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Die Kirche ist der erste und wirklich funktionierende Global player

2. Juni 2020 in Deutschland, 1 Lesermeinung
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Bischof von Regensburg in Pfingstpredigt: Christus, der neue Adam, hat uns durch Tod und Auferstehung aus dieser Gottesferne herausgeholt.


Regensburg (kath.net/pm)

Zum Hochfest Pfingsten hat Bischof Rudolf Voderholzer mit zahlreichen Gläubigen im Hohen Dom St. Peter ein Pontifikalamt feiert. Getreu dem alten Grundsatz des Volksmundes, „Gesang ist doppeltes Gebet“, duplizierte ein gemischtes Vokalensemble der Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß mit der „Missa brevis“ von Andrea Gabriel (1510-1586) das Gebet der Gläubigen, begleitet von Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber.

 

„Die Menschheit eine Schicksalsgemeinschaft im Guten wie im Schlechten“

 

Mit einem Blick auf eine der zurzeit weltweit am meisten besuchten Internetseiten – die interaktive Weltkarte der Johns-Hopkins University in Baltimore, die per Mouseklick Auskunft über die weltweiten Corona-Infektionen Aufschluss gibt, eröffnete Bischof Rudolf seine Predigt. Schockierend und faszinierend zugleich: ein Ereignis eines Menschen, der Sprung des Virus von einem Tier auf einen Menschen, erfasst die ganze Menschheit. Ohne die Corona-Pandemie mit der Erbsünde auf die gleiche Stufe stellen zu wollen, dränge sich doch der Gedanke auf: das Handeln eines Menschen, des Adam im Garten Eden, hat die ganze Menschheit in Mitleidenschaft gezogen, hat uns aus dem Paradies der heilen Gottesbeziehung fallen lassen. Dass die Menschheit eine Schicksalsgemeinschaft ist, im Guten wie im Schlechten, so Bischof Rudolf, mache die Globalisierung, das Zusammenrücken der Welt durch gesteigerte Mobilität, moderne Kommunikation und wirtschaftliche Verknüpfungen, deutlich.


 

„Garten Eden – Ostern – Pfingsten“

 

Auf diesem Hintergrund erschließen sich die Worte des Apostels Paulus: „Durch Adams Ungehorsam wurden alle Menschen vor Gott schuldig; aber weil Jesus Christus gehorsam war, werden sie von Gott freigesprochen“ (Römerbrief 5,19). Christus, der neue Adam, hat uns durch Tod und Auferstehung aus dieser Gottesferne herausgeholt. Fünfzig Tage nach Ostern, nach diesem Großereignis der Heilsgeschichte, feiern wir Pfingsten, den Geburtstag der Kirche. Beim ersten Pfingsten in Jerusalem verstand ein jeder die Apostel in seiner Muttersprache. Die „babylonische Sprachverwirrung“, die die Menschheit trennte, sie einander nicht mehr verstehen ließ, wurde an diesem Tag durch die verkündete Christusbotschaft aufgehoben. Die Kirche war vom ersten Tag an ihres Bestehens also katholisch, vom Altgriechischen καθολικός / katholikós = allumfassend, weltumspannend. Sie ist „auf die Einheit und Einigung der Menschheit ausgerichtet“.

 

„Kirche ist Pan-Ethnie“

 

Im Zusammenhang mit dem Corona-Virus ist bezüglich seiner Verbreitung immer von einer Pandemie die Rede. Der Begriff bedeutet „das ganze Volk betreffend“. Im Blick auf Jesu Missionsauftrag im Matthäusevangelium (Mt 28,19), „geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern“ könne man also von der Kirche als einer Pan-Ethnie sprechen, alle Völker betreffend und umfassend. Die Kirche sei „der erste und wirklich funktionierende Globalplayer“. Demnach gibt es in ihr keine Fremden. Diese Einheit der Kirche zu wahren, so Bischof Rudolf zum Ende seiner Predigt, „in der weltumspannenden Völkerwelt, in der Treue zum Ursprung, ist eine der wesentlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Nachfolger der Apostel“.

 

Von Pentekoste bis Pfingsten

 

Das Pontifikalamt am Hohen Pfingstfest zeichnet sich durch zwei Besonderheiten aus: zum einen das Gedenken an die Firmung – das Sakrament der Geistsendung – zwischen der Predigt und dem Apostolischen Glaubensbekenntnis, und zum anderen die Spendung des Päpstlichen Segens in der Sprache der Weltkirche, in Latein. In den vergangenen Jahren wurden die Fürbitten oft mehrsprachig vorgetragen, eingedenk der Vielsprachigkeit der Apostel beim ersten Pfingstfest in Jerusalem. Das deutsche Wort Pfingsten kommt vom Griechischen Pentēkostḗ, was den fünfzigsten Tag bezeichnet. Gemeint ist der 50. Tag nach Ostern. In vielen europäischen Sprachen ist das griechische Wort Pentekoste noch sehr gut zu erkennen. Auch das ungarische Wort „Pünkösd“ erinnert noch stark an den Ursprung. In den Slawischen Sprachen heißt es z.B. im Russischen „trójiza“ und weist auf die Dreifaltigkeit hin, im Kroatischen „duhovi“, und bezieht sich auf den (heiligen) Geist.


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