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Argentinische Piusbrüder ziehen über Papst her: Militante Demut

18. März 2013 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Distriktoberer der traditionalistischen Piusbruderschaft in Südamerika: Papst Franzikus pflege eine «militante Demut, die sich aber als demütigend für die Kirche erweisen könnte»


Econe/Buenos Aires (kath.net/KNA) Der Distriktobere der traditionalistischen Piusbruderschaft in Südamerika, Christian Bouchacourt, sieht im neuen Papst Franziskus einen «idealistischen Armutsapostel der 70er Jahre». Er pflege eine «militante Demut, die sich aber als demütigend für die Kirche erweisen könnte», heißt es in einer Stellungnahme Bouchacourts auf der Website der Bruderschaft (Freitag). Sein erster Auftritt auf der Loggia des Petersdom am Mittwoch sei dafür ein «perfekter Beleg».

Auch wenn Papst Franziskus kein Anhänger der Befreiungstheologie sei, verfolge er in seiner totalen Hinwendung zum Volk und zu den Armen sein politisches Ziel, so der Traditionalistenobere. Dem vormaligen Kardinal von Buenos Aires warf Bouchacourt vor, er sei sich des «Verfalls» seines Diözesanklerus voll bewusst gewesen, «ohne irgendetwas dagegen unternommen zu haben». Niemals habe es in der argentinischen Hauptstadt so wenig Seminaristen gegeben.


Die Liturgien des neuen Papstes bezeichnet der Geistliche der Piusbruderschaft als «eine Katastrophe»: «Mit ihm steht zu befürchten, dass wir wieder solche Messen wie im Pontifikat Papst Pauls VI. erleben müssen.» Franziskus sei weit entfernt von den Bemühungen Benedikts XVI., «würdigeren liturgischen Feiern wieder die Ehre zu geben», so Bouchacourt.

Der Distriktobere bezeichnet Franziskus als einen «Mann des Konsens, der einen Horror vor Auseinandersetzungen» habe. Bei mehreren persönlichen Begegnungen habe er Wohlwollen und Entgegenkommen gegenüber seinen Anliegen gezeigt, ohne sich jedoch «bei Differenzen Mühe zu geben». Als Kardinal, so Bouchacourt, habe er sich unsolidarisch mit jenen Katholiken gezeigt, die gegen «blasphemische Ausstellungen» in Buenos Aires protestiert hätten.

Papst Benedikt XVI. hatte sich in seinem Pontifikat bemüht, eine theologische Einigung mit der von Rom getrennten Bruderschaft zu erreichen. Diese lehnt entscheidende Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab, unter anderem zur Ökumene, zur Liturgie und zur Religionsfreiheit. Die Gespräche gerieten 2012 in eine Sackgasse. Eine Entscheidung muss nun Papst Franziskus treffen.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto: Papst Franziskus bezahlt seine Hotelrechnung (c) Osservatore Romano


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