Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  4. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  5. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  6. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  7. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  8. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  11. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  12. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  13. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  14. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  15. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert

Schneider verteidigt das hochumstrittene EKD-Familienpapier

29. September 2013 in Deutschland, 16 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


EKD-Präses reagiert auf die Einwände gegen die "Orientierungshilfe" - Schneider: Nach diesen Reaktionen sei vorerst nicht mehr mit der ursprünglich ebenfalls geplanten Orientierungshilfe zur Sexualität zu rechnen.


Berlin (kath.net/KNA) Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider (Foto), hat die umstrittene Orientierungshilfe zur Familie verteidigt. Bei einem Symposium am Samstag in Berlin unter Leitung des Vorsitzenden der Theologischen Kammer der EKD, Christoph Markschies, zu dem Papier sagte Schneider, die Auseinandersetzung mit den Fragen um Ehe und Familie sei gesellschaftlich «dran» und neue Familienformen würden mehr oder weniger reflektiert gelebt. Die fünf geladenen Theologen beklagten allerdings, dass die theologische Begründung in dem Schreiben zu kurz komme und die Frage der Bedeutung von Institutionen wie der Ehe nicht ausreichend diskutiert werde.

Mit Blick auf die teilweise starke und grundsätzliche Kritik an der Orientierungshilfe erklärte Schneider: «Ein kritischer - auch selbstkritischer – Diskurs über ethische Orientierungshilfen in existenziellen Fragen steht dem Protestantismus gut an.» Die evangelische Kirche brauche eine «Neubesinnung und Fundierung mit den neuen vielfältigen Formen von Familie». Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass das Papier auf der Anfang November in Düsseldorf stattfindenden EKD-Synode eine zentrale Rolle spielen werde.


Gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte der Ratsvorsitzende, es sei noch völlig offen, ob die Orientierungshilfe zu einer Denkschrift erweitert werde. Gleichzeitig bestätigte er, dass mit der ebenfalls geplanten Orientierungshilfe zur Sexualität vorerst nicht mehr zu rechnen sei.

Markschies stellte infrage, ob die Textgattung Orientierungshilfe angemessen sei, um «Menschen zu lebenslanger Partnerschaft und verlässlicher familiärer Gemeinschaft zu ermutigen». Er konstatierte, dass die theologische Bedeutung der Ehe in der allgemeinen Debatte der evangelischen Kirche, «mehr vorausgesetzt und behauptet, denn wirklich begründet wird».

Für die Hamburger Neutestamentlerin Christine Gerber zeichnet sich die Orientierungshilfe dadurch aus, dass sie von der Frage ausgehe, «welches Ethos die gegenseitigen Beziehungen prägen sollte, die in unterschiedlichen, variablen Lebensformen gelebt werden können». Auch das christliche Verständnis von Lebensformen habe sich längst gegenüber den ja auch nicht einhelligen Konzepten von Ehe und Familie in der Bibel verändert.

Der Mainzer Neutestamentler Friedrich Wilhelm Horn widersprach der Annahme der Orientierungshilfe, dass das Neue Testament andere familiäre Lebensformen als die der Ehe kenne. Er selber bejahe zwar das Recht auf homosexuelle Lebenspartnerschaften. Diese Entscheidung sehe er «klar gegen biblische Vorgaben». Es sei eine «fromme Illusion», wolle man heute das Leben in vollem Umfang nach den einzelnen Weisungen der Bibel ausrichtet.

Der Heidelberger Dogmatiker Wilfried Härle wertete die Orientierungshilfe als Anstoß für einen wichtigen Diskussionsprozess. Da sie keine Denkschrift sei, müsse sie auch nicht zurückgenommen werden. Allerdings müssten entstandene Missverständnisse geklärt und aus der Welt geschaffen werden.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto Nikolaus Schneider: (c) Wikipedia/Stepro (gemeinfrei)


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Evangelische Gemeins

  1. „Die Kirche in Deutschland hat abgehängt“
  2. Evangelische Pfarrerin segnet VIER Männer in sogenannter „Polyhochzeit“
  3. "Interviews mit Bedford-Strohm oder Margot Käßmann nur noch schwer an Kitsch zu übertreffen"
  4. Reiner Haseloff: Luther ist den Katholiken heute näher als der evangelischen Kirche
  5. Kunstaktion: Plastikmüll in Taufbecken
  6. Evangelische Kirchengemeinde streicht klassischen Sonntagsgottesdienst
  7. „Respektvolle Trennung statt endlosen Streits“
  8. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm erhält Morddrohungen
  9. Stehen die Methodisten unmittelbar vor weltweitem Schisma?
  10. „Jetzt hat auch die EKD ein Problem“







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Thérèse von Lisieux und die ‚Süßigkeit‘ eines Buches über die Apokalypse
  3. Gesetzesvorschlag zum Verbot von Konversionstherapien in Nordirland ist ‚gefährlich‘
  4. 'Jesus macht alles und ich nichts'
  5. UN-Bevölkerungsfonds berichtet über das Leid der Frauen in Gaza
  6. Rosenkranzmonat Oktober steht im Zeichen des Friedens
  7. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  8. Reliquien der Kinder von Fatima kommen nach Berlin!
  9. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  10. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  11. Frankreich und das Zeichen der Wiedergeburt
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. Verletzter Priester: "Wir vergeben!"
  14. 'Wir sprechen deshalb zurecht hier nicht von Neuevangelisierung, sondern von Erstevangelisierung'
  15. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz