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Kathedrale in Cordoba: Petition fordert staatliche Kontrolle

27. Februar 2014 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Muslimische Organisationen fordern seit Jahren, dass die Kathedrale auch als Moschee genutzt werden soll


Madrid (kath.net/KAP/red) Die seit rund 20 Jahren von arabischen und europäischen Muslimen als "verlorenes Eigentum" rückgeforderte Kathedrale von Cordoba, die allerdings schon seit dem 13. Jahrhundert christliche Gottesdienststätte ist, soll nach dem Wunsch einer Online-Petition unter staatliche Kontrolle kommen. Auf der Petitionsplattform Change.org sprachen sich bis Dienstagabend 91.000 Personen dafür aus, der katholischen Kirche die Aufsicht über den Bau zu entziehen.

Das Bauwerk gehört mit rund 23.000 Quadratmetern zu den größten ehemaligen Moscheebauten der Welt. Es wurde zwischen 784 und 987 unter den Emiren und Kalifen von Cordoba errichtet. Als die Muslime im Jahr 711 die Stadt besetzten, hatten sie den Vorgängerbau, die antike Basilika „St. Vinzenz der Märtyrer“, zerstört, um „eine Moschee bauen zu können“. Im Jahr 1236, als König Ferdinand III. von Kastilien Cordoba von den Mauren zurückeroberte, wurde die Moschee zur christlichen Kirche geweiht. In den ersten zweieinhalb Jahrhunderten beschränkte man sich jedoch auf kleinere Ein- und Umbauten. Im 16. Jahrhundert wurden dann große Umbauten im Bereich des Hochaltars vorgenommen.


Unter dem Motto "Kathedralen-Moschee von Cordoba: Das Erbe aller" startete eine Gruppe von Historikern, Juristen und Journalisten Ende 2013 eine Petition, um eine angebliche "juristische, wirtschaftliche und symbolische Vereinnahmung" durch die Kirche zu stoppen. Sie argumentieren, der Bau sei vor 30 Jahren nicht nur wegen seiner architektonischen Bedeutung, sondern auch als Symbol der Eintracht zwischen den verschiedenen Zivilisationen und Religionen zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt worden.

Die Gruppe wirft der Diözese Cordoba vor, heimlich islamische Symbole aus der Kathedrale entfernen zu lassen. Sogar die Bezeichnung "Moschee" sei aus der offiziellen Broschüre gestrichen worden. Zudem kämen die zuletzt kräftig erhöhten Eintrittsgelder nur der katholischen Kirche zugute. Die Unterzeichner fordern die staatlichen Behörden sowie die UNESCO zum Einschreiten auf. Die andalusische Regionalregierung prüft laut Medienberichten vom Dienstag derzeit die Forderungen der Petition.

Vor vier Jahre hatte eine muslimische Jugendgruppe aus Österreich in der Kathedrale für einen Eklat gesorgt. Die 118 Männer beabsichtigten, in der Kirche ein muslimisches Gebet zu sprechen, was explizit verboten ist. Sie wurden vom privaten Sicherheitspersonal gebeten, ihr Gebet zu unterlassen. Daraufhin bedrohten sie Wachleute, weshalb die Polizei gerufen wurde. Nach Handgreiflichkeiten kam es zu Festnahmen.

Muslimische Organisationen fordern seit Jahren, dass die Kathedrale auch als Moschee genutzt werden soll. Die Diözesanleitung lehnt dies jedoch strikt ab. "Eine gemeinsame Nutzung trägt nicht zu einem friedlichen Zusammenleben bei", wird betont. Dies würde nur Verwirrung stiften.

Das am meisten beeindruckende Merkmal des Gebäudes sind die Bögen (Foto), die auf einem "Wald" aus mehr als 1.000 Säulen aus Jaspis, Onyx, Marmor und Granit ruhen. Die Säulen stammen aus römischer Zeit. Eine Theorie besagt, dass der "Säulenwald" schon Bestandteil einer Kathedrale war, die unter westgotischer Herrschaft errichtet wurde.

Copyright 2014 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


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