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3. August 2025 in Aktuelles, 9 Lesermeinungen
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Samuel Koch und Bernarda Brunovic sprachen auf Einladung des Bonifatiuswerkes über Mut, Hoffnung und innere Stärke


Paderborn (kath.net/Bonifatiuswerk) Vollbesetzt ist die Paderborner Marktkirche am Libori-Mittwoch: Schauspieler und Bestsellerautor Samuel Koch und Sängerin Bernarda Brunovic sind auf Einladung des Bonifatiuswerkes in die Paderstadt gekommen, um gemeinsam einen Abend zu gestalten, der die 600 Gäste tief bewegte und ihnen gleichzeitig Mut und Zuversicht gab.

Die vielschichtige Performance mit Musik, persönlichen Gedanken und Gesprächen, moderiert von Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen, wurde von den Botschaften „Stärke, was dich trägt.“ und „Äußere Kraft braucht innere Stärke.“ getragen. Mit Geschichten aus seinem Bestseller „StehaufMensch! Was macht uns stark? Kein Resilienz-Ratgeber“ sprach Samuel Koch eindrucksvoll über sein Leben. Er erzählte von seinen Krisen, vom Gefühl von Ohnmacht und der Kraft des Glaubens. Dabei zeigte er nicht nur Verletzlichkeit, sondern auch Witz, Selbstironie und Lebenswillen. Seinen Rollstuhl bezeichnet er als „180-Kilo-Demutspanzer“, den er immer dabei habe. „Er verhindert jegliche Form des Abhebens.“ Gerade in einer Zeit, in der wir so frei sind an Möglichkeiten und Chancen führe ihm der Rollstuhl vor Augen, dass er auf Hilfe angewiesen sei.

Als Mutmacher möchte sich Koch nicht bezeichnen. Jeder müsse selbst mit Blick auf die verschiedenen Resilienz-Säulen wie Vergebung, Akzeptanz, Demut ein „Ja“ oder ein „Vielleicht“ zum Leben finden. Er könne aber von seinen Erfahrungen erzählen und damit helfen. „Mein Vater hat uns Kindern, egal was wir gemacht haben, immer gesagt: ‚Du bist 1+‘. Als ich einmal die erste schlechte Schulnote mit nach Hause gebracht habe, hat er mir eines der teuersten Jojos geschenkt und hat damit unterstrichen, dass ich 1+ bin, ganz unabhängig von meinen Leistungen. Damit hat er gezeigt, dass ich wertvoll bin, weil ich einfach bin. So stelle ich mir auch einen Gott vor, er liebt mich, weil ich bin, mehr muss ich nicht leisten.“ Von der Offenheit und Authentizität des Schauspielers war das Publikum sichtlich berührt. Samuel Koch hatte 2010 einen schweren Unfall in der Fernsehshow „Wetten, dass..?“. Seitdem sitzt er im Rollstuhl.


Auch die nicht sehende Bernarda Brunovic, Halbfinalistin bei „The Voice of Germany“ 2018, weiß, was es heißt, sich dem Leben mit all seinen Herausforderungen zu stellen. „Ich erlebe immer wieder Situationen, die mich zum Schweigen bringen wollen, seien es Gedanken oder Kommentare von Leuten, die mir vorgeben wollen, wie ich zu fühlen habe.“ Aber die Sängerin ist eine Kämpferin, die ihre Kraft auch aus dem Glauben zieht und diese mit den Patienten teilt, die sie als Krankenhausseelsorgerin begleitet. „Bei dieser Begleitung denke ich an meinen Kampf, mein Leben so zu gestalten, dass ich mich nicht mit weniger begnügen oder nicht immer an meine Grenzen denken muss. In dieser Spannung zwischen Grenzen sprengen wollen und manche einfach nicht sprengen zu können, entstehen unbeschreibliche Begegnungen.“

Die in der Schweiz lebende Sängerin, die sich besonders dem Gospel, Soul, Blues und Jazz verschrieben hat, berührte die Zuschauer mit Liedern wie „The Potter´s House“ von Tramaine Hawkins, „You gotta be“ von Des‘ree oder ihr eigens komponiertes Lied „Hearts and Treasures“. Musikalisch begleitet wurde ihre zugleich bewegende und kraftvolle Stimme, die dem Abend eine besondere emotionale Tiefe verlieh, von Markus Maurer (Piano) und Peter Kros (Bass).

Dass äußere Kraft innere Stärke braucht, verdeutlichte Monsignore Georg Austen in Anlehnung an das diesjährige Leitwort der Diaspora-Aktion des Hilfswerkes „Stärke, was dich trägt.“: „Gerade in einer Zeit, die von Unsicherheiten, Schnelllebigkeit und Selbstoptimierungstrends geprägt ist, wird es immer wichtiger, sich der inneren Grundlagen bewusst zu werden. Was gibt mir Kraft? Was gibt meinem Leben Sinn? Sind es die Beziehungen oder Weltanschauungen? Für uns Christen sind dies oft der Glaube an Gott, das Vertrauen auf seine Gegenwart sowie Werte wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Hoffnung. Trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen, die uns begegnen, gilt es, Glaube und Beziehungen immer wieder neu zu bekräftigen, damit sie getragen werden können.“

Der Eintritt zu der Veranstaltung war frei, das Bonifatiuswerk sammelte Spenden für zwei Projekte. Mit den Spendeneinnahmen werden zum einen das Karmelitinnenkloster im isländischen Hafnarfjördur unterstützt, in dem aktuell 13 Ordensschwestern leben. Während die Karmelitinnen im Gebet für die Welt eintreten, stehen ihre Kirche und ihr Kloster allen offen, die Ruhe, Begegnung oder Einkehr suchen. Ein Erweiterungsbau ist dringend notwendig, nicht nur um Platz für junge Novizinnen, sondern auch Barrierefreiheit für ältere Schwestern zu schaffen. Zum anderen kommen die Spenden dem Suizidpräventionsprojekt [U25] in Paderborn zugute, das sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahren richtet, die sich in krisenhaften oder suizidgefährdeten Situationen befinden. Die Begleitung zeichnet sich dadurch aus, dass sie online, kostenfrei und anonym erfolgt. Speziell ausgebildete „Peers“ – also Gleichaltrige – bieten den Hilfesuchenden beratende Unterstützung auf Augenhöhe.

Beeindruckt von den ermutigenden Darstellungen des Schauspielers und der Sängerin, richtete zum Abschluss der Paderborner Erzbischof und Schirmherr des Bonifatiuswerkes, Dr. Udo Markus Bentz, seine Worte an das Hilfswerk: „Ich danke dem Bonifatiuswerk sehr für so einen Abend, der inmitten des Libori-Trubels möglich gemacht wurde.“ Es sei ein intensiver Abend mit persönlichen Zeugnissen und überzeugenden Lebensgeschichten gewesen.

Gemeinsam mit den Zuschauern sprach der Erzbischof ein Gebet zum Thema „Stärke, was dich trägt.“ und spendete den Anwesenden den Segen.

Foto: Bonifatiuswerk-Generalsekretär Msgr. Georg Austen moderierte die Performance aus Musik, Gesprächen und Geschichten mit Schauspieler und Autor Samuel Koch und der Sängerin Bernarda Brunovic in der Paderborner Marktkirche (v.l.). Foto: Hartmut Salzmann

 


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