Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  4. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  7. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  8. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  9. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  10. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  11. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  12. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  13. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  14. „Das Ende von Maria 2.0“
  15. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘

Wichtige Informationen nicht zugänglich – Untersuchung gegen Kardinal Maradiaga unterbrochen

7. Dezember 2022 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Im Zentrum der Untersuchung steht die Übertragung der Katholischen Universität Honduras aus dem Eigentum der Kirche an eine private Stiftung.


Vatikan (kath.net/jg)

Der Vatikan untersucht derzeit einen der engsten Vertrauten von Papst Franziskus und den Rektor der Katholischen Universität von Honduras. Es soll Unregelmäßigkeiten bei den Finanzen und der Personalpolitik geben, berichtet Edward Pentin vom National Catholic Register.

Papst Franziskus hat die Untersuchung angeordnet, nachdem wiederholt Vorwürfe gegen Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, den Erzbischof von Tegucigalpa (Honduras) und Rektor Diakon Elio Alvarenga Amador erhoben wurden. Maradiaga und Alvarenga sind dabei, die der Kirche gehörende Katholische Universität von Honduras „Königin des Friedens“ aus dem Eigentum der Kirche in eine unabhängige nichtstaatliche Organisation zu überführen. Die kanonische Untersuchung wurde von Guy-Réal Thivierge, einem frankokanadischen Mitarbeiter des Dikasteriums für die Kultur und die Bildung, geleitet. Sie fand vom 29. Mai bis zum 5. Juni 2021 statt.

Thivierge befragte im Zuge der Untersuchung eine Reihe von Personen in Honduras mit Bezug zur Universität. Darunter waren auch Kardinal Maradiaga und Rektor Alvarenga.

Seither sei die Untersuchung aber kaum weiter gekommen, sagen Mitarbeiter des Vatikan. Weder Kardinal Maradiaga noch Rektor Alvarenga seien für den Vatikan erreichbar gewesen, schreibt Pentin. Maradiaga halte sich aber seit dem 1. Dezember in Rom auf. Anfragen des National Catholic Register blieben unbeantwortet.


Nach Angaben der spanischen katholischen Internetseite InfoVaticana seien viele langjährige Mitarbeiter der Universität zu Beginn des Jahres 2021 gekündigt worden um den Eigentümerwechsel vorzubereiten. Die Mitarbeiter seien erst wenige Tage davor informiert worden, dass die Universität in eine nichtstaatliche Organisation umgewandelt werde. Laut vatikanischen Quellen soll ein Ziel des Eigentümerwechsels sein, Kardinal Maradiaga nach seinem Rücktritt als Erzbischof im Dezember weiterhin ein hohes Einkommen aus den Mitteln der Universität zukommen zu lassen. Maradiaga wird im Dezember 2022 achtzig Jahre alt.

Neue Eigentümerin der Universität soll eine bereits gegründete Stiftung, die Fundación de la Universidad Católica de Honduras, werden. Vorsitzender der Stiftung ist Diakon Alvarenga, der Rektor der Universität. Im Vorstand der Stiftung sind auch Alvarangas Cousin und dessen Ehefrau vertreten. Laut InfoVaticana seien die Maßnahmen unter höchster Geheimhaltung durchgeführt worden.

Bereits 2017 ist der Verdacht der Misswirtschaft im Zusammenhang mit der katholischen Universität Honduras aufgetaucht. Auch damals ging es um hohe Zahlungen an Kardinal Maradiaga, der monatliche Zuwendungen in der Höhe 35.000 Euro erhalten haben soll. kath.net hat berichtet.

Martha Alegria Reichman, die ein Buch über die finanzielle und moralische Krise der Erzdiözese Tegucigalpa geschrieben hat, sagte gegenüber der honduranischen Plattform ConfidencialHN, dass die Universität der Erzdiözese nie eine Bilanz vorgelegt hätte. Maradiaga und Alvarenga seien jetzt „nicht damit zufrieden, die goldenen Eier der Gans zu nehmen, jetzt wollen sie die Gans stehlen, aber der Vatikan hat sie erwischt“.

Bald nach der Jahrtausendwende sei die Universität zur Geldquelle für die Erzdiözese geworden, weil einerseits die Wirtschaft gewachsen sei und andererseits die staatliche Universität von Honduras die Zugangsbedingungen verschärft habe. Das habe mehr Studenten an private Universitäten wie die Katholische Universität Honduras gebracht und dort zu einem starken Zufluss an Geld, aber weniger an guten Studenten geführt, wie ein ehemaliger Mitarbeiter der Universität sagt.

Die apostolische Visitation des Jahres 2017 hat bereits finanzielle Misswirtschaft zutage gefördert. Einer der engsten Mitarbeiter von Kardinal Maradiaga, Weihbischof Juan José Pineda Fasquelle, musste damals zurücktreten. Pineda war darüber hinaus mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs von Seminaristen konfrontiert.

Die Untersuchung komme derzeit nicht weiter, weil es nicht möglich sei, an wichtige Informationen zu kommen, zitiert Pentin eine wichtige Quelle aus dem Vatikan. Die Person konnte auch nicht sagen, ob der Vatikan den Eigentümerwechsel der Katholischen Universität Honduras zulassen wird.

Der Vatikan sei aber „frustriert“ wegen Kardinal Maradiaga, der seit Jahren mit Skandalen in seinem Erzbistum in Zusammenhang gebracht wird, schreibt Pentin weiter. Nachdem Papst Franziskus seine Amtszeit als Erzbischof bereits über das normale Rücktrittsalter von 75 Jahren ausgedehnt habe, sei jetzt aber Schluss. Maradiaga werde seinen Rücktritt kurz vor seinem 80. Geburtstag Ende Dezember einreichen, sagte die Quelle. Der Vatikan habe die Suche nach einem Nachfolger bereits begonnen, der Prozess sei aber „sehr schwierig“, zitiert Pentin seine Quelle.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Vatikan

  1. Der Petersdom feiert das 400-jährige Weihejubiläum: „Die Pfarrkirche der Welt“
  2. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  3. Australischer Bischof wird als oberster Kirchenrechtsexperte in den Vatikan berufen
  4. Vatikan fordert umfassenden Zugang zu Recht für Frauen
  5. Immobilienprozess im Vatikan muss teils neu aufgerollt werden
  6. Nach Randalen und Pinkelattacken: Petersdom installiert Schutz für Hauptaltar
  7. US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Burch: „Die moralische Autorität der Kirche ist unübertroffen“
  8. Norwegischer Bischof Varden: Der hl. Bernhard von Clairvaux „war und ist faszinierend“
  9. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  10. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst: Sexueller Missbrauch in erster Linie ein menschliches Problem
  3. Europas Zukunft im Licht des Evangeliums
  4. Europa kann nur aus seinem Gedächtnis Zukunft gewinnen
  5. Grenzen überwinden, ohne die Wahrheit zu verlieren
  6. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  7. Lichterprozession in Lourdes: Papst betet in Lourdes den Rosenkranz auf Latein
  8. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  9. Eucharistische Evangelisationsbewegung ‚Adore Him‘ in den USA
  10. Papst Leo XIV. trifft Missbrauchsbetroffene in Lourdes
  11. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  12. Den Willen Gottes für den Menschen bedenken und tun
  13. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  14. Papst Leo zu den Bischöfen: „Die Kirche in Frankreich liegt dem Papst sehr am Herzen!“
  15. Der Heilige und das Tier

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz