Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  3. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  4. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  7. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  8. Écône, zum Zweiten
  9. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  10. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  11. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  12. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  13. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  14. Papst hofft auf gemeinsamen Weg aller christlichen Konfessionen hin zur Feier des Jahres 2033
  15. Petrus und Paulus: Die Einheit der Kirche wächst aus der Verschiedenheit

Sprache und Täuschung

12. November 2015 in Kommentar, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Jesus hat nie versprochen, er werde die „enge Türe“ breiter machen und den „schmalen Weg“ nach irgendwelchen Diözesan-Beschlüssen „verbreitern“, damit alle auch ohne Umkehr „durchkommen“ können. kath.net-Klartext von Bischof Andreas Laun


Salzburg (kath.net) Immer öfter hört und liest man auch aus dem Mund oder in Texten hochgestellter Geistlicher Stellungsnahmen, die irreführend sind.

Zum „heißen Eisen“ des Kommunion-Empfangs von Menschen, die in einer nur zivilen Partnerschaft leben, lauten die Aussagen oft etwa so: „In unserer Diözese, haben wir einen Studientag zum Thema der genannten Frage organisiert und einen prominenten“ (leider aber liberalen)“ Moraltheologen dazu geholt. Das Ergebnis haben wir unseren Priestern gesagt und es lautet: Ja, gebt den Leuten die Eucharistie, wenn sie ihre ´Situation` mit einem „erfahrenen Priester abgeklärt haben“.

Das erinnert fast wörtlich an eine „pastorale Lösung“, die vor Jahren von drei deutschen Bischöfen vorgeschlagen, von der Glaubenskongregation unter dem damaligen Kardinal Ratzinger aber zurückgewiesen wurde. Und jetzt immer wieder neu aufgetischt wird, als ob es sie noch nie gegeben hätte und als ob kein geringerer als der hl. Papst Johannes Paul II. die Frage nicht klar und umdeutungs-resistent entschieden hätte.

Und wenn schon jemand glaubt, Papst Franziskus könnte und werde anders entscheiden: Wer „schon jetzt“ eine andere Praxis „lehrt“ und verteidigt, sollte Ungehorsam nicht schönreden mit Formulierungen wie: „Es ist ein Weg, den viele Priester aus pastoraler Überzeugung gegangen sind.“

Das Wort von der „pastoralen Überzeugung“ hat einen legitimen Sinn in bestimmten Situationen – z. B. wenn Eltern ihr Kind von einem Religionsunterricht abmelden, wenn er längst nicht mehr katholisch ist! –, aber der Begriff ist im genannten Zusammenhang objektiv eine Irreführung.

Paulus (1 Kor 11,27-30) warnt mit Nachdruck: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt.“


Um ein Missverständnis zu vermeiden: Paulus sagt nicht, man solle die Lehre der Kirche prüfen, sondern sich!

Und man kann getrost hinzufügen: Prüfen im Licht der Lehre der Kirche, die das große Geheimnis der Beziehung von Eucharistie und Ehe schon immer bedacht und für uns Katholiken authentisch ausgelegt hat.

Und daran, das traue ich mir schon jetzt zu sagen ohne dem Papst vorgreifen zu wollen, wird auch der jetzige Papst nichts ändern.

Hilfreich ist es auch zu bedenken: Die Spendung eines Sakramentes hängt in keinem Fall von der größeren oder kleineren Barmherzigkeit des Spenders und dessen persönlichen „Meinungen“ ab, sondern immer nur von der Verfasstheit des Empfängers. Und dabei stellen die Sakramente von sich aus verschiedene „Bedingungen, die im Sinn des hl. Paulus und je nach Sakrament zu prüfen sind, in manchen Fällen auch als Prüfung „von außen“, also von der Kirche.

Rede kurzer Sinn: Man sollte ehrwürdige Begriffe wie „pastorale Verantwortung“, „pastoraler Weg“ und „pastorale Begleitung“ nicht missbrauchen zur Tarnung von Ungehorsam! „Ungehorsam“, der oft gut gemeint ist und Folge einer Verführung durch „falsche Propheten“, aber objektiv bleibt solcher Ungehorsam, was er ist, nämlich Ungehorsam!“ Es wäre gut, ihn auch so zu nennen!

Irreführung mit Sprache gibt es auch auf anderen Gebieten: Man spricht von einer „Gradualität des Gesetzes“, aber diese gibt es nicht, sondern immer nur „Gradualität“ des Menschen auf dem Weg. Und das „Ziel“ des Weges ist Heiligkeit, nicht Mittelmaß, auch wenn die „Zielgruppe“ derer, die die Kirche auf dem Weg führt, noch weit weg vom Ziel und nur mittelmäßige Christen sind.

Auch darf man z.B. „Reinheit vor der Ehe“ nicht „Idealvorstellung“ nennen, weil dies zum Gedanken verführt: „Wer ist schon ideal? Ich gebe ohnehin zu, dass ich ein Sünder bin. Und: Na ja, ich muss mir die Latte nicht zu hoch legen!“ Und in einem anderen Bild: Es gibt viele bessere und schwächere Skifahrer, aber nur ein paar wenige können die „Streif“ oder eine andere „Superabfahrt“ bewältigen! Es ist ihnen auch vom Versuch dringend abzuraten! Und: Zum Skifahren muss man nicht die Streif im Renntempo fahren können, das ist nicht einmal ein Ideal; das Ideal ist das Mittelmaß!

Aber in der Liebe und darum auch in der Gottesbeziehung kann das Ideal nur die vollständige Hingabe sein, zu lieben ohne Maß, sagt der hl. Bernhard!

Jesus hat die Sünder geliebt und gerade deswegen immer klar gesprochen, für alle Menschen, nicht nur für „Profis in Frömmigkeit“. Er hat die „Latte nie und für niemand nach unten versetzt“, nie versprochen, er werde die „enge Türe“ schon noch breiter machen und den „schmalen Weg“ nach irgendwelchen Diözesan-Beschlüssen „verbreitern“, damit alle auch ohne Umkehr „durchkommen“ oder einen „gemütlicheren“ Weg gehen können.

Bildhafte Sprache kann sehr helfen zu verstehen, Jesus und die Propheten haben sich der Bilder und der Bildergeschichten bedient, aber diese Sprachform kann auch in die Irre führen!

Geradezu klassisches Beispiel sind die Ringe, die nicht mehr unterscheidbar sind – und so seien auch alle Religionen „gleich“. Oder der „Elefant“ den Blinde abtasten und darum zu einem je anderen „Elefantenbild“ kommen, obwohl es nur einen wirklichen Elefant gibt – und so sei es auch mit den Religionen, die eine je andere Vorstellung von dem einen Gott haben… In der Messe betet der Priester: Bewahre uns vor Verwirrung und Sünde: Zwei Übel, und das Erstgenannte führt oft zum Zweiten!

Man erinnere sich nur: Die beiden schlimmsten Diktaturen der Weltgeschichte, geführt von Stalin und Hitler, begannen mit Verwirrung – der Gedanken und auch der Sprache!

kath.net-Buchtipp
Klartext III
Dialog mit dem Zeitgeist
Von Andreas Laun
Taschenbuch, 104 Seiten
2014 Dip3 Bildungsservice Gmbh
ISBN 978-3-902686-59-6
Preis 8.90 EUR
Leicht bestellbar im kathShop, lieferbar auch durch jede Buchhandlung

Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun predigt beim Requiem des Salzburger Alt-Erzbischofs Georg Eder



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Das kirchliche Amt zwischen Wahrheit und Selbstreferenz – Vom Selbstausdruck zum Christuszeugnis
  2. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  3. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  4. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  5. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  6. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  7. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  8. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  9. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  10. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - REISE AUSGEBUCHT
  2. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  3. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  4. Écône, zum Zweiten
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  7. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  8. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  9. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  10. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  11. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  12. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  13. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  14. Freimaurerei „mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar“
  15. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz