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Ruanda: Gottesmutter ruft die Welt zur Umkehr auf

10. November 2007 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Vor 25 Jahren – Marien-Erscheinungen in Kibeho/Ruanda, dem "afrikanischen Lourdes" – Von Balz Röthlin / Kirche in Not.


Luzern (www.kath.net / KIN)
25 Jahre sind es her, seit die Muttergottes in Kibeho in Ruanda drei Mädchenerschien und die Welt zur Umkehr aufrief. Inzwischen wuchs am Ort derErscheinungen ein Marien-Wallfahrtsort mit Zehntausenden von Pilgern heran.

Leider liegt dessen Infrastruktur im Argen. Das internationale Hilfswerk„Kirche in Not“ will helfen: „Marienkirche, Erscheinungskapelle undPfarreigebäude müssen renoviert sowie Priester und Schwestern unterstütztwerden“, heißt es in einer Mitteilung.

Kibeho ist der einzige Wallfahrtsort in Afrika, dessen Marien-Erscheinungenvon der Kirche anerkannt wurden; man kann ihn mit Guadelupe, Lourdes undFatima vergleichen.

Die Pfarrei Kibeho in der Diözese Gikongoro wurde 1934 gegründet und liegtim gebirgigen Südwesten des Staates Ruanda, etwa 160 km von Kigali, derHauptstadt, und 20 km von der Grenze zu Burundi entfernt. Die „Mutter derSchmerzen“, so wird berichtet, erschien in Kibeho drei jungen Mädchen ausRuanda: Alphonsina (17-jährig), Nathalie (20) und Marie-Claire (21).

Vor 25 Jahren: „Die Welt steht am Abgrund ...“

Alphonsina sah bei der ersten Erscheinung eine schöne Frau in weißem Gewandund mit Schleier. Diese sprach: „Nyina wa Jambo“ („Ich bin die Mutter desWortes“). Dann habe „Nyina wa Jambo“ die Welt zur Umkehr aufgerufen. DieMenschen sollten beten, die Welt stehe am Abgrund. Die „Mutter derSchmerzen“ sei traurig, erzählten die Seherinnen. Das war vor 25 Jahren, imNovember 1982.

Mit der Zeit sprachen alle drei Mädchen von Erscheinungen. Bei einem derTreffen soll die Muttergottes schreckliche Bilder vermittelt haben: ein Meervoll Blut, Menschen, die andere umbringen, tote Körper, die niemand zu Grabeträgt.

Später brachte man die Visionen mit dem Völkermord in Ruanda in den Jahren1994/95 in Verbindung, der über eine Million Menschenleben gefordert hatte.In der Pfarrei Kibeho wütete das Massaker besonders schlimm. 20.000 Menschen– auch die Seherin Marie-Claire – kamen um. Die beiden anderen Mädchenüberlebten den Genozid.

Wasser dringt durchs Kirchenfenster ...

Seither sind Jahre vergangen. Der Krieg scheint vorbei, aber noch immerbeherrscht Gewalt den Alltag. Die Meldungen über Marien-Erscheinungen imafrikanischen Kleinstaat Ruanda gingen um die Welt. 2003 wurde derWallfahrtsort in Kibeho eingeweiht. Inzwischen wachsen die Pilgerströmestetig.

Aber in Kibeho mangelt es überall. „Oft kommen Gruppen von 30.000 Pilgern.Dann wird es in der Kirche unruhig, wenn eine Bank zusammenzubrechen droht.Durch die Kirchenfenster dringt Wasser, Dach und Decke müssen renoviertwerden“, schildern Mitarbeiter von „Kirche in Not“.

Es gibt im Wallfahrtsort weder Trinkwasser noch Elektrizität und kaumsanitäre Anlagen. Marienkirche, Erscheinungskapelle und Pfarreigebäudemüssen renoviert und ein Pilger-Empfangsbüro gebaut werden.

„Kirche in Not“ half im Jahr 2006 mit rund 720.000 Schweizer Franken. „Vielekennen diesen Marien-Wallfahrtsort im Herzen Afrikas nicht“, heißt es ineiner Mitteilung. „Die Menschen haben hier durch das blutige Kriegsgeschehenviel gelitten. Sie brauchen unsere Hilfe!“

Ruanda – Konfliktherd seit dem 15. Jahrhundert

Der Staat in Ostafrika geriet zur Kolonialzeit erst unter deutsche, dannunter belgische Herrschaft. 1962 wurde Ruanda zusammen mit Burundi inselbständige Staaten aufgeteilt. Das Land besitzt eine Fläche von 26'338Quadratkilometern, ist also etwa so groß wie die Deutschschweiz.

Ruanda hat rund neun Millionen Einwohner; Hauptstadt ist Kigali. DerStammeskonflikt zwischen Hutus und Tutsis schwelt schon seit dem 15.Jahrhundert; immer wieder – bis heute – brechen blutige Unruhen aus.Lebenserwartung 40 Jahre, Analphabetenrate 34 Prozent.

Kathpedia: Kirche in Not

Foto: © Kirche in Not



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