Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  3. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  4. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  5. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  6. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  7. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  8. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  9. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  10. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  11. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  12. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  13. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  14. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  15. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“

"Wenn Impfung wichtiger als Jesus wird"

27. Juli 2021 in Kommentar, 50 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Warum Bischöfe zum Thema 'Impfung' lieber schweigen und besonders das Argument der Nächstenliebe in diesem Zusammenhang nicht überstrapazieren sollten" – Kommentar von Roland Noé


Linz (kath.net/rn)
Das Bistum Fulda hat vor einigen Tagen öffentlich zur Corona-Impfung aufgerufen. Tage zuvor hat der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler die aktuelle Impf-Offensive des Landes Tirol begrüßt und die Teilnahme an derselben empfohlen. Gleichzeitig mahnte Glettler gegenüber der Kathpress einen fairen Umgang zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften ein. Immer wieder gibt es in diesen Tagen derlei Aufrufe von Kirchenvertretern. Mir drängt sich dabei die Frage auf: ist das die Aufgabe der Kirche, sich zum Thema „Impfung“ zu Wort zu melden? Ich meine: eigentlich nicht, denn Bischof X oder Bischof Y hat in dieser Angelegenheit ähnliche Kompetenz wie Frau Müller aus Aachen oder Herr Maier aus München. Jeder kann seine private Meinung zum Thema Impfung haben, ohne Frage, auch ein Bischof, aber dann sollte er diese auch als private Meinung deklarieren und nicht sein Amt oder seine Diözese für eine Impfkampagne einspannen.

Ich bin kein Impfgegner, ganz im Gegenteil, ich bin der Meinung, dass eine Covid-Impfung besonders bei möglichen Risikogruppen durchaus Sinn macht. Über manch absurde Argumentation von radikalen Impfgegnern kann ich manchmal auch nur den Kopf schütteln, ebenso wie über eine übertriebene "Nur die Impfung rettet uns"-Einstellung. Auch unter den kath.net-Mitarbeitern gibt es bei dem Thema übrigens sehr unterschiedliche Einstellungen, einige sind geimpft, andere wollen das nicht. Und das ist gut so. Denn dieses Thema ist kein Teil des Credos und man kann darüber völlig legitimerweise unterschiedlicher Meinung sein, auf der Basis von Fakten und abseits von Hysterie und Panikmacherei.


Meiner Ansicht nach sollte sich die Kirche in diesen Belangen also nicht einmischen und als Kirche neutral bleiben, denn es ist grundsätzlich, von ethischen Fragen abgesehen, ein medizinisches und kein theologisches Thema. Eine Impfung ist letztlich immer ein Kompromiss. Mich persönlich interessiert hier primär die Einschätzung von Experten, d.h. von Medizinern (von denen es auch christliche gibt) und nicht die von Pseudo-Experten. Aber zurück zum Thema: Bischöfe sollten sich bei den kirchlichen Kernthemen zu Wort melden, nicht bei Themen, wo sie eben keine besondere Kompetenz haben. Denn dann wird es meistens eher peinlich. Oder schafft unnötig noch mehr Druck in ohnehin bereits sehr emotional geführte Debatten.

Besonders emotionalisierend ist in diesem Zusammenhang das Argument der Nächstenliebe. So wird durch das Bistum Fulda erklärt, dass es ein „Ausdruck der Nächstenliebe“ sei, wenn man sich impfen lässt. „Wer sich impfen lässt, schützt sich und andere“, erklärt Bischof Gerber. Ich meine: wer sich impfen lässt, ist nicht unbedingt ein großer Held der Nächstenliebe, denn er lässt sich aus den verschiedensten Gründen impfen, primär in den meisten Fällen natürlich aus Eigeninteresse. Folgt man der Logik des Bistums Fulda, finden sich auf einmal diejenigen Gläubigen als Egomanen bezeichnet wieder, die sich nicht impfen lassen möchten, aus welchen Gründen auch immer. So spielt man Menschen gegeneinander aus.

Eine meiner Ansicht nach besonders bizarre Entwicklung kann man derzeit in der Erzdiözese Wien beobachten. Der Wiener Kardinal verhält sich nicht nur nicht neutral beim Impfthema, er sorgt sogar dafür, dass sie als Heilmittel im Kirchengebäude selbst angeboten wird, was nicht nur unnötig ist, sondern meiner Meinung nach einen klaren Missbrauch für kirchenfremde Zwecke darstellt. „Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker sein. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht“ (Mk 11,17),  diese mahnenden Worte sollten uns auch in diesem Zusammenhang – besonders den Verantwortungsträgern – zu denken geben.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 




Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  3. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  4. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  5. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  6. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen
  7. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  8. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  9. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  10. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  11. Rückflug des Papstes von Teneriffa nach Rom um mehrere Stunden verzögert
  12. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  13. 'Ein Akt der Hoffnung': US-Bischöfe weihen die USA dem Heiligsten Herzen Jesu
  14. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  15. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz