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Egal wo Du stehst, Gott zählt auf uns. Er braucht dich!

18. März 2022 in Jugend, keine Lesermeinung
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So wie wir eine Verletzung am eigenen Leib unmittelbar spüren, so spürt auch Gott unseren Schmerz, unsere Ängste, Sorgen und Nöte unmittelbar - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Lucia Zimmermann


Salzburg (kath.net)

Ich stell mir vor, dass Jesus jetzt gerade neben mir sitzt und mir beim Schreiben zusieht. Er legt seinen Kopf zur Seite und stützt ihn mit der Hand am Tisch ab. Dabei lächelt er. Er mag es, wenn ich schreibe. Ich mag das auch. Und ich frage ihn: „Was soll ich heute schreiben? Was brennt dir auf dem Herzen?“ In meiner Vorstellung werden Jesus Augen bei dieser Frage traurig und ich spüre den Schmerz der Welt in seinem Herzen. „Liebt einander.“

Was ich in den letzten Tagen ganz neu erkennen durfte ist, wie innig Gott mit uns verbunden ist. Wir können uns nicht einmal den kleinen Zeh stoßen, ohne es zu merken. So können auch in der Welt nicht Krieg, Hass und Ungerechtigkeit toben, ohne dass der Himmel schreit und weint. So wie wir eine Verletzung am eigenen Leib unmittelbar spüren, so spürt auch Gott unseren Schmerz, unsere Ängste, Sorgen und Nöte unmittelbar.


Ich bin überzeugt davon, würde Gott dem Menschen den freien Willen nehmen, hätte all das Leid schlagartig ein Ende. Aber er hat kein Interesse an einer Herrschaft über Marionetten. Und er kommt auch nicht wie „Superman“ vom Himmel herab, um die Welt zu retten. Wenn man die Bibel liest, zeigt sich eines um das andere Mal, dass Gott durch uns Menschen, lieben, retten, siegen und befreien will. Auch Jesus hat nicht alles selbst gemacht, sondern hat seine Jünger ausgesendet, damit sie in seinem Namen Wunder wirken und das Evangelium verkünden. Offensichtlich will Gott nicht, dass wir nur zusehen und staunen und nicken und kuschen, sondern dass wir Seite an Seite mit ihm kämpfen.

In meinem Alltag sieht das konkret so aus: Ich kann meinem Mann selbstmitleidig die kalte Schulter zeigen oder mich noch einmal umdrehen und ihn umarmen. Ich kann meine Werte so wichtig nehmen, dass alle die ihnen nicht entsprechen, automatisch zum Feind werden oder ich bleibe liebevoll und gelassen und lasse auch einmal fünf gerade sein. Ich kann noch eine halbe Stunde im Internet surfen oder mich hinknien und für meine Brüder und Schwestern da draußen beten. Ich kann mich in meine Sorgen und Ängste versteigen und alle um mich herum panisch machen oder ich entscheide mich, Gott zu vertrauen und die Hoffnung nicht aufzugeben.

Jeder steht woanders. Manche vielleicht buchstäblich an der Front, manche vielleicht am Wickeltisch oder im Großraumbüro. Egal wo, Gott zählt auf uns. Er braucht dich. Er braucht mich. Es sind nicht nur die großen Dinge, sondern die unzählig vielen kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Oft mache ich es wie oben beschrieben. Ich stell mir Jesus vor. Ich stell mir vor, wie er mich ansieht und frage mich, was mir sein Blick und seine Haltung sagen. Ich frage mich, was er genau jetzt, in diesem Moment, tun und sagen würde. Und dann tu ich es auf meine Art. Denn das habe ich gelernt, Gott will meine Stimme hören. Er will durch mich hindurch strahlen. Er will durch mich hindurch lieben. Er will durch mich hindurch in dieser Welt sein. Er, der Gott mit uns.

 

 


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