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Dan Brown und sein Werbeträger 1. Klasse

30. Mai 2013 in Aktuelles, 5 Lesermeinungen
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Der amerikanische Schriftsteller ist kein Freund des Vatikans, nutzt ihn jedoch als ‚Promotion’ für jedes seiner Bücher. Von Ulrich Nersinger


Rom (kath.net/un) „Alle Türen stehen ihm offen – außer im Vatikan“, titelte die „Berliner Morgenpost“ in einem Artikel über Dan Brown und seine Recherchemethoden. Der Bestsellerautor nutzte dieser Tage – wie schon oft zuvor – sein mehr als gespanntes Verhältnis zur katholischen Kirche geschickt als Werbung fur seinen neuen Roman „Inferno“. Wie seine Masche funktioniert, bewies er mit Bravour und perfekt in Szene gesetzt vor vier Jahren.

Am Abend des 3. Mai 2009 spielte sich vor einem Kino der Ewigen Stadt eine seltsame Szene ab. Passanten, die der Weg zufällig an dem Filmtheater vorbeiführte, blieben überrascht stehen und trauten ihren Augen nicht. Die Besucher des Kinos gingen durch ein beeindruckendes Spalier von Schweizergardisten. Die Anwesenheit der ebenso farbenprächtigen wie wehrhaften Eidgenossen erregte großes Interesse. Wer sich die Uniformen und Hellebarden der Leibwächter Seiner Heiligkeit jedoch genauer anschaute, bekam schnell darüber Gewißheit, dass es sich hier keineswegs um Originalgewänder handelte und die Hellebarden nicht aus der Waffenkammer des Vatikans stammten. Die „Soldaten“ waren ein Werbegag.


Die Besucher des Kinos hatte man zur Uraufführung von Ron Howards Vatikanthriller „Angels & Demons“ eingeladen; in Deutschland kam der Film zehn Tage später, am Fest Unserer Lieben Frau von Fatima, unter dem Titel „Illuminati“ auf die Kinoleinwand. In dem Hollywoodspektakel, das dem gleichnamigen Buch von Dan Brown zugrunde liegt, wird der Vatikan von einer Verschwörung bedroht, hinter der die Illuminaten vermutet werden. Die Petersbasilika und die Vatikanstadt sollen durch eine Antimaterie-Bombe ausgelöscht werden. Kirchliche Proteste gegen den Film gab es kaum. Die Verfilmung des Romans war besser ausgefallen als das gedruckte Original. Der „Osservatore Romano“ empfand den Film als „eine harmlose Unterhaltung“ und kommentierte: „Das Thema ist immer dasselbe, eine Sekte gegen die Kirche; und dieses Mal ist die Kirche auf der Seite der Guten“.

Als geschickt erwies sich die Produktionsfirma in der „Promotion“ des Trillers. Ein Ansuchen an die Diözese Rom, in den Kirchen der Stadt drehen zu dürfen, war wie erwartet abgelehnt worden. „Für gewöhnlich lesen wir erst einmal die Drehbücher durch“, hatte Don Marco Fibbi vom Pressebüro der Diözese den Medien bekannt gegeben, „aber diesmal reichte ein Name: Dan Brown. „Kreuzzug gegen Dan Brown“, „Der Vatikan sperrt ‚Illuminati’-Team aus“, berichteten die Zeitungen prompt. Don Marco war in die Falle getappt – und bescherte dem Film kostenlose und effiziente Werbung.

Dreharbeiten im Apostolischen Palast, auf dem Petersplatz oder in der Sixtinischen Kapelle waren von vornherein kein Thema – nicht etwa, weil der Vatikan sich diesen kategorisch verweigert hätte, sondern weil sie sich schlicht und einfach aus technischen Gründen nicht realisierbar erweisen. Alle diese Örtlichkeiten sind täglich „in Gebrauch“ und können für Filmaufnahmen nicht einmal stundenweise gesperrt werden. Schon vor der „Verweigerung“ des Vatikans lag der Drehmodus fest.

Mit einem ungeheuren Kosten- und Arbeitsaufwand waren auf dem Gelände der zur „Sony“-Gruppe gehörenden „Tri-Star“ Studios in Los Angeles Teile der Via della Conciliazione, des Petersplatzes und der Fassade von Sankt Peter entstanden. Einige „vatikanische“ Innenaufnahmen entstanden in römischen Adelspalästen und im ehemaligen königlichen Schloß von Caserta bei Neapel, das schon in „Mission Impossible 3“ wegen seiner imposanten Marmorhallen als Drehort für den Papstpalast gedient hatte.

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