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Il Giornale: 'Krieg im Vatikan wegen Pädophilie'

10. Mai 2010 in Österreich, 47 Lesermeinungen
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Aufregung in italienischen Medien über Kardinal Schönborn, weil dieser Kardinal Sodano kritisiert hat. Kurienkardinal Martins: Schönborn hätte andere Wege wählen können und hat der Kirche keinen guten Dienst erwiesen.


Wien (kath.net)
Der römische Kurienkardinal Jose Saraiva Martins, der ehemalige Präfekt der Heiligsprechungskongregation, übt in einem Interview mit der italienischen Website "Pontifex" Kritik an Aussagen des Wiener Erzbischofs, Kardinal Christoph Schönborn. Das berichtet die "Krone".

Schönborn hatte vor einigen Tagen den früheren vatikanischen Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano scharf attackiert, weil er während seiner Amtszeit vor 15 Jahren die Ermittlungen gegen den früheren Wiener Erzbischof Kardinal Hans Hermann Groer behindert haben soll.


Schönborn hätte andere Wege wählen können, betonte Kardinal Martins. Man müsse stets die Wahrheit suchen. Schönborns Absichten seien ehrlich, allerdings habe der Wiener Erzbischof "der Kirche keinen guten Dienst erwiesen", da seine über die Medien verbreiteten Vorwürfe gegen Sodano der Öffentlichkeit den Eindruck vermittelten, dass es eine von internem Streit zerrissene Kirche gebe.

Es bestehe die Gefahr, "dass der Brand sich noch mehr ausbreitet", meinte Martins. Es sei unangebracht, öffentlich eine Person zu kritisieren, die "die Einheit der Kardinäle" repräsentiere.

Schönborns Aussagen haben am vergangenen Wochenende in etlichen italienischen Medien für Aufregung gesorgt. So titelte die Zeitung "Il giornale" mit "Krieg im Vatikan wegen Pädophilie". Laut der Zeitung hat Schönborn Sodano auch kritisiert, weil dieser zu Ostern am Petersplatz von "Geschwätz" gesprochen habe.

Kardinal Sodano sprach jedoch nicht von berechtigten Klagen oder Hinweisen von Missbrauchsopfern, sondern vielmehr von illegitimen Missinterpretationen von Seiten mancher veröffentlichter Meinung. Das zeigte der Wortlaut der Ansprache Sodanos, den Kath.net in einer eigenen Übersetzung veröffentlichte.

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Foto: (c) kath.net


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