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Die Hexenküche des „Synodalen Wegs“ und die wahre Kirche

15. März 2023 in Aktuelles, 25 Lesermeinungen
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„Das Wesen der Deutschen ist das, was Goethe einmal das ‚Faustische‘ genannt hat: Es ist der Wunsch, der eigenen Existenz eigene Gesetze zu geben…“ – Die deutschen Bischöfe haben „ein faktisches Schisma provoziert“. Von Joachim Heimerl


Bonn (kath.net/joh) Das Wesen der Deutschen ist das, was Goethe einmal das „Faustische“ genannt hat: Es ist der Wunsch, der eigenen Existenz eigene Gesetze zu geben, und wenn man sich dafür mit dem Teufel verbünden müsste. Wer das tut, sagt sich von Gott los und gibt sich der Verwirrung preis; in Goethes Tragödie geschieht dies spätestens dann, als Faust die „Hexenküche“ betritt. Dort stellt das „Hexen-Einmal-Eins“ die göttliche Ordnung auf den Kopf:

„Du musst verstehn!
Aus Eins mach’ Zehn,
Und Zwei lass gehn,
Und Drei mach’ gleich,
So bist Du reich.
Verlier’ die Vier!
Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex’,
Mach’ Sieben und Acht,
So ist’s vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins.
Das ist das Hexen-Einmal-Eins!“

Nichts ist für den Teufel Mephisto leichter, als Faust von dieser verkehrten Welt zu überzeugen:
„Mein Freund, die Kunst ist alt und neu.
Es war die Art zu allen Zeiten, (…)
Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten.“

Mit diesen berühmten Versen könnte der „Synodale Weg“ überschrieben gewesen sein, der nach seiner fünften Sitzung nun ausgerechnet in der Goethe-Stadt Frankfurt zu Ende gegangen ist.

Sein Ziel hat dieser „Weg“ zweifellos erreicht: Die katholische Kirche in Deutschland hat einen faustischen Pakt mit dem Teufel geschlossen: Ihre Bischöfe haben die geoffenbarte Wahrheit Gottes mit dem Irrtum des Zeitgeists vertauscht und damit ein faktisches Schisma provoziert.


Dass das Faustische in den Deutschen derart überhand nehmen könnte, hätte Goethe nie gedacht und am wenigsten hätte er dies wohl von den deutschen „Katholiken“ erwartet. Am deutlichsten wird das vor allem daran, dass die Frankfurter „Synodalen“ mit faustischer Hybris die Schöpfungsordnung durch das „Hexen-Einmal-Eins“ der Gender-Ideologie ersetzt haben. Es ist, als hätte man dem Schöpfer einmal mit „teutscher“ Gründlichkeit demonstrieren wollen, was denn die eigentliche „Wahrheit“ seiner Schöpfung sei. Mit stolz geschwellter Brust haben sich die Synodalen damit an die Stelle Gottes setzen wollen. Man muss Goethe nicht kennen, um zu wissen, dass derlei zwangsläufig schiefgehen muss: Alles Faustische ist a priori zum Scheitern verurteilt; Gott lässt seiner nicht spotten.
 
Die „Synodalen“ kümmert dies nichts: Nie zuvor hat sich der Abfall vom Glauben der Kirche so rasant und so hochmütig vollzogen wie hier. Dabei wäre nicht einmal Luther auf die Idee gekommen, sich selbst nach der Reformation noch als „anders katholisch“ zu bezeichnen, wie dies der DBK-Vorsitzende Bischof Bätzing nun für sich und die Seinen reklamiert.

Katholisch ist freilich nichts von dem, was man in der Frankfurter Hexenküche beschlossen hat; der Geist Gottes ist bekanntlich nie der Geist des Irrtums und der Verneinung, denn er widerspricht der Kirche nie. Darüber kommt auch Bischof Bätzing nicht hinweg, der dem Papst inzwischen jeden Gehorsam verweigert. Spätestens an diesem Punkt ist er allerdings samt seinen Amtsbrüdern untragbar geworden: Die deutschen Bischöfe haben die Kirche „synodal“ verraten. Soweit sie sich überhaupt noch als Nachfolger der Apostel sehen, kommen sie mit Ausnahme von Bischof Voderholzer (Regensburg) und Weihbischof Schwaderlapp (Köln) nur noch als Nachfolger des Judas in Frage.

Und doch hängt die Kirche in Deutschland weder vom Synodalen Irrweg noch von schismatischen Bischöfen ab: Es gibt keine „faustische Kirche“, keine „Bätzing-Kirche“ und schon gar keine „synodale Kirche“. Es gibt immer nur die wahre Kirche und nur sie ist die Braut Christi und sie allein hat ewigen Bestand.

Die wahre Kirche ist immer die gleiche Kirche: Sie ist die Kirche aller Gläubigen zu allen Zeiten. Der Glaube ist eben kein synodales Hexenwerk, er ist das Geschenk Christi an seine Braut und kein menschliches „Produkt“; die Kirche trägt ihn nach einem Wort der Dichterin Gertrud von Le Fort „in ihrem Schoß durch die Zeiten“.

Weil diese bräutliche Kirche zuallererst immer eine betende Kirche ist, ist sie überall dort, wo man im Geist der Wahrheit betet und eben nicht auf den Ungeist des Irrtums beharrt. Sie ist überall dort, wo das Allerheiligste verehrt wird, denn sie ist immer nah bei Jesus Christus. Sie liegt in den Händen der Rosenkranzbeter und hebt überall dort ihren Schleier, wo das Heilige Messopfer gültig dargebracht wird. Sie allein ist die „Una sancta catholica“!

Denen, die über ihren Glauben „synodal“ verfügen, entzieht sie sich und öffnet sich jenen, die durch eine niedere Pforte ihr innerstes Heiligtum betreten. Nur dort hat sich Gott in seinem Sohn geoffenbart, in der Hexenküche des Zeitgeists hat er dies nie getan. – Tragisch gescheitert begreift dies am Ende sogar Goethes Faust.

Die „deutsche“ Kirche ist von solchem Begreifen weit entfernt. Doch auch in Deutschland besteht die wahre Kirche weiters fort, allerdings ohne die „Synodalkatholiken“ und ihr „Hexen-Einmal-Eins“. Vor allem besteht sie ohne Bätzings Bischöfe fort, die sich nun von ihr getrennt haben.

Die Stunde der wahren Kirche schlägt deshalb JETZT! Es ist die Stunde aller treuen Katholiken. Nur auf sie kommt es JETZT an!

Dr. Joachim Heimerl ist Priester und Oberstudienrat.


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