Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  2. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  3. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  4. US-Moderator Sean Hannity hat die katholische Kirche verlassen.
  5. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  6. Gericht verhandelt über Diskriminierung einer Lebensschutzgruppe an der Uni Heidelberg
  7. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  8. ‚Augustiner für den Frieden‘ – Der spätere Leo XIV. bei einer Friedensdemonstration in Rom 1983
  9. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  10. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  11. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  12. Renaissance des Glaubens: Amerikas junge Männer kehren in die Kirchen zurück
  13. Finanzströme des Islam-Terrors: Hisbollah-Netzwerke bis nach Österreich aktiv
  14. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  15. Israel: Haftstrafe für zwei Soldaten nach schwerem Vandalismus an Kruzifix

'Großmächte müssen Konfliktparteien an einen Tisch bringen'

5. November 2013 in Interview, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Syrischer Bischof spricht über das konstruktive Miteinander von Muslimen und Christen im Nahen Osten. Das Gespräch führte Joop Koopman (Kirche in Not)


Latakia-München (kath.net/KIN) Elias Sleman ist der maronitisch-katholische Bischof von Latakia in Syrien. Diese Küstenregion ist das Ziel vieler Flüchtlinge aus den umkämpften syrischen Städten Damaskus, Aleppo und Homs. Im Interview mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" spricht der Geistliche über das konstruktive Miteinander von Muslimen und Christen im Nahen Osten.


Kirche in Not: Herr Bischof, zwei Jahre wütet schon in Syrien ein Bürgerkrieg, der viele Christen aus dem Land fliehen lässt. Werden überhaupt noch Christen an dieser Heimstätte ihres Glaubens bleiben können?

Bischof Elias Sleman: Wir brauchen die Solidarität der westlichen Völker und Regierungen, um eine bleibende Präsenz der Christen in Syrien und im ganzen Nahen Osten zu garantieren. Wir dürfen nicht zulassen, dass es keine Christen mehr im Land gibt, denn die christliche Präsenz verhilft den Muslimen dazu, moderater zu sein. Das ist es, was Johannes Paul II. gemeint hat, als er über das Zusammenleben von Muslimen und Christen im Libanon sagte: "Es ist mehr als ein Land, es ist eine Botschaft." Jede Art von religiösem Fanatismus ist ein Verstoß gegen den grundlegenden Respekt gegenüber Gott und den Menschen. Die Christen im Westen ermöglichen das Zeugnis ihrer Glaubensbrüder in der muslimischen Welt durch ihr Gebet und ihre materielle Hilfe.


Kirche in Not: Wie würden Sie das Zusammenleben von syrischen Christen und Muslimen in der Vergangenheit beschreiben?

Sleman: Wir Christen leben mit den Muslimen in Syrien seit 1400 Jahren zusammen. Daher kann und werde ich nicht isoliert von Christen und Muslimen in dieser Region sprechen. Warum sollen wir auf einmal nicht mehr miteinander auskommen können, nur weil Dschihadisten und fundamentalistische Muslime nach Syrien kommen und darauf bestehen, dass dieses Zusammenleben nicht länger möglich ist? Wir Christen wollen im Land bleiben, und die moderaten Muslime wollen das auch. Wir sollten Länder nicht nach religiösen Zugehörigkeiten aufteilen. Das birgt ein großes Risiko in sich. Denn ein Land mit nur einer einzigen Religion wird leicht extremistisch und verursacht Krieg.

Kirche in Not: Es gibt Berichte, wonach Muslime in Syrien, dem Libanon und Jordanien ihren christlichen Nachbarn zu Hilfe gekommen sind. Können Sie solche Berichte bestätigen?

Sleman: Ja, und solches geschieht auch umgekehrt. Ich kenne zum Beispiel den Fall, dass mehrere sunnitische Flüchtlingsfamilien aus Aleppo in der Region Latakia Unterstützung von Ordensschwestern erfahren haben. Voller Erstaunen sagten die Sunniten: "Wir töten euch, und ihr gebt uns etwas zu essen. Wir werden euch das nicht vergessen." Das Christentum ist eine Religion der Offenheit.

Kirche in Not: Wie sieht Ihre Vision einer friedlichen Lösung des Bürgerkriegs in Syrien aus?

Sleman: Die Großmächte der Welt müssen die verschiedenen Konfliktparteien in Syrien ernsthaft unter Druck setzen und an einen Tisch bringen. Viele Medien vermitteln ein falsches Bild von der Lage in Syrien. Der Arabische Frühling wird oft als eine klar ausgerichtete Bewegung für Freiheit und Demokratie dargestellt. Gerade jetzt wäre es notwendig, darüber zu berichten, dass die moderaten Rebellen und die Islamisten angefangen haben, sich gegenseitig zu bekriegen.

---

"Kirche in Not" unterstützt die Kirche in Syrien und hilft den Flüchtlingen im Libanon und in Jordanien. Das Hilfswerk bittet dafür um Spenden. Online unter: www.spendenhut.de (Verwendungszweck: Syrienhilfe).

Oder:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
Kontonummer: 215 20 02
BLZ: 750 903 00
LIGA Bank München

IBAN: DE63750903000002152002
BIC: GENODEF1M05

Bischof Elias Sleman (c) KIRCHE IN NOT


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche in Not

  1. Kardinal Kurt Koch zum Präsidenten von "Kirche in Not“ ernannt
  2. Seine Freilassung war eine Gebetserhörung
  3. Informationen über Freud und Leid in Afrikas Kirche
  4. Tragisches Schicksal der verfolgten Christen
  5. «Ich komme nicht, um zu weinen!»
  6. Syrien: „Eine knappe Minute war schlimmer als 12 Jahre Krieg“
  7. Weltweite Aktion lädt Kinder zum Rosenkranzgebet für den Frieden
  8. "Kirche in Not": Mord an Priestern auch in "katholischen Ländern"
  9. Kirchliche Schule in Karakosch (Nordirak) wiedereröffnet
  10. Größte katholische Kirche auf der Arabischen Halbinsel wird geweiht







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  3. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  4. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  5. Christus, das Licht der Jugend und der Familien
  6. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  7. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  8. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  9. Keine Bistums-Erlaubnis für Afrika-Madonna in der Gebetsstätte Marienfried
  10. "Einfach viel unverschämter vom persönlichen Glauben erzählen"
  11. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  12. Der Fall „Correctiv“: Ein journalistischer Sündenfall und seine Folgen
  13. Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt ein starkes Zeichen für das Lebensrecht
  14. US-Moderator Sean Hannity hat die katholische Kirche verlassen.
  15. Bischof Ivo Muser: "Der größte Mangel, den wir in unserer Diözese haben, ist der Gläubigenmangel"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz