Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  2. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Die Krise des Bischofsamtes
  5. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  6. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  7. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  8. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  9. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  10. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  11. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  12. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  13. Der Realismus der Barmherzigkeit
  14. Wer ist Jesus Christus für mich? Der Glaube als tägliche Entscheidung
  15. Priester berichtet von Befreiung christlicher Sklaven in Pakistan

Die liberale Inquisition schlägt zu

5. November 2015 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Unangenehme Argumente werden lieber zensiert als diskutiert. Dies kritisiert US-Bischof Robert Barron am Beispiel eines Kommentars zur Familiensynode in der New York Times, der liberalen Theologen nicht gefällt


New York (kath.net/CNA/jg)
In der gegenwärtigen intellektuellen Kultur gebe es die Tendenz echte Diskussionen zu vermeiden und stattdessen diejenigen zu zensurieren, deren Argumente uns nicht passen, schreibt Weihbischof Robert Barron in einem Kommentar im Catholic World Report. Er bezieht sich auf einen offenen Brief, den einige Theologen der USA an die Herausgeber der New York Times geschrieben haben. Sie kritisieren einen Kommentar zur Familiensynode, den Ross Douthart in der Zeitung veröffentlicht hatte. Der Brief endet mit dem Satz: „Das ist nicht das, was wir von der New York Times erwarten.“ Barron versteht das als Aufforderung an die Herausgeber, Douthat nicht zu katholischen Themen zu Wort kommen zu lassen.

Ausgangspunkt der Kontroverse ist ein Kommentar, den Ross Douthart am 17. Oktober veröffentlicht hat. Unter dem Titel The Plot to Change Catholicism (dt. „Die Verschwörung zur Veränderung des Katholizismus“) eine Analyse der Familiensynode verfasst. Er wirft Papst Franziskus vor, die Zulassung zivilrechtlich wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion stillschweigend zu unterstützten. Nur deshalb habe der Vorschlag von Kardinal Kasper überhaupt zu einem Thema bei der Synode werden können. Douthat unterstellt weiter, Franziskus habe auch vorgegeben, die umstrittene Änderung über den pastoralen Weg zu versuchen. Als Papst habe er zwar viel Macht, aber praktisch keine Möglichkeit, die Lehre zu verändern. Deshalb versuche er, die Doktrin über die Pastoral zu umgehen.


Douthat hält selbst nicht viel von der Idee, die er als „Quatsch“ („rubbish“) bezeichnet. Als Journalist sehe er darin eine faszinierende Geschichte, als Katholik erwarte er aber, dass der Plan letztlich scheitern werde. Wenn der Papst und der historische Glaube miteinander in Spannung geraten, setze er auf den Glauben, schreibt er.

Der offene Brief der Theologen geht auf kein einziges Argument von Douthat ein sondern versucht den Journalisten als theologisch unqualifiziert darzustellen. Er betrachte die Auseinandersetzungen in der Familiensynode unter politischen Gesichtspunkten als Fraktionskämpfe zwischen konservativ und liberal. Weiters behaupten die Theologen Douthat würde Mitglieder der Kirche als Häretiker bezeichnen, was für diese schwerwiegende Folgen haben könne. In dem angesprochenen Kommentar kommt das Wort Häretiker allerdings kein einziges Mal vor.

Er selbst stimme nicht in allem mit Douthats Kommentar überein, schreibt Barron. Doch halte sich der Journalist an die Spielregeln des öffentlichen Diskurses. Eine politische Lesart innerkirchlicher Auseinandersetzungen sei jedenfalls nichts Neues. Vom Bericht über das erste Apostelkonzil von Jerusalem in der Apostelgeschichte bis zu Yves Congars Analyse des Zweiten Vatikanischen Konzils seien diese Kategorien angewendet worden. Wer anderer Ansicht sei solle dies mit Argumenten verteidigen und nicht versuchen, Douthat mundtot zu machen, schreibt Barron.

Ross Douthat hat mittlerweile einen offenen Antwortbrief geschrieben und in der New York Times veröffentlicht. Darin fasst er in zwei Absätzen zusammen, warum die Gegner einer Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion die besseren Argumente auf ihrer Seite hätten.

Erstens werde die geltende katholische Lehre der zufolge die Ehe unauflösbar sei ausgehöhlt, wenn die Kirche zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene ohne Annullierung der ersten Ehe zur Kommunion zulasse. Zweitens seien dadurch nicht nur das Ehesakrament sondern auch die Beichte und die Eucharistie betroffen. Der Zusammenhang von Beichte und Kommunion sei damit aufgehoben und es sei nicht mehr zu begründen, warum eheähnliche Verhältnisse, gleichgeschlechtliche Partnerschaften oder Polygamie von der Kirche nicht anerkannt werden sollten.

Möglicherweise werde die Kirche revolutioniert werden und seine Einwände mit dem Rest des konservativen Katholizismus untergehen. Letzterer werde sich aber nicht so einfach geschlagen geben. Es werde eines „bitteren Bürgerkrieges“ bedürfen um ihn klein zu kriegen. „Liebe Professoren: Willkommen auf dem Schlachtfeld“, schreibt Douthat abschließend.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Theologie

  1. Bischof Barron warnt vor postmoderner Umdeutung des Naturrechts in der katholischen Moraltheologie
  2. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  3. Papst Leo: Das Theologiestudium ist keine „akademische Verpflichtung, sondern eine mutige Reise“
  4. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  5. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  6. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  7. Zahl der Theologiestudenten in Passau in drei Jahren versiebenfacht - Von 21 auf 140 Studienanfänger
  8. US-Theologe: Es ist nicht katholisch, wenn man ständig das Lehramt kritisiere
  9. ‚Veritatis splendor – der 30. Jahrestag einer vergessenen Enzyklika’
  10. Knalleffekt am Aschermittwoch: Vier Synodale verlassen den "Deutsch-Synodalen Irrweg"






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Stift Heiligenkreuz: Abt Maximilian Heim tritt zurück
  3. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  4. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  5. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  6. US-Bischof Coakley: 'Wir haben noch nicht das letzte Wort zu Traditionis custodes gehört'
  7. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  8. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  9. Kopf der hl. Agatha zum 900. Jubiläum der Reliquienrückkehr gekrönt
  10. Spanischer Priester hilft mehr als 1.200 Personen, einen Ehepartner zu finden
  11. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  12. Warnung vor Unterwanderung des Westens: ‚Hört auf, Feigheit mit Toleranz zu verwechseln‘
  13. Polen: Bei Ford-Werbung fehlt ein markantes Gipfelkreuz – Absicht oder Versehen?
  14. Warum die Erzdiözese Seoul so viele Priesterberufungen hat
  15. Erzbischof von Sydney kritisiert TV-Sender wegen einseitiger Berichterstattung zu Sterbehilfe

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz