so der Pater. Darüber hinaus leiste das von „Kirche in Not“ unterstütze Projekt auch einen Beitrag, um Versorgungssicherheit zu schaffen und damit Fluchtursachen entgegenzuwirken. „Wir helfen den Menschen, die hier bleiben, weil sie sich ihrer Heimat verbunden fühlen. Wir wollen ihnen helfen, in Würde zu leben“, sagt Pater Ibrahim.

Er ist voller Dankbarkeit für die Hilfe der Wohltäter aus aller Welt: „Wenn uns auch die Raketenangriffe erschrecken und uns das Herz schwer machen, so trösten uns doch die Früchte Eurer Liebe.“ Er und seine Gemeinde blieben trotz der schwierigen Lage voll Zuversicht: „Wir danken dem Herrn für all das Positive, das geschieht. Und wir hoffen dass der Waffenstillstand, an den sich zumindest ein Teil der Kriegsparteien hält, Bestand hat.“

„Kirche in Not“ steht der christlichen Minderheit in Syrien seit vielen Jahren bei – mit pastoraler wie materieller Hilfe. Seit Beginn des Syrienkrieges liegt ein besonderer Fokus auf der Unterstützung der Binnenflüchtlinge, um den Menschen eine Zukunft in ihrer Heimat zu ermöglichen. Deshalb hilft „Kirche in Not“ den Gemeinden vor Ort, um Kleidung, Lebensmittel und Medikamente bereitzustellen oder Wohnraum anzumieten.

Foto: Pater Ibrahim Alsabagh, © Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Elisabeth53 11. April 2016 
 

Danke Kirche in Not

tolle Arbeit und wunderbares Zeugnis in der Weltkirche
nochmals Danke


1

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Syrien

  1. Zehn Jahre Syrienkonflikt: „Kirche in Not“ fordert Erleichterungen für humanitäre Hilfen
  2. Syrien: Homs hat einen neuen syrisch-orthodoxen Erzbischof
  3. Syrien: Wiederaufgebaute maronitische Kathedrale von Aleppo eingeweiht
  4. Christen in Syrien verlangen Aufhebung der westlichen Sanktionen
  5. Syrien: Neun Jahre Krieg – und nun auch noch das Virus
  6. Chaldäer-Bischof betont: "In Aleppo wird gefeiert"
  7. Pfarrer von Aleppo: Papstappell ein großer Trost für uns
  8. Türkische Militäroperation: Christen zwischen allen Fronten
  9. Neue Gebetskarte für Syrien
  10. Türkische Syrienoffensive für Bischof von Aleppo "ein Verbrechen"








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie eine ROMREISE!
  2. „Alle Reformen der Kirche werden kein Heil bringen!“
  3. Segnen geht anders
  4. Osterspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre Hilfe!
  5. Maria 1.0 ruft deutsche Bischöfe zur Einheit mit Rom auf
  6. "Kraft apostolischer Vollmacht errichte ich den laikalen Dienst des Katecheten"
  7. 1521 – 2021: zur Klärung der Begriffe. Schisma und Häresie
  8. Franziskus von "konservativen Kräften" gefangen?
  9. Was steckt eigentlich hinter dem ›Gender-Sternchen‹?
  10. Kardinal Müller: „Die sogenannte Interkommunion zementiert die Kirchenspaltung“
  11. "Biedern Sie sich nicht der Welt und ihren falschen Wegen an!"
  12. Sonst kann jeder tun, was ihm entspricht
  13. Erzbischof Gänswein weiht Priester in Altötting
  14. Die Glaubenskongregation ist Stellvertretungsorgan des Papstes
  15. "Bischof" darf nicht zum Schimpfwort werden!

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz