Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  2. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  3. Gericht verhandelt über Diskriminierung einer Lebensschutzgruppe an der Uni Heidelberg
  4. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  5. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  6. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  7. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  8. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  9. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  10. Viel Lärm um nichts?
  11. Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt ein starkes Zeichen für das Lebensrecht
  12. Renaissance des Glaubens: Amerikas junge Männer kehren in die Kirchen zurück
  13. Finanzströme des Islam-Terrors: Hisbollah-Netzwerke bis nach Österreich aktiv
  14. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  15. Israel: Haftstrafe für zwei Soldaten nach schwerem Vandalismus an Kruzifix

Flüchtlingskrise: Ist Deutschland mit der Integration überfordert?

14. Oktober 2015 in Chronik, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Pro und Kontra: Matthias Matussek und Margot Käßmann nehmen Stellung


Wetzlar (kath.net/idea) Die Bundesregierung rechnet damit, dass in diesem Jahr mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Immer lauter wird die Forderung nach einer Begrenzung der Zuwanderung. Ist Deutschland schon jetzt mit der Integration überfordert? Zwei profilierte christliche Persönlichkeiten äußern sich dazu in einem Pro und Kontra für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar).

Matussek: Schon jetzt vielerorts der Notstand

Der Buchautor und Kolumnist der Tageszeitung „Die Welt“, Matthias Matussek (Hamburg), bejaht die Frage. Schon jetzt riefen Bürgermeister und Landräte den Notstand aus. In vielen Aufnahmelagern herrsche inzwischen das Recht des Stärkeren. Besonders Christen seien Bedrohungen und Schikanierungen seitens der überwiegend muslimischen Flüchtlinge ausgesetzt. Laut Matussek hätte rund die Hälfte der Erdbevölkerung, die in prekären wirtschaftlichen und politischen Situationen lebt, einen Asylgrund: „Tatsache ist aber auch, dass wir nicht alle aufnehmen können, weil auch unsere Möglichkeiten, eine menschenwürdige Unterbringung zu ermöglichen, bald ausgereizt sind.“ Matussek räumt ein, dass es eine christliche Tugend ist, dem Nächsten zu helfen, „und wir haben bewiesen, dass wir dazu bereit sind“. Der Katholik mahnt zugleich mit einer Aussage des Kirchenlehrers Thomas von Aquin (um 1225–1274): „Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist Grausamkeit. Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit ist die Auflösung aller Ordnung.“ Matussek: „Wir sind unterwegs zur Zertrümmerung der Ordnung, und damit ist weder den Flüchtlingen noch uns gedient.“


Käßmann: Wir brauchen Kraft, aber wir haben sie

Dagegen ist die Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann (Berlin), überzeugt, dass Deutschland mit der Integration nicht überfordert ist: „Da würden wir uns als Menschen, unserer Kultur- und Wertegemeinschaft in Deutschland und uns als Christinnen und Christen doch wenig zutrauen.“ Käßmann zufolge wird kein deutscher Mittagstisch leer bleiben, keine Schule schließen, kein Christ an seinem Glauben verzagen, weil „Fremde“ kommen: „Wir brauchen Kraft, aber wir haben sie, Menschen aufzunehmen, die Unrecht und Krieg entfliehen.“ Kirchengemeinden gäben Sprachkurse, Mittelstandsbetriebe böten Lehrstellen, Wohnungsbesitzer öffneten Räume, um zu zeigen: „Ihr seid willkommen. Wir nehmen das biblische Gebet, die Fremden zu schützen, ernst.“ Laut Käßmann hatte das christliche Abendland, „das manche sehr Kirchenferne jetzt verteidigen wollen“, seine Blütezeiten, wenn es sich welt- und dialogoffen gezeigt habe: „Ein bisschen Gottvertrauen gegenüber all den Ängsten täte gut. Dass Gott Schwachen Kraft gibt, ist ein Leitmotiv der Bibel.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Flüchtlinge

  1. Dänemark: Verschärfung der Abschieberegeln für kriminelle Migranten
  2. Christlicher Konvertit Chia Rabiei darf in Deutschland bleiben
  3. Abschiebung: Erzbischof Lackner mahnt zu Menschlichkeit und Dialog
  4. Hat Kardinal Marx für EKD-Flüchtlingsschiff einen "namhaften Betrag" zur Verfügung gestellt?
  5. Zahl der Migranten übers Mittelmeer erheblich gestiegen
  6. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  7. "Fehler von 2015 dürfen nicht wiederholt werden"
  8. Wegen Kritik an Flüchtlingspolitik wurden Krippenfiguren gestohlen
  9. So retten, „dass Rettung nicht automatisch Einwanderung bedeutet“
  10. Theologe: "Die Kirche kann barmherzig sein, der Staat darf das nicht"







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  3. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  4. "Derselbe Polarstern"
  5. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  6. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  7. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  8. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  9. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  10. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  11. Viel Lärm um nichts?
  12. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  13. Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt ein starkes Zeichen für das Lebensrecht
  14. Der Fall „Correctiv“: Ein journalistischer Sündenfall und seine Folgen
  15. Papst Leo XIV. setzt in Kamerun seine Friedenspredigten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz