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Durch Raum und Zeit

10. November 2009 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Es gibt einen Schlüssel zum Geheimnis Europas. Das ist die Apokalypse - Von Paul Badde


Rom (kath.net)
Es gibt einen Schlüssel zum Geheimnis Europas. Das ist die Apokalypse, die allen Umwälzungen unseres Erdteils durch Raum und Zeit in der einen oder anderen Weise, positiv oder negativ, geheimnisvoll wie ein Code zugrunde liegt. Es ist ein kurzer Text am Ende der Bibel, nur wenige Worte, in denen es heißt: „Ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen.“
Das griechische Wort „Apokalypse“ heißt einfach „Offenbarung“. Im Deutschen wird die Offenbarung des Johannes häufig aber auch noch mit dem Zusatz „geheim“ versehen; das heißt ursprünglich „zum Haus gehörig“, und das ist sehr merkwürdig.


Denn die Signale, die von dieser Geheimen Offenbarung ausgehen, sind wirklich in allen Kammern des Europäischen Hauses zu empfangen. Aus ihren aneinander gereihten Buchstaben mit blutrotem und goldenen Garn der verlässlichste Faden gesponnen, der im Labyrinth unserer Geschichte die Rückkehr zum Eingang sichert. Fast zweitausend Jahre schon bewegt der Signaltext unser Schicksal.

Wenn er in der katholischen Kirche aber jährlich am 9. November verlesen wird, dann deshalb, weil mit diesem Tag an die Weihe der Lateranbasilika in Rom im Jahr 324 erinnert wird, als der heidnische Kaiser Konstantin den Christen - zwanzig Jahre nach ihrer härtesten Verfolgung - im römischen Weltreich eine große Basilika unmittelbar neben seinem eigenen Palast stiftete. Es war ein unglaublicher Wendepunkt der Weltgeschichte: der Anfang des Abendlands.

Auch am 9. November 1918, als die deutsche Revolution fehlschlug, oder 1923, als der 34jährige Adolf Hitler in München einen Zug von Rebellen in das Feuer der bayerischen Landpolizei führte, und 1938, als in der Mitte Europas die Synagogen brannten, oder am 9. November 1989, als in Berlin die Mauer fiel, hieß es deshalb in hunderten Gotteshäusern Europas aus dem Stundenbuch wieder so fremd, dunkel und rätselhaft wie eh und je: „Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen. ... Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm.“

Foto: (c) Paul Badde



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