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'Ich bete jeden Tag für die Einheit der Kirche'

22. Dezember 2019 in Interview, 1 Lesermeinung
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kath.net-Interview mit P. Andreas Schätzle über das neue Album der "Priester"


Wien (kath.net)
kath.net: Das neueste Album der „PRIESTER“, das den schlichten und aussagekräftigen Titel „Halleluja!“ trägt, ist bereits die sechste CD der „drei singenden Gottesmänner“ seit 2011. Was zeichnet Euren doch besonderen Weg in der Musikbranche aus?

P. Andreas Schätzle: Meine beiden Mitbrüder, P. Rhabanus und P. Vianney, sind Missionsbenediktiner, eine Berufung, die eine spannende Synthese zwischen apostolischem Wirken und monastischer Spiritualität darstellt. Mit unseren Liedern wollen wir den Menschen - auch jenen, die aufs erste mit Glaube und Kirche wenig anfangen können – einen neuen Blickwinkel eröffnen und damit auch ein lebendiges Zeugnis geben, eine Einladung, ein Hineinhören. Für mich persönlich ist es immer ein kleines Fest, wenn wir drei Priester gemeinsam auf Mission sind.

kath.net: Auf eurem neuen Album finden sich wirklich musikalische Schätze von der Gregorianik bis zu modernen Liedern, die heutzutage von Jugendlichen auf Lobpreiskonzerten gesungen werden. Wie kommt es zu dieser ungewöhnlichen Auswahl?


P. Andreas Schätzle: Das breite Spektrum der Musik über die Jahrhunderte ist uns ein besonderes Anliegen, eine musikalische Zeitreise oder Schatzsuche, zu der wir einladen. Auch den eigenen Seelen-Schatz zu entdecken und zu heben. Es ist ja faszinierend, wie der eine Glaube der Kirche zu jeder Epoche in einem eigenen Gewand erklingt. Und da versuchen auch wir Priester heute eine eigene musikalische Sprache zu entwickeln.

kath.net: Auf dem neuen Album „Halleluja“ gibt es auch wieder einen von Dir selbstgeschriebenen Titel namens „Ich weiß dass mein Erlöser lebt“. Kannst Du etwas über die Entstehung dieses Liedes erzählen?

P. Andreas Schätzle:
Weihnachten und Ostern, Krippe und Kreuz, Menschwerdung und Erlösung gehören zusammen. Unsere Welt und die Kirche in ihr ist geprägt von großen Spannungen, die – bewusst oder unbewusst – viele Menschen massiv belasten, bis hin zu einer Art kollektiver Depression oder zumindest depressiver Verstimmung: das Säbelrasseln der Mächtigen, politische Instabilität, Klima-Szenarien... Schönfärberei hilft da nicht, wohl aber das Wort und ermutigende Zeugnis der Bibel. „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ ist ein Zitat aus dem Buch des leidenden Hiob und beschreibt als biblisches Vertrauenslied den Weg durch das Dunkel zum Licht, in eine neue Freiheit und Zukunft.

kath.net: Wem würdest Du persönlich die neue Cd gerne unter den Christbaum legen?

P. Andreas Schätzle: Mir ist das Schenken sehr wichtig – nicht nur an Weihnachten. Und mit einer eigenen CD habe ich natürlich das Glück, immer etwas Persönliches weiterschenken zu können. Also Freunde und Familie bekommen eine beschert. Dann könnte sie eben ein schönes und sinn-volles Geschenk für jene sein, die bedrückt und traurig sind. Ich wünsche mir, dass sie für viele ein stärkendes Zeichen der Hoffnung sein kann. Und dann sind da besonders auch jene, die – vielleicht bei aller kirchlichen Entfremdung – die Sehnsucht und den Hunger nach dem lebendigen Gott, dem Gott, der Leben verändert, in ihrem Herzen tragen.

kath.net: Was wünschst Du Dir für die katholische Kirche für das kommende Jahr?

P. Andreas Schätzle: Ich bete jeden Tag – mit ganz vielen auf der Welt – für die Einheit der Kirche. Nur in der Einheit kann die Kirche ein wirksames Zeichen unter den Völkern sein. Es braucht die Rückkehr in den Pfingstsaal, aber auch die beständige Einkehr in das stille, innere Beten. Die Heiligen sind uns darin Vorbilder und Begleiter. Ich denke etwa an die Karmelitin Thérèse von Lisieux, die Patronin der Missionen, die Johannes Paul II., seinerseits einer der wichtigsten Patrone unserer Zeit, zur Kirchenlehrerin erhoben hat: „Im Herzen der Kirche, meiner Mutter, werde ich die Liebe sein!“ Könnte ein schöner Liedtitel für eine nächste CD sein.


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