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Ich will nicht, dass Priester nur noch Manager von Pfarrverbänden sind

29. Juni 2011 in Spirituelles, 8 Lesermeinungen
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Kardinal Marx bei Messe am 60. Jahrestag der Priesterweihe des Papstes: Aufgabe der Priester besteht vor allem darin, den Menschen in den Sakramenten das zuzusprechen, was nicht von uns selber kommt.


Freising (kath.net/pm) Die priesterliche Prägung und die sakramentale Struktur sind eine große Zukunftschance der katholischen Kirche. Das sagte Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, beim Festgottesdienst im Freisinger Mariendom anlässlich des 60. Jahrestags der Priesterweihe von Papst Benedikt XVI. am Peter-und-Paul-Tag, 29. Juni 2011.

„Ich möchte nicht, dass Priester nur noch Manager von Pfarrverbänden sind. Ihre Aufgabe besteht vor allem darin, den Menschen in den Sakramenten das zuzusprechen, was nicht von uns selber kommt. Dass Gott zeichenhaft unter uns ist, führt uns in die eigentlichen Möglichkeiten des Menschseins hinein“, sagte der Erzbischof von München und Freising in seiner Predigt vor zahlreichen Priestern aus dem Erzbistum, die vor 25, 40, 50 oder 60 Jahren geweiht wurden.


Um den Peter-und-Paul-Tag findet im Erzbistum traditionell die Priesterweihe statt; am 29. Juni 1951 wurde Joseph Ratzinger zusammen mit seinem Bruder Georg sowie 43(!) weiteren Kandidaten im Freisinger Mariendom durch Kardinal Michael Faulhaber zum Priester geweiht.

Die Kirche stehe vor neuen Herausforderungen in der Katechese, erklärte Marx: „Wir sollten versuchen, in den Tiefenschichten der Menschen das anzusprechen, was in ihnen steckt an Sehnsucht nach einem größeren Leben. Niemand tut dies sonst in unserer Gesellschaft.“

Priester sollten vor allem von Gott reden und darüber, „dass sie selbst aus ihrem Staunen nicht herauskommen über das göttliche Geheimnis und über eine Wahrheit, die größer ist als alles, was wir erkennen können“.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurden in der Dombibliothek zwei Bücher vorgestellt: ein Faksimile der Freisinger Seminarchronik von 1945 bis 1954 sowie das Buch „Geliebte Heimat. Joseph Ratzinger und das Erzbistum München und Freising“, das die Dauerausstellung „Joseph Ratzinger und das Erzbistum München und Freising“ in der Freisinger Dombibliothek abbildet und zusätzliches Material über die zahlreichen Bezüge Joseph Ratzingers zum Erzbistum enthält.

In der Seminarchronik finden sich neben einer Beschreibung der Priesterweihe von 1951 weitere Einträge, die das Wirken des heutigen Papstes im Umfeld des Freisinger Priesterseminars sowie andere zeitgeschichtliche Ereignisse dokumentieren – etwa den Besuch des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss auf dem Freisinger Domberg am Tag der Promotion Joseph Ratzingers in München.

Archivdirektor Peter Pfister, unter dessen Leitung beide Bücher erstellt wurden, erinnerte daran, dass sich der heutige neue Lesesaal der Dombibliothek im selben Gebäude befinde, in dem Joseph Ratzinger als Student Vorlesungen gehört und später als Professor die erste Stufe seiner theologischen Laufbahn erklommen hatte.

Ein Exemplar von „Geliebte Heimat“ sowie eines von insgesamt zwei Faksimiles der Freisinger Seminarchronik wird Kardinal Marx dem Heiligen Vater anlässlich seines Diamantenen Priesterjubiläums persönlich in einer Privataudienz an diesem Freitag in Rom überreichen.



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Lesermeinungen

 DerSuchende 7. Juli 2011 

@Kardinal Marx

,,Ich will nicht, dass Priester nur noch Manager von Pfarrverbänden sind\'\'

Na, da sind wir uns aber soetwas von einig. Leider sieht die Realität anders aus !! Hier muß dringend etwas geschehen, lieber Kardinal.


1
 
 Karlmaria 30. Juni 2011 

Vielleicht auch mal eine konkrete Aussage

Zum Beispiel dass Sonntags keine Wortgottesdienste stattfinden dürfen. Durch einen Wortgottesdienst wird die Sonntagspflicht nicht erfüllt, wenn in zumutbarer Entfernung eine Heilige Messe stattfindet. Nun findet immer in zumutbarer Entfernung eine Heilige Messe statt, vor allem wenn diejenigen die sonst einen Wortgottesdienst veranstalten täten, die die kein Auto haben zur nächsten Heiligen Messe fahren würden.


1
 
  30. Juni 2011 
 

Kardinal Marx will einfach organisatorische Dinge und Termine, bei denen kein Priester notwendig ist, den Laien und patstoralen Mitarbeitern übertragen. Wo soll da das Rätsel sein?


3
 
  30. Juni 2011 
 

Das ist doch sehr schön gesagt

„Ich möchte nicht, dass Priester nur noch Manager von Pfarrverbänden sind. Ihre Aufgabe besteht vor allem darin, den Menschen in den Sakramenten das zuzusprechen, was nicht von uns selber kommt. Dass Gott zeichenhaft unter uns ist, führt uns in die eigentlichen Möglichkeiten des Menschseins hinein“, sagte der Erzbischof von München und Freising in seiner Predigt vor zahlreichen Priestern aus dem Erzbistum, die vor 25, 40, 50 oder 60 Jahren geweiht wurden.


2
 
 Theobald 30. Juni 2011 
 

ich will ja auch nicht, dass Priester nur noch Manger sind... aber ganau darauf läuft es seit vielen Jahren hinaus! Und das gilt auch für München-Freising. Einen Prister, der tatsächlich Seelsorger ist, der sich angemessen auf Gottesdienste vorbereitet, der guten Religionsunterricht gibt, wird man auch dort schwerlich finden.
Dagegen viele Priester, die zwischen Gremien, Sitzungen und immer neuen, \"dringenden\" Verwaltungsaufgaben aufgerieben werden.


2
 
  29. Juni 2011 
 

@Eichendorff

\"warum sonst\", völlig richtig bemerkt.
Die Kehrseite der Medaille: Alle Macht den Räten (wo die es nicht schon haben) und die Priester aufs Abstellgleis.


2
 
 Nummer 10 29. Juni 2011 

??

Was meint S. E. Kardinal Marx denn damit? Ein Rätsel.


2
 
 Eichendorff 29. Juni 2011 
 

ganz dumm gefragt:

worum sonst, als um Verkündigung des Wortes und Spendung der Sakramente geht es denn in der Pastoral? Was managt denn ein Leiter von Pastoralverbänden? Ist er nicht vollkommen überflüssig? Und wofür braucht man denn überhaupt Pastoralreferenten, die keine Sakramente spenden können, keine Religionslehrer sein wollen und keine Predigterlaubnis zur Verkündigung haben?


2
 

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