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Wenn die Fürstin und der Kardinal auf Tour gehen

7. November 2019 in Deutschland, 7 Lesermeinungen
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Befreiungstheologie, Priestertum, Ehe, christliche Erziehung und vieles mehr - Bericht von Peter Winnemöller von einem Vortragsabend mit Kardinal Müller und Fürstin Gloria von Thurn und Taxis


Bochum (kath.net/pw)
Auf seiner Vortragsreise kam Gerhard Kardinal Müller am gestrigen Abend nach Bochum-Wattenscheid. In der Alten Lohnhalle fanden sich rund 120 Zuhörer ein. Das Gespräch des Kardinals mit Fürstin Gloria von Thurn und Taxis wurde von Regina Einig moderiert. Im Vorfeld hatte es einigen Wirbel um die Veranstaltung gegeben. Angebliche Proteste gegen die Veranstaltung mit dem Kardinal lösten sich bei genauer Betrachtung in Luft auf.

Die örtliche Pfarrei, in der der Kardinal am Sonntag ein Pontifikalamt feierte, hatte lediglich Einwände dagegen, eine Veranstaltung, für die Eintritt erhoben wird, in einem Kirchenraum stattfinden zu lassen. Von einigen Presseorganen wurde dies erheblich aufgebauscht. Versehen mit unterirdischen Statements von Vertretern des Katholikenrates und der umstrittenen Gruppe „Maria 2.0“ entstand so ein völlig verzerrter Eindruck. Die Absicht, Unfrieden unter Katholiken zu schüren, war durchsichtig. Auf Nachfrage war dem Bistum Essen nichts von Protesten bekannt.


Bistumssprecher Ulrich Lota betonte, das Bistum sei über die Vortragsreise von der Eventagentur kurzfristig informiert worden. Das Pontifikalamt habe mit Wissen und ausdrücklicher Billigung des Bischofs von Essen stattgefunden. Der Abend verlief ohne jegliche Störung vor vollem Haus und in guter Atmosphäre. Kardinal Müller äußerte sich unter anderem über die Befreiungstheologie und seine intensiven Kontakte nach Lateinamerika, wo er in seiner Zeit als Professor viel Zeit verbracht hatte. Aber auch aktuelle Fragen, wie die Frage nach der Ehe und dem Priestertum kamen zur Sprache.

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis sprach über christliche Erziehung, die gelingen könne, wenn man selber glaube und authentisch sei. Im weiteren berichtete die Fürstin über ihre langjährige Erfahrung in Afrika, wo sie einige Jahre gelebt hat und auch heute noch einen Teil des Jahres verbringt. So konnte sie sehr lebendig über den Zusammenhalt der Familien in Afrika berichten.

Über die Probleme afrikanischer Priester in der Seelsorge wusste sie kenntnisreich zu berichten. Der Aberglaube, so die Fürstin, sei ein großes Problem. Der Glaube an Hexerei sei in Afrika noch sehr stark. In gewohnt charmanter Weise gab die Fürstin Zeugnis von ihrem Glauben. Sie erntete Applaus für ihre ehrlichen Statements und sorgte mit ihrem Humor für den einen oder anderen auflockernden Lacher ,ohne der Sache die Ernsthaftigkeit zu nehmen.

Das Gespräch wurde von Regina Einig mit viel Sachkenntnis moderiert. Die Tagespostredakteurin verstand es den beiden Gesprächspartnern die richtigen Stichwörter zu geben.

Kardinal und Fürstin sprachen beide sehr anschaulich, so dass die Zuhörer nach gut 90 Minuten dankbar und begeistert applaudierten. Man hätte beiden gerne noch länger zugehört. Geduldig signierten Kardinal Müller und Fürstin Gloria von Thurn und Taxis nach dem Gespräch Bücher und wechselten mit den Gästen noch manches persönliche Wort. Für Gerhard Kardinal Müller endete hier eine Vortragsreise, die ihn nach Bochum, Mönchengladbach, Maria Laach und Wattenscheid führte. So hatten zahlreiche Menschen die Gelegenheit, die Gedanken des Kardinals live zu hören und mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Das Gespräch des Kardinals mit Fürstin Gloria von Thurn und Taxis wurde von kath.net aufgezeichnet und ist in voller Länge als Video hier unter dem Artikel verfügbar.

VORTRAG in voller LÄNGE



Foto: (c) Michael HESEMANN


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