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Auf dem Weg zur Minderheit

3. Jänner 2022 in Kommentar, 24 Lesermeinungen
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Hoffnung für die Kirche findet sich nicht in den sterbenden Pfarreien. Die sind viel zu starr. Hoffnung findet sich in den jungen Gemeinschaften. Da ist die Dynamik, die eine Minderheitenkirche braucht - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Rom (kath.net)

Irgendwann im Laufe des Jahres 2022 – so nicht ein retardierendes Moment, wie eine Massenbekehrung oder eine massenhafte Zuwanderung von Christen erfolgte – werden die Christen in Deutschland die Minderheit sein. Die Stärke der Demokratie, dass die Majorität die Richtung weist, ist zugleich ihre Schwäche. Denn noch nie war Majorität ein Kriterium für Wahrheit.

In Deutschland schlägt sich dies politisch nieder. Während bei früheren Vereidigungen von Regierungen schon mal ein Minister ohne religiöse Beteuerungsformel den Eid leistete, so war es diesmal neben dem Bundeskanzler eine nennenswerte Anzahl. Der Glaube an Gott verabschiedet sich aus der aktiven Politik. Der Worst Case der Demokratie, tritt ein, indem die Mehrheit die Wahrheit absolut dominiert. Damit wird auch Böckenförde in Rente geschickt. Eine Regierung nämlich die nicht mehr anerkennt, dass der säkulare Staat von Voraussetzungen lebt, die er sich nicht selbst geben kann, relativiert die Mehrheit vor der Wahrheit.

Seit Beginn der Bundesrepublik, die sich ein Grundgesetz gab, das sehr stark naturrechtlich geprägt war, spielte die Wahrheit im politischen Alltag immer eine dominante, weil verfassungsrechtlich verankerte Rolle. Politische Mehrheiten, die im Alltagsgeschäft des Regierungshandelns wichtig sind, mussten sich aber wenn es an die Kernsubstanz ging, vor Wahrheit zurücknehmen. Garant dafür war die Verfassung und ein Verfassungsgericht, das darüber wachte.

Die Mehrheit der Bürger im Land - katholische und evangelische Christen - war zu Beginn der Republik sehr dominant und damit politisch relevant. Während bis weit in die 60er Jahre hinein die beiden Konfessionen stark gesellschaftlich und damit politisch im Sinne des Naturrechts prägend war, erlagen die Landeskirchen schon früh den Versuchungen des Sozialismus und mehr noch denen des Ökologismus. Nach außen wirkten die katholischen Bistümer stärker, was sich jedoch als Illusion erwies. Immer wieder waren es Fragen des Lebens und der Bioethik, die die reale Schwäche der Kirche aufzeigte.


Die Basis für diese Schwäche, die eine Glaubwürdigkeitsschwäche ist, haben die deutschen Bischöfe selber gelegt. Ein Schlüsseldatum ist der 30. August 1968. Mit der bis heute nicht widerrufenen „Königsteiner Erklärung“ distanzierten sich die deutschen Bischöfe von der Enzyklika „Humanae vitae“. Damit zogen die Bischöfe einer naturrechtlich geprägten Bioethik den Boden unter den Füßen. In der kurze Zeit darauf schon folgenden Diskussion um eine Freigabe der Abtreibung waren die Bischöfe bereits merklich geschwächt. Auch wenn sie damals noch deutlich auf der Seite der Lebensschützer standen, reichte der Einfluss der Kirche längst nicht mehr aus. Im Jahr 1974 wurde eine Fristenregelung verabschiedet, die erst das Bundesverfassungsgericht kassierte.

Derselbe Konflikt eskalierte erneut nach der Wiedervereinigung, als ein neuer Kompromiss gefunden werden musste. Wie dramatisch die 15 Jahre den Episkopat geschwächt hatte, wurde nur zu deutlich. Die deutschen Bischöfe knickten vor einer faktischen Fristenlösung mit Beratungsschein ein. Erst eine massive Intervention durch Johannes Paul II. beendete die Mitwirkung der katholischen Kirche in Deutschland am Tötungsschein. Die Gründung der Laieninitiative „Donum vitae“ durch katholische Laienfunktionäre zeigt, wie gering die Integrationskraft der Bischöfe damals schon war. Auch wenn „Donum vitae“ bis heute eine ekklesiologische Kränkung für den Episkopat darstellt, hat die informelle Annäherung längst stattgefunden.

Das Zurückweichen einer katholischen und naturrechtlichen Prägekraft auf gesellschaftliche und politische Fragen findet in Lebensrecht und Bioethik einen Indikator. Weder bei der In-vitro-Fertilisation, noch bei der Präimplantationsdiagnostik konnte sich die Kirche Gehör verschaffen. Über die Verwendung unzähliger eingefrorener menschlicher Embryonen, die schlicht und einfach Menschen sind, werden später andere entscheiden. Der Paragraf 219 ist schon jetzt Makulatur, der finale Angriff auf den 218er nur eine Frage der Zeit. Die Kirche wird die kleinen Menschen nicht mehr vor der Absaugpumpe oder der Giftpille schützen können. Die amtierende Regierung erklärt die Tötung ungeborener Menschen zu einem normalen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge und die Kirche – bei auf wenige löbliche Ausnahmen – schweigt.

Waren die Lebensrechts- und Bioethikfragen für die Kirche eher theoretischer Natur, geht es den schwindsüchtigen Kirchen jetzt ans Eingemachte. Erstmals steht die Ablösung der Staatsleistungen ganz konkret im Koalitionsvertrag. Sind die Ablösungen weg, stellt sich bei einer Minderheitenkirche auch die Frage nach dem staatlichen Einzug der Kirchensteuer, nach der Ausbildung von Priestern und Religionslehrern auf Staatskosten. Militär- und Gefängnisseelsorge werden auf den Prüfstand kommen. Die christliche Dominanz bei staatlichen Feiertagen steht schon längst auf dem Prüfstand.

Mit dem synodalen Weg versuchen in der katholischen Kirche „ZdK“ und DBK ein letztes Aufbäumen der Kirche durch eine finale Anbiederung an den Zeitgeist, womit sie nur den Weg des modernen Protestantismus nachvollziehen, der am Ende die völlige Bedeutungslosigkeit zur Folge hat. Das Ausmaß der Schwächung der Kirche, das dadurch erfolgt, ist kaum zu erahnen. Der Kipppunkt, an dem Christen irgendwann im Laufe des nun begonnenen Jahres zur Minderheit in Deutschland werden, ist im Grunde nur noch ein Fanal, das uns klar machen soll, wohin die Reise geht. Ein weitaus deutlicherer Marker ist vielleicht noch ein Selbstversuch: Bei einem regelmäßigen sonntäglichen Kirchgang von ungefähr 5% der Katholiken und 2% der Protestanten bedeutet dies, dass ca. 1,8% der Bundesbürger eine christliche Sonntagspraxis pflegen. Gehen Sie durch eine Straße, begegnen Sie Menschen und zählen Sie bis 50 Menschen, denen Sie begegnen. Es ist maximal einer darunter, der am vergangenen Sonntag in einer Kirche gewesen ist. Noch Fragen?

Hoffnung für die Kirche findet sich nicht in den sterbenden Pfarreien. Die sind viel zu starr. Hoffnung findet sich in den jungen Gemeinschaften. Da ist die Dynamik, die eine Minderheitenkirche braucht. Die Zukunft der Kirche als einer Minderheitenkirche hat längst begonnen. Politisch und gesellschaftlich sind wir schon lange irrelevant. Es kommt darauf an, den Paradigmenwechsel zu einer Kirche, die aus dem Glauben an Christus eine wirkliche Lebensalternative bietet, zu vollziehen. Gar nicht so einfach.


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Lesermeinungen

 Ulrich Motte 6. Jänner 2022 
 

Lakota - Konservative Freikirchler

Es kann durchaus sein, daß die nur 350.000 oder 400.000 zählen. Und vor allem sind sie einflußlos. EIN Beispiel: Mir ist zur Zeit kein einziger Bundestagsabgeordneter aus einer konservativen Freikirche bekannt.


0
 
 Stefan Fleischer 6. Jänner 2022 

@ SalvatoreMio

Ja, wir Gläubigen haben auch Pflichten. Wir haben aber auch das Recht, über unsere Pflichten orientiert zu werden, und zwar richtig und vollständig.


2
 
 Ulrich Motte 6. Jänner 2022 
 

Lakota - kleine Minderheit in der BRD

Freikirchlichkeit ist eine Rechtsform, weder eine Konfession noch gar unbedingt Konservativismus. Ich schätze die Zahl bibelkonservativer Freikirchler grob auf vielleicht 500.000 Menschen in der BRD. Und die denken meist kaum "in Gesamtfreikirchlichkeit", sondern bibelkonservativ und öfter auch recht konfessionell, etwa als Evangelisch-Lutherische Freikirche (ELFK) oder Reformierte Baptisten: Vorrang für Qualität (Bibeltreue, Nachfolge) vor Quantität (Wachstum). Mir ist es wichtig, die Zahl der Freikirchler nicht zu hoch anzugeben: Wir haben kein Versprechen Christi auf numerische Größe. Wir haben das Gebot, unsere eigenen schrecklichen Sünden und Irrlehren zu bekämpfen- und den Unglauben! Katholisch geprägte Freikirche in der BRD sind ja wohl die Christkatholiken, konservativere Abspaltung von den Altkatholiken.


0
 
 SalvatoreMio 5. Jänner 2022 
 

Die Rechte der Gläubigen

@Stefan Fleischer: ja, wir haben das Recht, von den Lehrbeauftragten richtig unterwiesen zu werden. Wir haben auch das Recht auf Eucharistiefeiern, die ordnungsgemäß in der Einheit der ganzen Kirche gefeiert werden. - Nur 1) die uns dies schuldig sind, wissen teils selbst nicht mehr, was rechtens ist und was nicht. 2) Wenn ein Priester eine gehaltvolle Predigt (ohne dass sie über Gebühr lang ist) bringen will, so haben Kirchenbesucher oftmals keine Lust zuzuhören. Sie wollen ihren religiösen Horizont gar nicht erweitern. - Zusammengefasst: die Gläubigen haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten!


1
 
 Ulrich Motte 5. Jänner 2022 
 

Lakota - Zahl der Nichtgroßkirchler

Ich sprach von Millionen Orthodoxen und (!) Freikirchlern Bei Freikirchlern von sehr grob geschätzt etwa 1, 5 Millionen, wenn man manche die Einstufung der Großkirchen übernimmt, was nicht alle Freikirchen tun, die dann auf geringere Zahlen kommen. Die Richtigkeit dieser Angabe für Freikirchler und Orthodoxe ist unbestreitbar, unterstellt man den Orthoxen nicht völlig übertriebene Angaben. Es gibt eine Fülle von Artikeln zur Zahl von Freikirchlern, nur beispielsweise im Buch "Gebet für die Welt", in der linksevangelikalen Zeitschrift IDEA, auf Wikipedia, in Veröffentlichungen einzelner Kirchen/Konfessionen, Verbänden/ Ausbildungsstätten.


0
 
 lakota 5. Jänner 2022 
 

@Ulrich Motte 2

"Niemand kann seriös genaue Angaben machen..."

Aber Sie sprechen von Millionen - woher wissen Sie das?


0
 
 Ulrich Motte 5. Jänner 2022 
 

Lakota - 297.000 Freikirchler

Was Statista da schreibt, ist so richtig wie, daß ich 50 Centimeter groß bin oder 11 Jahre alt ... 297.000 könnte eine Zahl sein, die sehr ungefähr angibt, wie sehr man die Zahl der Freikirchler falsch einschätzen kann... Schon eine Darlegung der Probleme der Zählweise erforderte viel Platz!
Niemand kann seriös genaue Angaben machen...


0
 
 Stefan Fleischer 4. Jänner 2022 

@ ottokar

Sie sprechen ein Riesenproblem unserer Kirche an.
Aber fehlt nicht auch uns einfachen Gläubigen oft der Wille, uns auch selbst um die Lehre unserer Kirche zu bemühen, soweit dies uns möglich ist? Und – nicht zuletzt – müssten wir nicht mehr zusammenstehen und unsere Rechte einfordern? Oder haben wir als Gläubige (und Steuerzahler) kein Recht darauf, von den Lehrbeauftragten unsere Kirche die Lehre dieser Kirche verkündet und erläutert zu erhalten? Grenzt das, was heute vielerorts in Sachen Verkündigung abläuft, nicht geradezu an Betrug an uns einfachen Gläubigen?


2
 
 Marcoman 4. Jänner 2022 

Die "kulturelle" Mehrheit

"Gehen Sie durch eine Straße, begegnen Sie Menschen und zählen Sie bis 50 Menschen, denen Sie begegnen. Es ist maximal einer darunter, der am vergangenen Sonntag in einer Kirche gewesen ist. Noch Fragen?"

- doch, und zwar: Was fangen die 49 denn mit dem GELEBTEN Christentum an? Im ausgewiesenen "Mehrheits-" staat? Sind wir nicht dann etwa nur noch "Kult"?


0
 
 ottokar 4. Jänner 2022 
 

Der Weg zu Gott, wer wird mich leiten?

Natürlich ist der Weg, wie ihn uns Stefan Fleischer darstellt ein guter sicherer Weg, aber nur dann , wenn man die Wahrheit kennt. Aber wer kennt diesen Weg, wer leitet uns an, wer begleitet uns auf diesem Weg, allein der feste Wunsch und Wille genügt nicht, er muss mit Geist erfüllt werden.Das scheint mir das grosse Problem zu sein. Denn es mangelt an tief gläubigen Priestern und wenn vorhanden, nicht jeder hat zu solchen Zugang.Über all dem steht die verführerische Ablenkung durch unsere gegenwärtigen Zeitgeist (political corectness). Der junge Mensch betrachtet zunächst das als rechtmässig, was von Staats wegen erlaubt ist.Und das bereits ist oft "Sünde"! Das Gegengewicht einer gründlichen religiösen Erziehung durch Eltern, Priester und Schule fehlt überwiegend. Wie kommen wir aus diesem Nebel raus?


3
 
 Ulrich Motte 4. Jänner 2022 
 

Lakota- Danke für Frage

Sie selbst nennen die Zahl von 1,5 Millionen Orthodoxen. Die orthodoxe Bischofskonferenz nannte mir 1, 8 Millionen- Russisch-Orthodoxe könnten den Unterschied machen. Die Zahl der Freikirchler ist schwer zu ermitteln. Hinzu kommt, daß Freikirchen oft anders zählen: Recht viele Freikirchen rechnen Kinder etwa nicht dazu. Die Großkirchen rechnen oft nur die Mitglieder der Freikirchen in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Die Mehrheit der Freikirchler gehört aber zu Freikirchen außerhalb der VEF. Viele tauchen in gar keiner Statistik auf. Je konservativer Freikirchler sind, desto häufiger ist das meist der Fall. 1, 5 Millionen Freikirchler hielte ich für eine grobe, aber seriöse Schätzung. Das weltweit geschätzte Statistikbuch "Gebet für die Welt" sollte demnächst wieder erscheinen und wohl eher höhere Schätzungen vornehmen. Gerne bitte ich Sie um weitere Fragen! DANKE!


0
 
 lakota 4. Jänner 2022 
 

@Ulrich Motte

"...Und es gibt Millionen Mitglieder der Orthodoxie und von Freikirchen in der BRD..."

Frage: woher haben Sie das?

Laut statista.com gab es im Jahr 2020 -

Orthodoxe Christen: 1.543.000
Andere christl.Gemeinschaften: 592.000
Evangelische Freikirchen: 297.000
Mitglieder.


2
 
 SalvatoreMio 4. Jänner 2022 
 

Neuer Aufbruch zu Gott - wie denn?

@Terrenum: Sonntag feiern wir die Taufe des Herrn. Der Evangelist Lukas schreibt, wie Jesus am Jordan seine Taufe empfing und betete. Da öffnete sich der Himmel ... Das Beten ist die Energie, die uns mit Gott verbindet. Er ist das Feuer, der Hl. Geist, der uns dann anfeuert und neues Leben einhaucht. - Beten christl. Gemeinschaften, bevor sie etwas besprechen und in Angriff nehmen? Falten sie die Hände am Tisch, damit die Mahlzeit gesegnet sei? Bereiten sie sich am Tag des Herrn in der Kirche betend vor auf das große Ereignis des Kommens Jesu in Brot und Wein? - Man müsste davon etwas merken! - Der Himmel öffnet sich, wenn wir darum bitten. ER nur bewirkt segensreichen Aufbruch, und ER bestimmt die Richtung.


4
 
 Stefan Fleischer 4. Jänner 2022 

@ Terrenum

An sich ist das sehr einfach. Man muss wollen. Das ist das erste und entscheidende. Es ist wie mit dem Glauben. Wer glauben will, muss glauben wollen. Glauben aber heisst wahrnehmen, für wahr nehmen, was Gott uns geoffenbart hat.
Das zweite ist, man muss üben. Glaube, Hoffnung und Liebe und alle anderen Tugenden wollen ständig gepflegt, geübt sein. Religiöse Praxis könnte man das nennen.
Das dritte sind dann die Demut und die Bescheidenheit angesichts der Grösse und Majestät Gottes und seiner Liebe zu uns. Dann wird man viel leichter mit allen Schwierigkeiten und Rückschlägen auf dem Weg fertig.
Und nicht zuletzt, man muss das Ziel, das ewige Heil, immer im Auge behalten. Dann kann man Schritt für Schritt vorwärts gehen, und so die Beziehung zu Gott immer besser auf- und ausbauen.
Ich persönlich arbeite noch gerne mit meinen eigenen Büchlein, vornehmlich mit «Heiligkeit für Anfänger» und «Gottesbeziehung heute». Aber der je eigene Weg ist sehr individuell.

www.stefanfleischer.ch


6
 
 Terrenum 3. Jänner 2022 
 

@Stefan Fleischer

"einen neuen Aufbruch zu Gott"

Das hört sich zunächst gut an, aber wie, ganz konkret, kann das vor sich gehen? Was soll/muss gemacht werden, dass es dazu kommt?


1
 
 Ulrich Motte 3. Jänner 2022 
 

Christen als Minderheit

Im Jahre 2022 werden wohl die Mitglieder der beiden großen Kirchen zur Minderheit. Wie viele davon Christen vom Glaubensinhalt sind, wurde hier öfter diskutiert bzw. dargelegt, nicht zuletzt von Herrn Kardinal Müller. Und es gibt Millionen Mitglieder der Orthodoxie und von Freikirchen in der BRD, so daß die Mitglieder aller Kirchen, die auch die beiden Großkirchen als christlich anerkennen, noch ein bißchen die Mehrheit in der BRD bleiben werden.


0
 
 ThomasR 3. Jänner 2022 
 

eine intakte Pfarrstruktur* trozdem sehr wichtig

* die nicht mehr gibt

bis zu 80% der Erstkommunionkinder haben die Erstkommunion in Deutschland ohne Erstbeichte empfangen können

Für die Zulassung der Kinder zur Erstkommunion ist allein der örtliche Pfarrer zuständig

Eine laisierte Priesterausblidung (z.B. ohne Vertiefung der Frömmigkeit ) mündet in laisierten Priestergestalten , die zwar einerseits das Wort Gottes verkünden (oft im Geiste von Joachim Jeremias- die protestantischen Exegesen von Joachim Jeremias sind gravierend falsch und eine mögliche Quellle von falschen Interprätationen vom letzten Konzil) und andererseits die Erstkommunionkinder zur Erstkommunion ohne Beichte zulassen

Viele junge Priester haben keine Interesse sich im Berufungsapostolat zu engagieren - so ein Verhalten hat seine Quelle auch in der laisierten Priesterausbildung


4
 
 Stefan Fleischer 3. Jänner 2022 

Mein "ceterum censeo"

Was unsere Kirche heute braucht, ist ein neuer Aufbruch, einen neuen Aufbruch zu Gott, zu einer neuen, tiefen Gottesbeziehung, zu einer Rückbesinnung auf das erste und wichtigste Gebot: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“


5
 
 Manfred Lang 3. Jänner 2022 
 

"Verbandelung" der Kirche mit Staat und Politik auflösen!

Einer der zentralen Sätze dieses Artikels: "Das Zurückweichen einer katholischen und naturrechtlichen Prägekraft auf gesellschaftliche und politische Fragen findet in Lebensrecht und Bioethik einen Indikator." Eine Amtskirche, die sich nicht wirklich und eindringlich dem Menschen als Schöpfung des Herrn verpflichtet sieht, sondern nur den Mainstreamthemen hinterher läuft, wird von den politischen Meinungsträgern nicht mehr ernst genommen. Dann ist es für sie besser, wenn die "Verbandelungen" mit Staat und Politik endlich aufgelöst werden. Ohne Kirchensteuer, Finanzierung der Priesterausbildung, Militärseelsorger etc. erhält die Amtskirche eine völlig neue Beinfreiheit. Das, was auf den ersten Blick von Vielen beklagt werden wird, dürfte eine neue Unabhängigkeit schaffen und damit eine Rückbesinnung auf die wirklichen Werte unseres katholischen Glaubens. Das wäre der Beginn einer wirklichen Reformation von innen heraus. Die jungen Gemeinschaften könnten dieTreiber derEntwicklung werden.


4
 
 elisabetta 3. Jänner 2022 
 

Paradigmenwechsel ist nicht in Sicht

Bezüglich der politischen Gegebenheiten in D ist es bei uns in Ö nicht anders, wir hatten 2021 ein Kommen und Gehen in der Regierung, niemand der „(alten) Neuen“ hat es für wichtig und richtig befunden, bei ihrer Vereidigung Gottes Hilfe zu erwähnen. Und völlig gottlos wird nun auch - wie erwartet - regiert. Den Kirchenfürsten in Ö liegen die ständig sich ändernden Corona-Gebote der Regierung viel näher als jene unseres Gottes, man merkt es daran, mit welcher Vehemenz man diese von den noch gläubigen Katholiken einfordert, die Gebote Gottes aber werden von ihnen im Vergleich nur noch - wenn überhaupt - unter ferner liefen erwähnt. Einen Paradigmenwechsel wird das derzeitige Bodenpersonal Gottes nicht herbeiführen können und vermutlich auch nicht wollen, es müsste endlich aufwachen und sich rückbesinnen auf ihre Kernaufgaben. Im Vertrauen auf Gottes Hilfe ist vieles möglich und das öffentliche Rosenkranzbeten (auch in Abwesenheit der Bischöfe) gibt Hoffnung.


6
 
 Via Appia 3. Jänner 2022 

Buchempfehlung: Die Benedikt-Option

An dieser Stelle passt auf jeden Fall diese Buchempfehlung, die ich vor 2-3 Jahren hier auf kath.net gefunden habe:
Die Benedikt-Option - Eine Strategie für Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft (von Rod Dreher)
Inzwischen verteile ich dieses Buch in meinem Bekanntenkreis, es ist meines Erachtens eines der wichtigsten Bücher zu diesem Thema. Nicht die Augen verschliessen, sondern gestalten! Ein ermutigendes Buch mit praktischen Tipps.


1
 
 antonius25 3. Jänner 2022 
 

Rom, löse dich von den sterbenden Pfarreien

möchte man im Anschluss an diesen klarsichtigen Kommentar Peter Winnemöllers schreiben.

Rom, öffne dich für die jungen, dynamischen Gemeinschaften. Wie z.B. die altrituellen Gemeinschaften. Wir fahren doch nicht jeden Sonntag zig Kilometer zur Petrusbruderschaft, weil wir den Papst hassen (nein, tu ich nicht), sondern weil wir Gemeinschaft mit Christen suchen, die ihren Glauben ernst nehmen, anstatt uns in der sterbenden Pfarrei vor Ort die Vorzüge von Gendertheorie und Klimalockdown erklären zu lassen.


5
 
 Andrzej123 3. Jänner 2022 
 

Wäre es eine christliche Sonntagspraxis

sich sonntags politisch rot grün agitieren zu lassen?
"Bei einem regelmäßigen sonntäglichen Kirchgang von ungefähr 5% der Katholiken und 2% der Protestanten bedeutet dies, dass ca. 1,8% der Bundesbürger eine christliche Sonntagspraxis pflegen."

Mit Leuten, die eine Karriere erfolgreich in der politischen Ersatzreligion realisiert und die Kirche längst umfunktioniert haben, ist keine Verbesserung zu bewerkstelligen.


5
 
 bibelfreund 3. Jänner 2022 
 

Halleluja!

Das ist ein Wort zum neuen Jahr! Christen haben keinen Grund zur Resignation. Gott wird den glimmenden Docht (laut Jesaja) nicht auslöschen. Das Eigentliche passiert längst an den satten Klerikal-Kirchen vorbei. In Scheinfurt zum Beispiel hat sich gestern der Katholizismus gegen die ach so schlimmen Kerzen und Gebete-Demonstranten buchstäblich zu Tode geläutet. Nur weiter so, und der Letzte macht das Licht aus —- während woanders die Fackel des Evangeliums lichterloh brennt! Danke, Peter Winnemöller, für diese Neujahrs-Perspektive.


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