Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  2. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  3. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  4. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  5. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  6. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  7. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  10. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  11. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  12. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  13. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  14. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  15. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm

Ethikerin Kummer: Cannabis alles andere als harmlos

10. Februar 2022 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


IMABE-Geschäftsführerin warnt vor in Deutschland geplanter Freigabe für den Freizeitkonsum - Erwartbare Folgen seien schnelle Abhängigkeit bis hin zu Depressionen, Psychosen und vermehrte Notfalleinsätze


Wien (kath.net/KAP) Kritisch gegenüber der Drogenpolitik der neuen deutschen Ampelregierung hat sich das Wiener Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) geäußert. Von der im Koalitionsvertrag festgeschriebenen kontrollierten Freigabe von Cannabis für den Freizeitkonsum erhoffe sich die Politik zwar Steuereinnahmen von bis zu 2,8 Milliarden Euro jährlich sowie auch neue Arbeitsplätze, absehbare Gesundheitsschäden besonders für Jugendliche nehme man dabei aber bewusst in Kauf. "Eine verpflichtende Zweckverwendung der Steuereinnahmen für das Gesundheitswesen kommt nirgends vor", mahnte IMABE-Geschäftsführerin Susanne Kummer in einer Aussendung vom Montag.

Umfassende Studien hätten in den vergangenen 20 Jahren gezeigt, dass Cannabis "alles andere als harmlos" ist, fasste die Ethikerin den Forschungsstand zusammen. "Die Droge macht sehr schnell abhängig, kann Depressionen, Psychosen und andere schwere psychische Erkrankungen auslösen und bahnt den Weg zu harten Drogen." Jüngste Ergebnisse einer 2021 publizierten US-Studie zeigten, dass der Cannabis-Konsum das Gehirn von Jugendlichen unter 25 Jahren nachweislich und dauerhaft schädigt. Im US-Bundesstaat Colorado musste nach der Legalisierung von Cannabis die Kapazität der Jugendpsychiatrie aufgrund der rasant ansteigenden Anzahl von Süchtigen und durch Cannabis hervorgerufenen Psychosen verdoppelt werden.


Die jüngste Studie, publiziert im JAMA Network Open (doi:10.1001/jamanetworkopen.2021.42521), zeigt einen laut Kummer "erschreckenden" Anstieg der Anzahl der Notfalleinsätze aufgrund einer Cannabisvergiftung bei Kindern in Kanada seit der Legalisierung im Jahr 2018 - nämlich um das Neunfache. Insbesondere nach dem Konsum von Lebensmitteln wie Cannabis-Keksen oder Cannabis-Gummibärchen sei die Zahl explodiert. Ebenso habe sich auch die Zahl der Kinder, die stationär aufgenommen werden müssen, verdoppelt. Ihr Durchschnittsalter betrug zwischen drei Jahren und neun Monaten. Jede zehnte Vergiftung von Kindern, die in der zentralen Notaufnahme in Ontario untersucht wurden, war auf den Konsum von cannabishaltigen Produkten zurückzuführen. Knapp ein Drittel (32,7 %) der Kinder musste aufgrund ihrer Vergiftung im Krankenhaus behandelt werden, ein Teil (3,6 %) sogar auf der Intensivstation. Einen Todesfall gab es bisher nicht.

Für die Studie hatten die Wissenschaftler des Krankenhauses Ottawa und die Abteilung für Familienmedizin der Universität in Ottawa alle Einlieferung in die Notfallambulanz von Kindern der Provinz Ontario (14,6 Millionen Einwohner) in drei Zeiträumen untersucht: vor der Legalisierung von Cannabis (2016 bis 2018), nach der Legalisierung von Cannabis-Blüten, -Samen und -Ölen (2018 bis 2020) sowie nach der Freigabe von cannabishältigen Lebensmitteln (Februar 2020). Im gesamten Studienzeitraum kam es zu 522 Einlieferungen in die Notaufnahme aufgrund von Vergiftungen bei Kindern. Während glücklicherweise die Gesamtvergiftungszahl bei Kindern abnahm, stieg während der Covid-19-Pandemie der Anteil an Cannabis-Vergiftungen zusätzlich an, was mit dem erhöhten Cannabis-Konsum von Erwachsenen in der Pandemiezeit zusammenhängen dürfte.

"Die Ergebnisse sind deshalb so dramatisch, weil sich Kanada von der Legalisierung ja erhofft hatte, dass der versehentliche Konsum bei Kindern abnimmt", wurde Studienleiter Daniel Myran in der IMABE-Aussendung zitiert. Es gebe zwar Vorschriften, wie hoch die Konzentration in den Lebensmitteln sein darf, sowie auch für kindersichere Verpackung. Außerdem sollte durch Schulungen von Eltern und Betreuungspersonen die Gefahr für Kinder sinken. "Die Zahlen der Studie zeigen jedoch, dass dieses Ziel nicht erreicht wurde", schlussfolgerte Myran.

Scharfe Kritik an einer möglichen Legalisierung von Cannabis in Deutschland hatte im November auch der 125. Deutsche Ärztetag (DÄT) geäußert. "Die Legalisierung verharmlost die gesundheitlichen Gefahren, negativen Folgen und Langzeiteffekte des Cannabiskonsums für Kinder und Jugendliche", hieß es in einer Stellungnahme. Die Ärzte warnen vor möglichen Risiken für die Gesundheit der Konsumierenden und Folgen für die medizinische Versorgung. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass es zu einer Zunahme von cannabisbedingten Notaufnahmen, erhöhtem psychiatrischen Behandlungsbedarf sowie cannabisbedingten tödlichen Verkehrsunfällen und Suiziden komme.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. „Bin ich Konvertitin oder von Kindesbeinen an katholisch?“
  4. Auf Christus schauen!
  5. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  6. Tschechien: Kirchenkommission warnt vor prorussischer Desinformation
  7. Die Geburt des neuen Antisemitismus aus dem verurteilten alten Antisemitismus
  8. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  9. Papst Leo XIV. berät mit seinen Behördenleitern
  10. Primat in Synodalität – Synodalität in Communio
  11. Altabt bei Jugendfestival: Jesus als Vorbild für gelebte Liebe nehmen
  12. Leo XIV.: „Ihre Anwesenheit ist ein leuchtendes Zeugnis für die ungeschuldete Zuwendung Gottes“
  13. Neue Kirche "Heilig Kreuz" in Selfoss eingeweiht: Meilenstein für die katholische Kirche Islands
  14. Papst würdigt „berühmten Hymnus ‚Lead, Kindly Light‘ (Führ, liebes Licht)“ des hl. John Henry Newman
  15. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz